Saasertal August 2016, 3|3: Jazzihorn


Publiziert von Felix Pro , 17. August 2016 um 21:07. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Mittelwallis
Tour Datum: 3 August 2016
Wandern Schwierigkeit: T4- - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS   I 
Aufstieg: 1285 m
Abstieg: 1285 m
Strecke:Mattmark - Staudamm - P. 2203 - P. 2330 - P. 2449 - P. 2505 - Ofental - P. 2560 - P. 2721 - P. 2819 - Jazziwäng - Jazzilücke - E-Flanke, ~ 3080 m - NE-Grat - Jazzihorn - Antronapass - ~ 2840 m - Börter - Beerterigg ("2800 m") - Öügschtchumma, P. 2733 - Wanne - Bergstation Heitbodme; Furggstalden (Heitbodme) - Saas-Almagell, Sportplatz
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PW Saas-Grund - Mattmark
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Postauto Saas-Almagell, Sportplatz - Mattmark; PW Mattmark - Saas-Grund - Stalden - Visp und Steg nach Goppenstein, Autoverlad Lötschberg, Kandersteg - Frutigen, Autobahn Spiez - Kiesen, Konolfingen nach Wyssachen
Kartennummer:1329, 1349

Endlich: der erwartete sonnige Bergtag mit angenehmen Temperaturen - auch auf dem Gipfel!

 

Nach der Fahrt mit dem PW nach Mattmark starten wir bei beinahe wolkenlosem blauen Himmel (wieder) mit dem Gang über den Damm des Stausees Mattmark zu P. 2203.

Am rechten Ufer des Sees folgen wir dem breiten Weg bis zum Abzweig von der Seeroute.

 

Wir steigen (noch im Schatten) via P. 2330 und dem Steinmännchen Tor - welches auf den unmarkierten Pfad Richtung Stellipass hinweist - hinauf ins malerische Ofental. Vor P. 2449 flacht der Weg, wie wir in dieses hinein treten, etwas ab; weiterhin laufen wir bei leicht kühlen Temperaturen am Abzweig zum Monte Moropass auf P. 2505 vorbei; hier weitet sich das Tal aufs Schönste - Ofental-, Spechhorn und Spähnhörner sind bereits von der Sonne angestrahlt. Am lauschigen, teilweise mäandrierenden Ofentalbach entlang wandern wir nun meist flach taleinwärts - nahe der kleinen Hütte auf 2454 m (südlich von P. 2533) entdecken wir ein Zelt, aus welchem eben zwei Wanderer heraus steigen - wir werden ihnen später begegnen …

 

Kurz vor P. 2721, wo wir endlich an die rasch wärmende Sonne gelangen, steilt das Gelände wieder auf; bei der dortigen Verzweigung - geradeaus führte der BWW weiter zum Ofentalpass - lassen wir uns für eine Stärkungspause nieder. Im Anschluss wird unsere Route rasch alpiner; ab P. 2819, in dessen Nähe ein Schneefeld zu überqueren ist, wird der Hang der Jazziwäng doch sehr geröllig, zum Schluss sogar von Felsblöcken durchsetzt - einen jedoch sehr attraktiven Schlussgang stellen die letzten Meter zur Jazzilücke, wo wir den Weitblick nach Italien, den Tiefblick zum bekannten Lago di Cingino (mit den Steinböcken an der Staumauer) sowie die Einsicht in die kühne Ostflanke unseres Gipfelzieles gewinnen, dar. Verstärkt wird der fantastische Eindruck von den, allesamt von der Sonne angestrahlten hohen Berge (jene Viertausender) bis zur Signalkuppe,  Zumsteinspitze, dem höchsten Schweizer sowie dem Gipfelkranz rund um Saas-Fee.

 

Ein erstes Mal kommen wir ganz kurz in Kontakt mit den beiden Biwakierenden, welche eine kurze Pause auf dem Pass einlegen - und uns später nachfolgen. Der Gang durch die Ostflanke ist ein atemberaubend schöner: meist gut mit Drahtseilen gesichert, traversieren wir auf oft schmalem Band die teils sehr steile, abschüssige Wand - im Auf und Ab legen wir die luftige Traverse zurück  - und steigen schliesslich - hier gegen die Steilflanke zusätzlich mit „Fangnetzen“ gesichert - zum ersten (kürzeren, dem zum Antronapass führenden vorgelagerten) NE-Grat auf. Zwischen den beiden erwähnten Graten ist in der Mulde ein Schneefeld unschwierig zu begehen, bis wir den Aufstieg im Geröll und abschnittweise blockigem Felsgelände beginnen können.

