Kurzbericht 

Mittler- & Vorder Tierberg mit NE- Wand Abfahrt + Giglistock


Publiziert von Dolmar , 10. Mai 2016 um 23:36.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Oberhasli
Tour Datum: 7 Mai 2016
Ski Schwierigkeit: SS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-UR 
Aufstieg: 2180 m
Abstieg: 2180 m

Zum zweiten mal im Sustengebiet unterwegs, schon die Anreise  durch die Zentralschweiz ist sehr kurzweilig.
Bei der Zufahrt durchs Gadmertal kommen Erinnerungen an den letzten Sommer auf, die Kletterei am Tällistock. Am Steigletscher ist dann der Parkplatz schon recht belegt mit Übernachtungstürlern. Meine Wenigkeit findet aber noch ein ebenes Plätzle zum nächtigen. 

Für den morgigen Tag sind ca. 1600  Höhenmeter zu machen also kann ich getrost etwas später aufstehen.

Wecken um 4:00 Uhr, Abmarsch bei klarer Nacht um 4:30 Uhr auf hart gefrorenem Schnee.
Über Umpol nördl. des Bocksberg vorbei auf den Steigletscher.
Die Steilstufe am unteren Bruch ist prächtig eingeschneit, auch hier im Sustengebiet ideale Tourenbedingungen
Auf autobahnmäßigen Aufstiegsspuren geht es zügig voran.
Zuerst Richtung Tierberglihütte, etwa auf Höhe 2750m halte ich mich gegen die Gwächtenhorn Nordwand.
Weiter unter dieser auf dem Gletscher hinauf, teils vorbei an schönen Serac`s zur Tierberglimi.
Von dort die letzten 100Hm leicht über den breiten Gratrücken zum Mittler Tierberg.

Mit so einer vorhandenen Aufstiegsspur geht das recht flott, bereits um 7:15 Uhr bin ich am ersten Gipfel
2 3/4 Std. für knapp 1600 Höhenmeter das ist schon nicht ganz schlecht.
Die Abfahrt geht nun Anfangs ein Stück am Grat entlang und dann in Top Powder ziemlich direkt zur 
Tierberglilücke, Die Steilheiten bewegen sich hier meistens im Idealgelände 40° Grad, lediglich kurz vor der Tierberglilücke ist erstens mal der Durchschlupf zwischen Fels und Eisbruch zu treffen, und zweitens kurz kräftig Steil.
Irgendwie hab ich den Durchschlupf von oben kommend nicht optimal gefunden, bzw. ich Stand am richtigen Fleck, konnte aber außer einer angedeuteten Spalte unten an der Tierberglücke nichts sehen, somit war auch nicht klar ob ich noch bei den Felsen bin oder nicht. Also habe ich mich noch weiter nach links gewagt, und bin dann letztlich am Beginn des  Eisbruch`s durchgehuscht.
Von unten gesehen war dann alles ganz logisch und klar.

Ist eben alles eine Frage des Standpunktes.

Erneutes anfellen für die 100 Hm Aufstieg hinüber zum Vorder Tierberg, die sind schnell gepackt.
Die Einblicke in die Nord-Ost-Wand sind doch Respekt einflößend.
Vor allem wenn direkt vom Gipfel abgefahren werden will, da geht`s kurz durch eine Felsstufe hindurch.

Ich nehme jedenfalls meine Ski mit auf den Gipfel. 
Es hätte auch die Möglichkeit gegeben unterhalb der Felsstufe in die Wand vom Grat her hinein zu queren.
Aber wenn schon denn schon.
Nach dem Umbauen und einer Pause. Zwei mal tief durchschnaufen dann Stechen meine Ski um 9:30 Uhr in die steile NE-Wand. Oben hält der Schnee ganz gut, bereits um diese Uhrzeit hat die Sonne denn Schnee sulzig werden lassen.
An der Felsstufe wird es mal kurz richtig Steil da sind 55 ° Grad locker drin.

Nach der Felsstufe geht`s in tiefem aber gutem Powder lässig hinab. Es ist noch immer an die knappe 50° Grad steil, es wird aber immer flacher, bei ca. Höhe 2600 wird nach Westen abgebogen auf den
Steinlimigletscher. Die Schneeverhältnisse sind hier unten aber nicht mehr der Brüller, es wechseln eine tragende Schneedecke mit Bruchharsch ab.

Hier ist es an der Zeit eine Begegnung aufzuführen. 
Ein anfänglicher Plausch mit einem aufsteigendem Türler entpuppt sich zufällig zu einer Erinnerung an ein gemeinsames Erlebnis.

Und war an den Wächtenbruch letzten Jahres am Galenstock, Er war einer derjenigen die so wie ich Dusel hatten, und mir noch geholfen haben meine Ski aus dem Lawinenschnee auszubuddeln.
Wir sollten uns an diesem Tag nochmal zufällig treffen, und zwar Nachmittags im Restaurant Steigletscher.

http://www.hikr.org/tour/post93991.html

Um 10:00 Uhr unten auf dem Steinlimigletscher beginne ich zu überlegen was nach einer rasanten Abfahrt mit dem angebrochenen Tag noch zu machen wäre, Bier trinken scheint mir doch noch zu früh.
Entschließe ich mich für einen erneuten Aufstieg auf den leicht zu erreichenden Giglistock.
Bei brütender Hitze gehts über den Gletscher  3- spurig nebeneinander hinauf. Gut durchgeschwitzt stehe ich 5/4 Std. später am Giglistock. Mächtig Betrieb hier oben, Ich genieße ein kurzes Sonnenbad und die Einsamkeit mit weiteren ca. 25 Touren Gehern.

Nun aber flott hinab, der Schnee ist fast schon zu tief.
Ich komme aber noch gut durch, sogar das stöckeln nach und ab Umpol fällt minimal aus.

Um kurz von 11:30 Uhr bin ich dann wieder am Parkplatz.

Insgesamt ein sehr schöner Tag. 

Hier noch ein Link zu einer Befahrung der Vorder Tierberg NE- Wand. 2 Tage vor mir. Nettes Video
http://www.gipfelbuch.ch/gipfelbuch/detail/id/80490/Skitour_Snowboardtour/Vorder_Tierberg

Da waren die Schneeverhältnisse noch besser, so wie bei mir am Tödi vor 2 Tagen, und zugegeben die können schon noch besser Ski fahren als ich.



Tourengänger: Dolmar

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