Rad statt Bächistock


Publiziert von justus Pro , 12. Oktober 2015 um 07:24.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum: 3 Oktober 2015
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   Glärnischgruppe 
Zeitbedarf: 9:15
Aufstieg: 1600 m
Abstieg: 2100 m

Das Rad ist ein relativ unscheinbarer Gipfel. Eigentlich ist es nur der höchste Punkt auf dem Grat zum Bächistock. Doch bietet die Route durch die Südwand anregende Kraxelei.

Den Fahrplan sollte ich mehr als ein Jahr nach der Umstellung kennen, trotzdem schaffe ich es im falschen Zug zu sitzen, was ich erst merke als es von Schwanden zurück auf Glarus geht. Nach diesem Missgeschick starte ich eine Stunde später als geplant in Luchsingen und kann der Versuchung nicht widerstehen die Brunnenbergbahn zu nehmen.

Schon von der Brunnenbergbahn kann man einen Blick auf die Südwand des Bächistock werfen, meinem Ziel für heute. Von hier aus sehen die Verhältnisse gut aus, das heisst kein Schnee im Couloir.

Der Föhn sorgt anfangs für schönes Wetter und ich schaffe es schneller zu wandern, als der Hochnebel steigt. Vom Bösbächi Mittler Staffel geht es auf dem blau-weiss markierten Wanderweg Richtung Zeinenfurggle. Je näher ich dem Bächifirn komme, desto zweifelhafter wird das Wetter. Eigentlich hätte der Föhn bis zum Abend halten sollen. Statt auf den Schutthalden bis zur Zeinenfurggel aufzusteigen steige ich rechts zur ersten Felswand hinauf (siehe Photo). Beim zweiten Versuch erwische ich dann auch einen einfachen Aufstieg und stehe bald auf dem ersten Schuttband.

Auf dem Schuttband geht es nach links, wo man auf die von Schlomsch hier beschriebene Route trifft. Die von Schlomsch beschriebene Variante ist sicher schöner, da man auf meiner Variante meist im Schutt läuft.

Nun gilt es nochmal das Wetter zu beobachten. Leider hat es inzwischen so dunkle Wolken und der Föhn scheint auch zusammenzufallen, so dass ich mich gegen den Weiteraufstieg zum Bächistock entscheide und stattdessen das Rad anvisiere. Das geht nun ziemlich einfach, doch muss man auch hier die Griffe und Tritte prüfen. Der zusammenfallende Föhn in Verbindung mit dem Hochnebel zaubert im Tal eine ganz fantastische Stimmung, so dass ich den einen oder anderen Photostop einlege.

Als ich schliesslich auf dem Radgipfel stehe ist es dann leider wirklich vorbei mit dem guten Wetter. Der Nebel hüllt das Rossmattertal ein und es nieselt leicht. Also nur eine kurze Pause und ein Eintrag im Gipfelbuch. Seit meinem letzten Besuch vor 3 Jahren hat es immerhin 7 Einträge.

Auf dem gerölligen Abstieg verpasse ich wieder die Idealroute, aber eigentlich kann man nicht viel falsch machen. Von der Zeinenfurggel nehme ich wiederum den Wanderweg bis zum First. Zu meinem Ärger frischt der Föhn wieder auf und es wird richtig sonnig. Nun auch das kann man geniessen und ich liege eine halbe Stunde auf dem First in der Sonne.

Weiter geht es hinunter zur Bösbächibeiz, wo ich keine Lust verspüre weiter hinunter unter den Hochnebel zu wandern. So sitze ich eine weiter Stunde in der Beiz in der Sonne, bevor ich hinunter nach Luchsingen steige.

Trotz des verpassten Gipfelziels ein schöner Tag auf dem Rad. Die Gegend dort oben ist einfach eindrücklich. Über dem Hochnebel lohnt sich auch ein Nachmittag in der Beiz :) Eine Woche später bin ich dann durch die Südwand auf den Bächistock. Bericht folgt.

Tourengänger: justus


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