In 3 Tagen von Iragna (Riviera) nach Frasco (Val Verzasca)
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Wer vom Gotthard her die Leventina hinunterfährt, achtet kaum die Grösse der Hängetäler in der rechten steilen Flanke. Noch vor Biasca – oberhalb Personico – öffnet sich 500m über der Riviera das Val d’Ambra. Am Ende dieses Tales führt der Passo del Gagnone mit seinen 2217m ins Val d’Efra hinüber und somit ins obere Val Verzasca. Viele Zeugen der Vergangenheit, wie alte Alpgebäude und natürlich auch sensationelle Alpwege, sind omnipräsent. In der Hochblüte im 18. und 19. Jahrhundert und bis in 50er Jahre des 20. Jahrhunderts war der grösste Teil Wiese und Weide. Heute ist das Meiste mit Alpenrosen, Erlen und Laubwäldern überwachsen. Die Erhaltung von wenigen Siedlungen ist aufwendig und mit unglaublichem Freizeit-Einsatz verbunden. Aber es gibt sie noch – die freundlichen Freaks in diesem verlassenen Tal, die sich der alten Alpkultur annehmen!
1. Tag:
Wir starten bei brütiger Hitze in Iragna 287m. Oberhalb der Kirche beginnt ein gut markierter alter Alpweg in den schattenspendenden Wald hinauf. Zur Linken wäre noch ein kleines Steinbrücklein zu besuchen. Der sehr gut ausgeprägte Weg mit vielen Steintritten steigt diagonal nach rechts hinauf, um im obersten Teil nach Links nach Pozzo 989m abzuschwenken. Ein sehr netter Tessiner ermöglicht, dass wir unsere Wasservorräte ergänzen können. Grazie mille!
Durch die schön ausgebauten Häuser hindurch geht der Weg horizontal in den Wald hinein und steigt dann unerbittlich weiter an. Die Wegführung ist einmalig durch Flussgräben, an Felswänden vorbei und durch uralten Buchenwald. Über eine Pferdeweide geht’s dann nach Monda 900m hinunter. Und wieder begrüsst ein Ticinesi die beinahe verdursteten Seelen mit Eistee. Das ist sicher der Aufsteller des Tages. Saluti a Monda e grazie tanto!
Gut bedient ist, wer eine 1:25‘000-Karte bei sich hat. So können wir uns den Abstieg zum Bacino ersparen und direkt über einen wenig ausgeprägten Weg ohne grossen Höhenverlust bei Pt.881 zum Talweg hinüber wechseln. Bei Löbia ist der Stall nun eingestürzt und die Vespa endgültig begraben. Mit konstanter Steigung erreichen wir Cassinone 911m, dessen Häuser so langsam vor sich hin zerfallen. Hier führt eine Abkürzung direkt zum Talweg des Val Gagnone. Noch ein letzter Effort und wir erreichen das Rif. Tecc Stevan 1010m über die riesige Metallbrücke. Anfeuern, Einrichten, Nachtessen kochen: Spaghetti Bolognese. Da es kein Gas hat, kochen wir auf dem Feuer. Auf dem Metallbock können die Töpfe über dem Feuer gut positioniert werden. Wasser und Klosett mit Wasserspülung funktionieren. Gutes Matratzenlager mit super Wolldecken.
2. Tag:
Gut ausgeruht und erholt von den Strapazen von gestern verlassen wir nach dem Frühstück das Rif. Tecc Stevan 1010m und nehmen den Weg aufwärts durch das Val Gagnone. Zum Glück geht’s wieder durch den Wald, scheint es doch heute einen Hitzetag zu geben. Oberhalb Garina zweigt ein Weg nach links ins Valle di Rierna ab. Wir wählen den Weg geradeaus und steigen über die schöngepflegten Waldwiesen und Waldpassagen mit viel Totholz auf bis zur Alpe Gagnone. Gut sichtbar zielt der Weg zum Wasserfall auf der rechten Seite des riesigen Talkessels, welchen wir queren. Nun beginnt das Mühsal: Rechts des Flusses steigt in Direttissima der Weg über hohe, ermüdende Stufen und Tritte empor. Kumuliert mit der gleissenden Hitze eine wahre Strapaze. Wie sind wir erleichtert, als endlich der Weg nach links über den Bach nach Lavesc führt. Dort wurde einst Speckstein (Lavazz) abgebaut. Heute sind die Gebäude zerfallen, aber die Spuren des Abbaus geblieben. Auf dieser Alp steigen wir ganz nach links hinaus und über eine Steilstufe auf das nächste Plateau. Nun nach rechts zum Passo del Gagnone 2217m hinauf. Uff – geschafft. Und wir sind geschafft! Trotzdem rekognoszieren wir den Weg zur Bocchetta dello Scaiee und stellen fest, dass da noch recht Schnee liegt.
