Vom Ankogel zum Hohen Sonnblick - über den Tauernhöhenweg


Published by his , 5 November 2015, 18h25.

Region: World » Austria » Zentrale Ostalpen » Goldberggruppe
Date of the hike: 3 August 2015
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Climbing grading: I (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: A   A-S   A-K 
Time: 6 days
Height gain: 5500 m 18040 ft.
Height loss: 5500 m 18040 ft.
Route:75 km
Access to start point:Gasteiner Tal, großer kostenfreier Parkplatz im Anlauftal
Maps:Gasteiner Tal - Goldberggruppe, Kompass, Nr. 40

Diesmal verwirklichten wir ein Projekt, welches mir schon länger vorschwebte, die Begehung des Tauerhöhenweges zwischen Ankogel (3.252 m) und Hohen Sonnblick (3.106 m). Die Wettervorhersagen waren dafür ausgezeichnet und wir hatten auch ausreichend freie Tage dafür zur Verfügung. Im allgemeinen wird diese Tour wie hier beschrieben häufig begangen, aber es gibt auch Abschnitte die durchaus pfadfinderische Fähigkeiten voraussetzen.

1. Tag: Anlauftal - Korntauern - Hannoverhaus
Wir starten nachmittags am Parkplatz im Anlauftal in der Nähe der Bahnverladung. Anfangs geht es auf breiten Fahrweg in das Tal hinein. Nachdem der Weg auf die linke Talseite wechselt, kommen wir an den Abzweig zum Pass Korntauern. Dort queren wir wieder den Bach und es geht für lange Zeit brutal in der Nachmittagshitze aufwärts. Nachdem wir den Bergwald hinter uns gelassen haben, durchqueren wir freies Almgelände mit reichlich Blaubeersträuchern, die zur Pause einladen. Irgenwann schafffen wir es bis zum Pass Korntauern. Ab hier geht es wieder etliche Höhenmeter abwärts bis zur Wegkreuzung des Tauernhöhenweges (Duisburg-Hannover-Weg). Dort angekommen ist auch die Seilbahnstation und das Hannoverhaus sichtbar. Bis dorthin ist noch einiges an Wegstrecke zu absolvieren. Auch erkenne ich, dass das neue Hannoverhaus entgegen dem alten unter der Seilbahnstation steht, so dass die noch zu bewältigenden Höhenmeter moderater ausfallen. Leider steht das so in meiner Karte nicht drin, obwohl diese mir in aktueller Laufzeit vorliegt. Dafür kommen wir letztendlich früher an unser Tagesziel. Der Neubau des Hannoverhauses ähnelt mehr einem Hotel als einer klassischen Berghütte. Schuld daran ist sicherlich auch der gute Seilbahnanschluss. Dagegen sind alle Fusswege zum Neuen Hannoverhaus lang und nicht immer einfach.

2. Tag: Hannoverhaus - Ankogel - Hannoverhaus - Mindener Hütte
Nach einer bequemen Nacht im Neuen Hannoverhaus starten wir zum Ankogel mit nahezu null Gepäck. Der Weg ist bis zum Gipfel gut markiert und nicht zu verfehlen. Bis zum Kleinen Ankogel ist immer ein Weg vorhanden. Für die restlichen Höhenmeter sind dann teilweise die Hände nötig. Im unteren Teil gab es bei uns noch ein größeres Schneefeld, welches zu früher Stund betonhart war. Wenn aber die Sonne einmal daraufscheint, ist dieses sehr gut zu begehen. Nach einer ausgiebigen Gipfelrast gehen wir auf selbigen Weg zurück zum Hannoverhaus. Dieses ist jetzt durch die Seilbahngäste gut frequentiert. Nach einer Mittagspause beschliessen wir, den Abschnitt des Tauernhöhenweges bis zur Mindener Hütte noch heute zu gehen, zumal eine weitere Nächtigung wegen Vollbelegung im Hannoverhaus nicht möglich war. Nach gemütlicher Wanderung auf dem Tauernhöhenweg bei hochsommerlichen Temperaturen erreichen wir nach ca. drei Stunden die Mindener Hütte. Diese ist eine gut ausgestattete Selbstversorgerhütte für ca. zehn Personen. Wir waren hatten dort noch einen lustigen Abend mit insgesamt sechs Personen.

3. Tag: Mindener Hütte - Hagener Hütte - Duisburger Hütte
Nach überstandenem Gitter in der Nacht haben wir wieder einen warmen sonnigen Morgen, den wir nutzen zügig auf dem Duisburger-Hannover-Weg bis zur Hagener Hütte weiterzulaufen. Dieser Weg schlängelt sich mit wenig Höhenunterschieden durch etliche Bergflanken bis zu unserm Zwischenziel Hagener Hütte. Hier ist erst einmal Mittagspause angesagt. Danach beschließen wir über den Hagener Weg bis zur Duisburger Hütte durchzulaufen. Dieser führt vorerst einmal bergab durch schuttige Bergflanken mit Altschneeresten, um dann wieder in etlichen Serpentinen anzusteigen bis zur Feldseescharte. Hier steht das Dr. Rudolf-Weißgerber-Biwak, welches lediglich ein geschlossener Unterstand ist. Von hier oben aus ist die Duisburger Hütte zu erahnen. Bis dorthin ist es aber noch weit. Jetzt geht es steil bergab und man gelangt an ein großes permanentes Schneefeld, welches rechtshaltend überquert werden muss. Man muss dabei einen Markierungspunkt hinter dem Schneefeld anpeilen um wieder auf eine Pfadspur zu gelangen. Wenn das geschafft ist, müssen nur noch einige Runsen und Schneefelder gequert werden. Insgesamt gesehen scheint dieser Wegabschnitt nicht übermässig häufig begangen zu werden. Nach ca. 4-5 Stunden von der Hagener Hütte aus erreicht man dann die Duisburger Hütte.

