Alpinerunning Allalinhorn SW Überschreitung und Alphubel


Publiziert von jakobme , 3. August 2016 um 17:22.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum: 1 August 2016
Hochtouren Schwierigkeit: ZS
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 11:30
Aufstieg: 3400 m
Abstieg: 3100 m
Strecke:34.9 km
Unterkunftmöglichkeiten:Zeltplatz Zermatt

[Disclaimer: Dieser Bericht soll kein direkter Ansporn zu Nachahmung sein sonders schildert nur meine Unternehmungen und soll eventuell inspirieren]

Nach meiner beiden Solo-Touren aufs Rimpfischhorn und Allalinhorn in den Tagen zu vor ist für die heute Tour mein Kollege Stephen nach Zermatt gekommen. Eigentlich war der Plan das Matterhorn in einem Tag von Zermatt aus zu besteigen jedoch würden die Bedingungen wegen den teils starken Regenfällen am Vortag nicht besonders gut sein. Als uns das Hüttenpersonal der Hörnlihütte dann am Telefon sagte, dass keine Bergführer planten, am nächsten Tag Richtung Gipfel zu starten entschlossen wir uns ein alternativ Ziel anzugehen. Die Entscheidung fiel dann auf den Alphubel mit eventueller Überschreitung des Allalinhorns wenn die Bedingungen und Physis stimmen sollte.
 
Gestartet sind wir bei Nieselregen um 5:15 Uhr in Zermatt. Zuerst hoch Richtung Tufteren und dann weiter auf dem Europaweg nach Ottafe (Bemerkung: Der Europaweg ist momentan wegen Steinschlag offiziell gesperrt. Da es sich aber nur ein etwa 50m breites Stück bezieht kann der gut begangen werden wenn man diese Stelle schnell passiert.). Gegen 8 Uhr erreichten wir die Täschhütte und legten erst mal eine Pause mit warmen Getränken ein. War es bis hierhin noch scheusslich nass und kalt besserte sich daraufhin das Wetter im Aufstieg zum Albhubelgletscher. Da wir uns gut fühlten und die Sonner sogar ab und zu hinter den Wolken heraus kam entschieden wir uns auch das Allalinhorn anzugehen. Etwas östlich vom Punkt 4321 stiegen wir dann auf den Mellichgletscher ab. Von einer früher gestarteten Seilschaft hatte es sogar schon eine Spur welche direkt auf den Allalinpass und zum Einstieg in den Süd-West Grat führte.
Der Anstieg über den Grat machte dann besonders in den Felspassagen richtig Spass. Da es teilweise etwas Schnee auf den Felsen hatte und es zwischendrin Schneefelder hat sind wir den ganzen Grat in Steigeisen geklettert. Gesichert haben wir nicht.
Gegen 12:45 Uhr waren wir dann auf dem Allalinhorn. Auf der schon viel begangenen Spur konnten wir dann in wenigen Minuten ins Feejoch runter laufen. Der kurze Grat rüber zum Feechopf bot dann erneut klasse Kletterei. Nicht besonders schwer jedoch ist es fast unmöglich diese anständig abzusichern. Im Alphubeljoch haben wir dann einige Seilschaften getroffen welche sich schon im Abstieg befanden wir entschieden uns jedoch noch über die Eis-Nase auf den Alphubel zu steigen. Diese etwa 400 Höhenmeter zogen sich noch recht aber gut eine Stunde später standen wir auf dem Gipfel. Vom Allalinhorn Gipfel rüber zum Alphubel haben wir ziemlich genau 2 Stunden gebraucht und doch recht die Höhe gespürt.
Abgestiegen sind wir dann wieder auf dem gleichen Weg runter ins Albhubeljoch. Auf dem Alphubelgletscher hatte es perfekten Schnee um zügig abzufahren (teilweise auf dem Füssen und teilweise aufm Arsch).
Das Bergablaufen zur Täschhütte war dann super spassig, da die Beine noch gut genug waren um richtig ordentlich Speed zuzulassen. Ausserdem ist der Weg da richtig schon flowig.
Auf der Hütte haben wir dann erneut eine Pause eingelegt. Diesmal um Kuchen zu essen. Beim erneuten Start waren die Beine dann plötzlich schon nicht mehr ganz so frisch aber was solls hatten wir doch noch ein Stück bis Täsch vor uns. Kurz unterhalb von Eggenstadel hatten wir dann aber das Glück, dass zwei nette Holländerinnen uns im Auto bis nach Täsch mit nahmen.
Von Täsch ging es dann mit dem Zug erst zurück nach Zermatt um die restlichen Sachen zusammen zu packen und dann von da aus mitm Zug wieder zurück nach Zürich.
 
Wettertechnisch hatte ich es wirklich super getroffen was mir dann auch diese drei genialen Touren ermöglichte. 4 4000er in 5 Tagen ist ja schon keine so schlechte Ausbeute. Gleichzeitig habe ich schon wieder Ideen für viele weitere Touren bekommen.
 
Danke an Stephen für die Gesellschaft und den coolen Tag in den Bergen.
 

Die Ausrüstung die ich für die Tour benutzt habe:
- Trailrunning-Schuhe (Inov8 X-Tallon 212 aber spielt eigentlich keine Rollte welche. Diesmal habe ich welche mit etwas tieferem Profil genommen, da ich davon ausgegangen bin, dass wir deutlich mehr auf Schnee ohne Steigeisen unterwegs sein werden was sich dann auch bewahrheitet hat. Die Schuhe haben jedoch eine sehr weiche Sohle was bei schwierigerem Mixed-Klettern mit den flexiblem Steigeisen problematisch wäre.)
- SealSkinz Wasserdichte Socken (Für den Teil auf Schnee. Meiner Meinung nach ist die Kombination um Welten besser als GoreTex Schuhe, da kein Schnee oben rein kommen kann und man atmungsaktive Schuhe mit normalen Socken für den trockenen Auf- und Abstieg hat. Haben sich wieder extrem gut bewährt hatte ich doch den ganzen Tag in Teil knietiefem Schnee trockene Füsse.)
- Kahtoola KTS Steigeisen
- Camp Alp Racing Klettergurt plus 2 Bandschlingen und 2 Karabiner
- Leichtpickel
- 30m 8mm Halbseil (wenn man schon zu zweit unterwegs ist und Gletscher quert habe ich es mit genommen es ist jedoch den ganzen Tag im Rucksack geblieben.)
- Salomon Peak 20 Rucksack (gross genug aber mit dem Tragsystem eines Laufrucksacks viel besser zum laufen und mit praktischen Flaschen und Fächers für Snacks auf der Vorderseite. Die Pickelhalterung musste ich jedoch selber dran modifizieren.)
- Shorts und ne lange Softshell Hose für den oberen Teil.
- Wasserdichte Jacke und ne leichte winddichte Jacke
- Handschuhe, Mütze, Sonnenbrille, etc.

Tourengänger: jakobme


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