Viel Sonne und reichlich Schnee; Frühlings-Gratwanderung um den 'Grosser Runs'


Publiziert von Dodovogel Pro , 27. März 2017 um 00:26.

Region: Welt » Schweiz » Schwyz
Tour Datum:25 März 2017
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SZ   Alptaler Berge 
Zeitbedarf: 8:45
Aufstieg: 900 m
Abstieg: 900 m
Strecke:16.5 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PW bis Einsiedeln. Dann Richtung Wäniberg. Parkplatz direkt am Wegweiser Chälen 1022m am Ende der Strasse Wäni/Beginn der Obergrossstrasse.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:dito
Kartennummer:https://map.schweizmobil.ch

Eher spät sind wir am Samstag von Zürich aufgebrochen um die Bergwandersaison zu eröffnen. Aber das macht nichts, denn das gute Wetter war erst für den Nachmittag angekündigt worden. Wir kaufen in Einsiedeln noch kurz Proviant ein und schauen uns im Vorbeifahren noch das Kloster an.

Name: Grosser Runs
Auf älteren Karten wird der 'Grosser Runs' mit Amselthal bezeichnet. Es handelt sich dabei um das Tal in welchem der Grossbach entspringt. Ich wollte im Titel schon ... "um den 'Grossen Runs'" schreiben aber anscheinend bezeichnet dieser Name nicht die Grösse des Runs (schwdt. fliessendes Gewässer), sondern den Bezug zum Ort Gross, wo der Fluss im Sihlsee mündet.

Wegbeschreibung
Die Tour ist einfach und der Weg kaum zu verfehlen. Es geht immer am Grat entlang und die Wege sind gut markiert. Nach dem anfänglichen Aufstieg zum Grat ist die Wanderung von stetigem Auf und Ab über verschiedene Gipfel geprägt.

Bedingungen:
Ein herrlicher Sonnentag. Warm, wenig Wind, fast keine Wolken am Himmel. Fernsicht, vor allem nach Norden etwas getrübt aber die umliegenden Alpen sind sehr gut zu sehen.

Ab ca. 1400m in nordseitigen Hängen noch beachtliche Schneefelder. Grössere Abschnitte des Weges sind noch von Schnee bedeckt. Der Schnee war am Nachmittag nicht mehr gut tragend, das gehen wird dadurch etwas mühsam.

Mit Ausnahme eines kurzen Abschnittes im Abstieg vom Gschwändstock Richtung Rägenegg gibt es auf der Route auch bei diesen Bedingungen keine besonderen Gefahren. Der Weg im erwähnten Abstieg ist komplett vom Schnee überdeckt und sehr steil.


Chälen - Amselspitz (T2, 1 h 40m)
Gleich beim Parkplatz in Chälen findet man den Wegweiser. Gleich am Beginn der Trittstrasse zweigt der Weg in den Wald ab (gelb-weiss markierter Pfosten). Es folgt der einzige längere Aufstieg der Wanderung bis man 'Ufem Tritt' erreicht. Damit ist der Aufstieg zum Grat geschafft.

Nach kurzer Rast geht es jetzt auf dem grasigen Grat weiter. Nur einige Minuten später stehen wir auf dem Chli Amslen; dem ersten Gratgipfel. Das nächste Ziel ist der Amselspitz mit seinem bewaldeten Gipfel. Ohne Pause geht es weiter. Am Fuss des Amselspitz beginnt ein lichter Wald und das Naturschutzgebiet "Ibergeregg". Im steilen Aufsteig müssen wir erstmals etwas durch den Schnee stapfen aber das Gelände ist nicht exponiert und der Schnee nicht sehr tief.

Am Gifpel folgt das nächste Kreuz und eine herrliche Aussicht auf die Alpen. Hier machen wir Mittagsrast und tragen uns in Gipfelbuch ein.