4. Tag: Duisburger Hütte - Fraganter Scharte - Hoher Sonnblick
Nach einer ruhiger Nacht und hervorragender Beköstigung in der Duisburger Hütte, erwartet uns wieder ein sonniger Morgen. Wir müssen 100 Höhenmeter absteigen um auf den Weg am Hochwurtenspeicher in den Talschluss zu gelangen. Hier treffen wir auf einen Hobbygeologen, der sich viel Zeit nimmt uns geologische Besonderheiten des Gletscherrückganges des Hochwurtenkees und des historischen bergbaus zu erklären. Im Talschluss führt der weg markiert durch eine Gerölllandschaft erst flach, dann steil aufwärts zur Fraganter Scharte. Hier bleiben wir auf dem Kamm und verfolgen diesen bis zur Niederen Scharte. Von hier aus ist unser Tagesziel der Hohe Sonnblick schon sehr präsent. Leider müssen wir wieder bergab bis zum sichtbaren Gletschersee. Der ursprüngliche Wegverlauf des Tauerhöhenweges tangential über die Gletscher Richtung Rojacher Hütte ist im Sommer wegen völliger Ausaperung der Gletscher und erheblicher Steinschlaggefahr nicht möglich. Nachdem wir uns anfangs auf markierten Spuren bergab bewegt haben ist dann Feierabend mit Weg und wir nehmen die direkte Linie zum Gletschersee, die mit einer typisch skandinavischen Flussquerung endet. Nach Pause am Gletschersee am Fuss des Goldbergkees suchen wir den Weg zur Rojacher Hütte. Glücklicherweise finden wir einige kaum noch sichtbaren Markierungen, die uns bis zum Hauptweg und dann weiter bis zur Rojacher Hütte führen. Die Rojacher Hütte ist unbedingt einen Besuch wert, einmal wegen der tollen Lage und seiner vorzüglichen Bewirtung. Trotz Miniaturformates dieser Hütte, kann man auch hier  übernachten. Wir wollen aber heute noch weiter hinauf zum Zittelhaus auf dem Hohen Sonnblick. Als Weg dort hinauf gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen über den felsigen Grat oder einem Schnee-/Gletscherfeld. Vor vielen Jahren bin ich schon einmal über das Schneefeld zum Gipfel unterwegs gewesen. deshalb wähle ich den Felsgrat. Über diesen kommt man flott vorwärts. Schwierige Stellen sind mit Seilen und Klammern abgesichert. Objektiv gesehen ist das der sicherste Weg zum Gipfel. Oben angekommen werden wir freundlich empfangen und beziehen unser Lager. Beeindruckend auf dem Gipfel ist, dass auf wenig Raum Berghütte und meterologische Station untergebracht ist. Wir könne einen tollen Sonnenuntergang und -aufgang geniessen.

5. Tag: Hoher Sonnblick - Neubau Naturfreundehaus - Niedersachsenhaus
Heute geht für uns wieder via Felsgrat und Rojacher Hütte bergab, vorbei an historischen Stätten der hiesigen Bergbauära des 19. Jahrhuderts, erst einmal zum Naturfreundehaus Neubau. Hier ist eine Pause angesagt, bevor wir auf den aufgelassenen direkten Weg hoch zum Niedersachenhaus nehmen. Dort angekommen geniessen den Nachmittag auf der Terrasse mit Blick auf die Nordhänge des Schareck.

6. Tag: Niedersachsenhaus - Oberer Bockhartsee - Anlauftal
Der letzte Tourentag bricht an, wir wollen zu unserem Ausgangspunkt im Anlauftal zurück. Da wir gut in der Zeit liegen, verlängern wir den Rückweg über den Senator-Beindorfweg zur Bockhartscharte. Unterhalb dieser begehen wir den H.-von Zimburgweg wieder aufwärts zur Miesbichlscharte. Dieser Wegabschnitt verlangt noch einmal Dschungelkampf. Ab der Miesbichlscharte wird der Weg einfach. Wir machen einen Schlenker um den Zitterauer Tisch und steigen dann via Böckfeldalm inkl. Einkehr nach Böckstein ab. Dann sind es nur wenige Kilometer bis in das Anlauftal, welches wir noch kurz vor einem großen Gewitter erreichen.

Hike partners: his


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Geodata
 26543.gpx 1. Tag, Anlauftal - Hannoverhaus
 26544.gpx 2. Tag, Hannoverhaus - Ankogel - Mindener Hütte
 26545.gpx 3. Tag, Mindener Hütte - Duisburger Hütte
 26546.gpx 4. Tag, Duisburger Hütte - Hoher Sonnblick
 26547.gpx 5. Tag, Hoher Sonnblick - Niedersachsenhaus
 26548.gpx 6. Tag, Niedersachsenhaus - Anlauftal

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