Wenn auch die Wegfindung meist unklar ist - nur wenige Steinmänner und gelegentliche Spuren bestätigen uns, in der Richtung zum Gipfel (welcher erst kurz vorher ersichtlich wird) aufzusteigen - so ist das Emporkraxeln im meist rötlichen, angenehmen, Fels ein Plaisir. Und wenn auch „nur“ 150 Höhenmeter zurückzulegen sind, so nimmt der „Gipfelsturm“ doch eine gewisse Zeit in Anspruch - umso mehr als der „Trümmerhaufen“ doch zuletzt „anständig“ aufsteilt … Nach den letzten, herrlichen Metern im festen Fels erreichen wir das stattliche Gipfelplateau des Jazzihorns - und die fantastische Aussicht zu den Saaser und Zermatter Grössen; wir frohlocken, und lassen uns zur behaglichen Gipfelrast nieder. Alsbald treffen hier nun auch die vom Biwak im Ofental gestarteten Edwige und Vincent ein - hier, und später nochmals am Ende des Abstiegs zur Traverse zur Jazzilücke wechseln wir einige nette Worte mit den beiden sympathischen Grenoblern.

 

Wie so oft sind während des Abstieges die besten Varianten deutlicher einzusehen - zusätzlich errichten wir zu den vorhandenen einige weitere Steinmänner; so ist’s wiederum ein Genuss, am oder in der Nähe des kaum ersichtlichen felsigen Gratrückens entlang abzusteigen. Wieder auf dem BWW angelangt, benutzen wir die nun deutlichen Wegspur - gelegentlich doch noch leicht anspruchsvoll, d.h. auf schmaleren Bändern - hinunter zum Antronapass.

 

Statt nun dem Weg ins Furggtälli oder dem erst ansteigenden Höhenweg zu folgen, wählen wir den weglosen, exakt in nördlicher Richtung verlaufenden, Gang über Felsplatten bis auf ~ 2840 m, hier erreichen wir den offiziellen Weg. Im Rückblick erkennen wir (was sich bereits früher abgezeichnet hatte), dass der vor kurzem erreichte Gipfel nun schon völlig wolkenverhangen ist; dagegen ist der Blick talauswärts ein sonniger, mit nur einzelnen Wölkchen an hohen Bergspitzen.

Lange, sehr lange, führt nun der „Höhenweg“ - mit einigen doch beachtlichen Gegenanstiegen oberhalb des Furggbaches, zum erst lange nicht erblickbaren Ziel der Wanderung; nahe Beerterrigg schalten wir nach 2 h Marsch im zwar schönen und urigen Tal und Berggelände eine Pause ein - eine attraktive Steilpassage im Fels haben wir zuvor eben zurücklegen dürfen.

Ein weiterer gesicherter An- und Abstieg nach Öügschtchumma leitet dann an einem eindrücklichen alten Felssturz vorbei endlich über zum finalen, schliesslich steilen, Abstieg zur Bergstation des Sesselliftes auf Heitbodme.

 

Hier gönnen wir uns die (Gratis)-Fahrt hinunter nach Furggstalden (Heitbodme), wo wir beschliessen, auf die gut 70 Höhenmeter Anstieg zum Sessellift auf Furggstalden (Saas-Almagell) zu verzichten - und direkt, auf dem (nicht auf der LK eingezeichneten) WW im Wald nach Saas-Almagell, Sportplatz, abzusteigen - im leichten Trab bewältigen wir die rund 130 Abstiegsmeter (im Hinterkopf die vage Hoffnung, der Postautokurs könnte verspätet sein);und exakt dann, wo wir an der Postautohaltestelle eintreffen, steuert der Kurswagen diese an J

So gönnen wir uns nach der Ankunft im Mattmark im dortigen Restaurant Getränke und eine feine Suppe, bevor wir uns, nach diesem exzellenten Bergtag, auf die längere Heimreise machen.

 

ñ 2 h bis P. 2721 m

 

ñ 1 ½ h bis Jazzihorn

 

ò 2 h bis Beerterrigg 


Tourengänger: Ursula, Felix


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