Back to the Roots


Publiziert von mde , 6. Oktober 2015 um 08:33.

Region: Welt » Schweiz » Zürich
Tour Datum: 3 Oktober 2015
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Zürcher Oberland   CH-ZH 

Zurück zu, oder eben auch zurück an die Wurzeln, das war das Motto. Im Kinder- und Jugendalter hatte ich mich oft in den Wäldern meiner Heimat, dem Tössbergland herumgetrieben und war über steile Wurzelpassagen und brüchige Nagefluhfelsen geklettert. Später verlagerte sich dann mein Fokus auf "echte Felsen" und hohe Alpenwände. Früher hatte ich mich nie in die Einsamkeit des Bärtobels und der Hörnli Westwand verirrt, doch jetzt...

Nach anderen Verpflichtungen war ein Zeitfenster da, welches für einen kleinen Ausflug genutzt sein wollte. So ging es per Velo von daheim in weniger als einer halben Stunde bis zum Bikedepot etwas hinter P.742 im Nideltobel. Dort dann gleich zügigen Schrittes los und im trockenen Bachbett aufwärts. Mit dem Studium von Routenbeschreibungen hatte ich mich nicht aufgehalten, den wesentlichen Merkpunkt ("im Bachbett bis zur Verzweigung, dort auf den Sporn") hatte ich präsent. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ich es dann schaffte, hier einen Verhauer zu produzieren. Bei der ersten (falschen) Bachverzweigung etablierte ich mich auf dem Bärtobel-Sporn, der zu P.1007 hochführt.

Ich war beileibe nicht der erste, der diesen Weg gewählt hat. *Hier ist derselbe Lapsus z.B. von AlpinRise dokumentiert. Wegspuren waren vorhanden und im T4-Gelände ging es bergwärts. Als ich mir nach 100hm Gewahr wurde, dass ich nicht korrekt unterwegs war, mochte ich nicht mehr absteigen. Bald hatte ich die Fuhre erreicht, welche von der Heiletsegg zurück in den Bärtobel-Kessel führt. Beim Hexenhäuschen (Bild) endet diese, und beständig schwächer werdende Spuren queren die gesamte untere Hörnli-Westwand mehr oder weniger horizontal.

Schliesslich rückte der ominöse Veloanhänger (Bild) ins Blickfeld, leichter wäre der korrekte Westwand-Sporn nirgendwo sonst zu erkennen gewesen. Nun also aufwärts, bis zum Hörnligubel-Weg warten keine Schwierigkeiten. Dann der obere, anregendere Teil. Das Wandbuch hatte offenbar durch Vonti kurz zuvor einen neuen Platz gefunden. Nach kurzer Lektüre ging's weiter aufwärts, bald war der Gipfel erreicht. Vom Bikedepot hatte ich trotz meinem Umweg weniger als eine Stunde gebraucht.

Nach kurzem Panorama-Genuss ging's zügig abwärts, via Chlihörnli - Heiletsegg retour zum Bikedepot. Nun noch der Endspurt auf dem Velo, nur wenig mehr als 2 Stunden nach meinem Aufbruch trat ich daheim bereits wieder in die Stube. Das war nun echt ein vergnüglicher Ausflug gewesen. Ohne die Originalroute zu kennen, stellt die von mir begangene Variante vermutlich eine interessante Alternative zur klassischen Route dar - ein Verhauer bleibt's natürlich trotzdem.
 

Tourengänger: mde


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