Besuch bei den Troglodyten


Publiziert von Zaza , 16. Dezember 2008 um 12:16.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Bern Mittelland
Tour Datum:12 Dezember 2008
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 
Zeitbedarf: 2:00
Aufstieg: 400 m
Abstieg: 400 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo krauchthal mühle
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo bolligen
Kartennummer:1167

Zwischen Bern und Krauchthal, an den nördlichen Ausläufern des Bantigermassivs, leben vermutlich die letzten Höhlenbewohner der Schweiz. Nun sollte man sich da aber nicht so etwas wie die Anfangssequenz von „2001 – A space odyssey“ vorstellen; nein, diese Höhlenbauten sind durchaus modern eingerichtet. Sie sollen bereits seit vielen Jahrhunderten bewohnt sein; aktenkundig ist eine dauernde Belegung seit dem 16. Jahrhundert und bei Grabungen kamen sogar Gegenstände aus der Zeit der alten Römer zum Vorschein. Aktuell ist eines der sog. Fluehüsli sogar zu kaufen, vgl. hier. 

Zur Zeit von Jeremias Gotthelf war die Sache noch preiswerter, schreibt er doch ein einer Erzählung "...die bekannten Felsenwohnungen des Lindentales, sie sind armer Leute Schutz und Zufluchtsort. Dort fordert der Hausherr keinen Hauszins, der Hausherr ist Gott. Dazu sind sie noch solider als viele Paläste der Neuzeit, es ist noch keine eingefallen, es hat aber kein Baumeister sie gebaut, der Baumeister war Gott."
 
Vermutlich wäre diese Wohnlage für einen Bergsteiger attraktiv: Einerseits gibt es jeden Tag ein paar steile Höhenmeter zu bewältigen, bis man daheim ist. Und wenn man einen leistungsfähigen Schutzengel hat, kann man im senkrechten Sandstein ein paar Routen einrichten. Andererseits hat man einen guten Blick zum höchsten Berg der Schweiz (gemäss einem alten Scherz ist das der Thorberg...wenn man hinaufgestiegen ist, dauert es länger als bei jedem anderen Berg, bis man wieder unten ist).
 
Ob es denn angenehm ist, dass ein markierter Wanderweg direkt vor dem Fenster verläuft, ist eher zweifelhaft. Immerhin ist diese Wanderung zwischen Krauchthal und dem Bantiger recht interessant, sie weist sogar einige luftige Stellen auf (mit Drahtseilen gesichert). Besonders reizvoll ist sie, wenn es mal wieder Schnee bis ins Flachland hat.
 
Route:
Mit dem Velo bis Bolligen und mit dem Bus (Linie Bolligen – Hindelbank) bis Haltestelle Mühle. Nun dem Wanderweg entlang über den anfangs schmalen Rücken zu den Fluehüsli, weiter zur Klosteralp und zum Bantiger. Dann über den Chatzestyg runter nach Ferenberg (Einkehr im Gasthof Alpenblick) und über Flugbrunnen (wo man direkt vom Bauern Äpfel und allerhand anderes kaufen kann) zum Bahnhof Bolligen zurück.

Tourengänger: Zaza

Galerie


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Kommentare (3)


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ABoehlen Pro hat gesagt:
Gesendet am 16. Dezember 2008 um 13:43
Danke für diesen Bericht. Da ich in Bolligen aufwuchs, ist mir diese Gegend bestens bekannt und meine ersten Alpinwandererfahrungen habe ich auch dort gemacht. Vor allem nördlich und östlich des Bantigers ist das Gelände recht ruppig mit teils spektakulären Sandsteinformationen, wie jene bei den Fluehüsli.
Wenn ich mal dazukomme, werde ich einige dieser Routen wieder aufsuchen und hier beschreiben.

Bombo hat gesagt: RE:
Gesendet am 16. Dezember 2008 um 23:23
salü zaza

war jetzt gerade mal auf der verkaufsseite des fluehüslis - hey wow... das hab ich in diesem stil jetzt wirklich noch nie gesehen und zugegeben, müsste man nicht auf den groschen achten, so könnte ich es mir also sehr gut vorstellen, in einer solchen "luxus-höhle" zu wohnen. wie du sagst, mit der nötigen schützenhilfe könnte man gleich oberhalb des dachs einen persönlichen klettergarten einrichten, einer, den man seinem eigenen skill-level immer wieder neu anpassen kann. in den wintermonaten müsste man noch einen glühwein-automaten installieren, für die sommermonate eignet sich wohl eine soft-ice- und öpfelmoscht-maschine. mit noch ein bisschen kleingetier könnte man auch die kleinen hinauflocken und während die dann ihren streichelzoo geniessen, würden die eltern bei einem guten glas frischen weisswein verwöhnt werden... tja, träumen darf man ja - langweilig würde es einem dort wohl nicht werden...

schöner und informativer bericht - danke dir dafür.

gruss
dominik


Zaza hat gesagt: RE:
Gesendet am 17. Dezember 2008 um 08:07
Salut Dominik,

hier sind die Vor- und Nachteile einer Wohnhöhle übersichtlich aufgelistet. Im konkreten Fall ist allerdings lästig, dass es absolut keine Abendsonne gibt...

Gruess, zaza


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