Monte Rosso (3088m) - Nordostgrat (ca. 800m) und Abstieg über neuen Klettersteig


Publiziert von pete85 , 2. August 2017 um 19:44.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Bregaglia
Tour Datum:27 Juli 2017
Hochtouren Schwierigkeit: ZS+
Klettern Schwierigkeit: IV (UIAA-Skala)
Klettersteig Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   I 
Zeitbedarf: 3 Tage
Aufstieg: 1600 m
Abstieg: 1600 m

Am 25.07.2017 erfolgte bei wechselhaftem Wetter der Aufstieg vom Malojapass zur Fornohütte.
Am folgenden Tag zeigte sich unserer Hauptziel - der Nordostgrat des Monte Rosso - schon in der Früh leicht gezuckert bei beginnendem Schneefall. An der Hütte ca. Windstärke von 3-4, beim Aufstieg zum Pass immer stärker werdend. Ab dem Pass ca. Windstärke 7-8, man konnte sich nur noch mit großer Mühe auf den Beinen halten, wenn eine Windböe kam. So sind wir dann auch nur unter Mühe zum Einstieg gequert, beim Klettern hätte es uns vom Grat geblasen, so dass wir unsererseits vom Klettern absahen und unter weiterem leichten Schneefall zurück zur Hütte wanderten, um auf den nächsten Tag zu warten.

Am kommenden Tag zeigte sich der Wind deutlich gebessert, auch wenn wir wieder keinen Sonnenschein bis zum Gipfel haben sollten. Die Windstärke am Grat belief sich nur noch auf ca. 3-5, wobei die Bewölkung zunahm und es mitunter auch wieder leichten Schneefall gab, was für eine gewisse Kühle beim Klettern sorgte (ursprünglich war strahlender Sonnenschein vorhergesagt, aber das kann lokal natürlich anders aussehen...).

Von der Fornohütte geht es über Blockgelände auf gut markiertem Weg zur Fornolücke (45 Minuten), von der Fornolücke bis zum Gipfel noch einmal 3:45 h. Dann in 2:15 h über neuen Steig abgestiegen.
Von der Lücke aus zunächst noch wandernd, zunehmend kraxelnd, bis man sich vor einem steilen Aufschwung anseilt. Wir umgingen diesen Aufschwung wie im Führer angegeben (überklettern wär wohl besser) und querten so über allerlei Schutt und später in einer Schuttrinne nach oben.
Ab da geht es über Blockgelände hoch zum ersten Gratzacken (I-II). Gerade im ersten Gratabschnitt muss mehrfach, teils ausgesetzt und - wie im Führer beschrieben - interessant abgeklettert werden. Dies mitunter auch im 3.-4. Grad, sofern man wie wir direkt auf der Gratschneide bleibt. Später werden die Abkletterstellen wieder leichter, dafür kommt noch die schönste Kletterei bei einem plattigen Türmchen (schöne Platte mit Riss, anschließend noch eine kurze steile Wand (4)). Danach über leichtes Gratgelände (I-II) zum Gipfel.

Vom Gipfel aus haben wir uns dann für den neuen (Kletter)Steig entschieden. Bereits am Tag zuvor haben wir mit dem Hüttenwirt über den neuen Weg gesprochen (seit ca. 1 Woche eingerichtet). Dieser ist teils durch Stangen, teils durch Markierungen (blau-weiss) und im unteren Teil durch Ketten angelegt worden.
Meine Bewertung der Klettersteig-Schwierigkeit lieber mit den Bildern abgleichen - wir haben mit Klettersteigen nicht so viel Erfahrung.
Wie gesagt im unteren Teil gut mit Ketten eingerichtet, im oberen muss im I-II Grad gekraxelt werden. Laut Routenerrichter kommen noch weitere Markierungen hinzu (deswegen ist der Weg wohl noch offiziell gesperrt), wobei auch jetzt bei gutem Wetter keine Orientierungsprobleme aufkommen. Generell kann man oben fast überall hochkraxeln.

Zur Kletterroute: 
Wir haben fast durchgehend am laufenden Seil gesichert, lediglich 6x Stand bezogen um das Material zu übergeben. Wer von Stand zu Stand sichert braucht deutlich länger. Der Weg bis zum ersten Gratturm muss nicht unbedingt mit Seil gesichert werden, ist im Nachhinein betrachtet auch eine der brüchigeren Gratstellen.
Material:
50 m Seil (bei uns hätte auch ein 30m Seil gereicht, da wir komplett mit einem auf 22 m verkürzten Seil durchgegangen sind)
7 Exen (damit man länger am laufenden Seil gehen kann)
Klemmkeile, 2-4 lange Bandschlingen, wenige Friends (eher klein-mittel)
ggf. Abseilachter

An einer Stelle hängen Schlingen für 3-4 Meter abseilen, wobei wir das 2 Meter weiter auch problemlos abklettern konnten (siehe Bilder) und uns so nie abgeseilt haben.


Nach der Route und dem Abstieg über den neuen Klettersteig erfolgte nach Pause in der Fornohütte noch der lange Hatscher zurück zum Malojapass, wenngleich der Weg auch recht schön ist.


Tourengänger: pete85


Galerie


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