Amselspitz - Butziflue (T2, 1h 25m)
Der Abstieg vom Amselspitz ist südseitig und damit wieder schneefrei. Dank des Naturschutzgebietes stehen hier einige Bäume, was dem Grat einen etwas anderen Chrakter gibt. Bald folgen bei Amselgschwänd wieder kahle Alpweiden. Man passiert einen Unterstand bevor man beim Gämschspitz wieder in den Wald eintaucht. Ab hier geht es wieder aufwärts und es liegt wieder viel Schnee. An der (verschlossenen) Stockhütte vorbeistampfend geht es zum Chopf und weiter in tiefem Schnee aufwärts vorbei an einer Hütte bei Jäntenenganden. Der letzte Abschnitt hinauf zur Butziflue verläuft teils wieder in dichterem Wald wo weniger Schnee liegt. Das Steilstück genau vor dem Gipfel ist aber wieder tief verschneit und ich musste mit den Händen nachhelfen und die Wegwahl etwas den Bedingungen anpassen.

Auf dem Gschwändstock, dessen Westgipfel die Butziflue ist, gibt es eine kleine Hochebene und der Wegweiser steht am geographischen Mittelpunkt des Kanton Schwyz. Der eigentliche Butziflue-Gipfel ist auf einer kleinen Anhöhe versteckt. Einen Weg habe ich nicht gefunden aber man kommt relativ leicht rauf.

Butziflue - Spital (T3, 1h)
Die Ebene auf dem Gschwändstock ist noch von tiefem Schnee bedeckt und man geht am besten so weit südlich wie möglich. Bald trifft man dort auf den regulären Wanderweg auf dem Verbindungsgrat zum Gipfel bei Punkt 1590. Unterwegs gibt es einen herrlichen Aussichtspunkt, wo wir eine längere Pause machen.

Punkt 1590 erreicht man heute nicht leicht und wir haben es auch nicht versucht. Gleich unterhalb hatten wir andere Probleme. Der Wanderweg ist unter tiefem Schnee versteckt und führt einen sehr steilen Hang hinunter. Bei diesen Bedingungen ist es gefährlich. Man kann die Stelle trotzdem relativ sicher meistern, wenn man etwas weiter durch den hüfttiefen Schnee in den Hang hinein quert und dann auf dem Hintern abrutscht. Es sollten entsprechende Spuren zu sehen sein (siehe Fotos).

Unten angekommen ist die schwierigste Stelle der Wanderung gemeistert und es geht auf angenehmen Pfaden durch den Wald weiter bis zum Aussichtpunkt bei Rägenegg und bald darauf kann man ohne Schneekontakt den kahlen Gipfel "Spital" besteigen. Wir tragen uns auch hier ins Gipfelbuch ein und geniessen noch einmal die Sonne und Aussicht.

Spital - Rotmoos - Chälen (T3, 2h 15m)
Die Schatten sind schon ziemliche lange geworden und es wird merklich kühler als wir uns auf den Rückweg machen. Bei Bögliegg entscheiden wir uns den Rückweg über Hummel zu nehmen. Alternativ kann via Ijenschattem ins Tal direkt nach Chälen absteigen. Unser Weg führt uns hier durch das letzte, recht tiefe Schneefeld zum Mösliwald und dann zum letzten Gipfel "Hummel". Weiter gehts nach Unterhummel. Dort gibt es wieder einen Weg nach Chälen aber der scheint uns zu lange. Wir steigen weiter durch einen Wald nach Rotmoos ab. Dieser Wegabschnitt ist noch einmal deutlich schwieriger (T3) weil sehr steil und heute sehr rutsching. Von Rotmoos gehen wir z.T. auf Fahrstrassen im Dunkeln via Obergross nach Chälen zurück.

Tourengänger: Dodovogel


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Kommentare (1)


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SCM hat gesagt:
Gesendet am 28. März 2017 um 09:38
Cool, gerade in der Todoliste gespeichert :)


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