So quasi als Dessert folgt noch der Abstieg zur Cap. d’Efra SEV 2039m hinunter. In bergkollegialer Runde in vier Sprachen geniessen wir die Qualität dieser SEV-Hütte an der Via Alta Verzsaca. Solarbetriebene Outdoor - Dusche, Gasherd, kleines Esswaren- und Getränkeangebot. Alles tipp-top sauber.
3. Tag:
Wieder das Müesli mit den Bananenscheibchen und dazu veritablen Kaffee zum Zmorge. Aufbruch. Von der Cap. d’Efra SEV 2039m ist unser Weg vorerst identisch mit der VAV, welche hier über den Cramosino und Madom Gröss zur Capanna Cognora führt. Wenig nach der Capanna müssen wir ein Schneefeld queren, welche mich an die Grenze meines Könnens drängt. Besser wäre ein unten durch Steigen. Bei Furna 2148m trennen sich die Wege: Nach rechts hoch führt die VAV und wir steigen geradeaus auf die Rippe, genannt Costa. Auf der andern Seite sind einige kritische Steinbuckel, welche dank Eisenbügel gut überwunden werden können. Wir treten in den riesigen Alpkessel unterhalb des Cramosino ein und wandern über die Weiden nach Laghetto 2050m.
Unterhalb der Alp steigen wir an Sumpfgebieten mit Wollgras vorbei ab zum Rif. Alpe Costa 1941m. Mit diesem Bijou verbinden mich unauslöschliche Erinnerungen, war ich hier bei minus 7°C! Heute ist es einiges wärmer….
Wieder auf sehr gut unterhaltenem Weg steigen wir über die ehemaligen Alphöfe ab. Einige davon sind wunderbar unterhalten, andere am Zerfallen. Durch schattenspendende Wälder geht’s nun auf sichtbar altem Alpweg hinunter nach Frasco 885m.
Müde, aber im Innersten glücklich besteigen wir das Postauto.
1. Tag:
Wir starten bei brütiger Hitze in Iragna 287m. Oberhalb der Kirche beginnt ein gut markierter alter Alpweg in den schattenspendenden Wald hinauf. Zur Linken wäre noch ein kleines Steinbrücklein zu besuchen. Der sehr gut ausgeprägte Weg mit vielen Steintritten steigt diagonal nach rechts hinauf, um im obersten Teil nach Links nach Pozzo 989m abzuschwenken. Ein sehr netter Tessiner ermöglicht, dass wir unsere Wasservorräte ergänzen können. Grazie mille!
Durch die schön ausgebauten Häuser hindurch geht der Weg horizontal in den Wald hinein und steigt dann unerbittlich weiter an. Die Wegführung ist einmalig durch Flussgräben, an Felswänden vorbei und durch uralten Buchenwald. Über eine Pferdeweide geht’s dann nach Monda 900m hinunter. Und wieder begrüsst ein Ticinesi die beinahe verdursteten Seelen mit Eistee. Das ist sicher der Aufsteller des Tages. Saluti a Monda e grazie tanto!
Gut bedient ist, wer eine 1:25‘000-Karte bei sich hat. So können wir uns den Abstieg zum Bacino ersparen und direkt über einen wenig ausgeprägten Weg ohne grossen Höhenverlust bei Pt.881 zum Talweg hinüber wechseln. Bei Löbia ist der Stall nun eingestürzt und die Vespa endgültig begraben. Mit konstanter Steigung erreichen wir Cassinone 911m, dessen Häuser so langsam vor sich hin zerfallen. Hier führt eine Abkürzung direkt zum Talweg des Val Gagnone. Noch ein letzter Effort und wir erreichen das Rif. Tecc Stevan 1010m über die riesige Metallbrücke. Anfeuern, Einrichten, Nachtessen kochen: Spaghetti Bolognese. Da es kein Gas hat, kochen wir auf dem Feuer. Auf dem Metallbock können die Töpfe über dem Feuer gut positioniert werden. Wasser und Klosett mit Wasserspülung funktionieren. Gutes Matratzenlager mit super Wolldecken.
2. Tag:
Gut ausgeruht und erholt von den Strapazen von gestern verlassen wir nach dem Frühstück das Rif. Tecc Stevan 1010m und nehmen den Weg aufwärts durch das Val Gagnone. Zum Glück geht’s wieder durch den Wald, scheint es doch heute einen Hitzetag zu geben. Oberhalb Garina zweigt ein Weg nach links ins Valle di Rierna ab. Wir wählen den Weg geradeaus und steigen über die schöngepflegten Waldwiesen und Waldpassagen mit viel Totholz auf bis zur Alpe Gagnone. Gut sichtbar zielt der Weg zum Wasserfall auf der rechten Seite des riesigen Talkessels, welchen wir queren. Nun beginnt das Mühsal: Rechts des Flusses steigt in Direttissima der Weg über hohe, ermüdende Stufen und Tritte empor. Kumuliert mit der gleissenden Hitze eine wahre Strapaze. Wie sind wir erleichtert, als endlich der Weg nach links über den Bach nach Lavesc führt. Dort wurde einst Speckstein (Lavazz) abgebaut. Heute sind die Gebäude zerfallen, aber die Spuren des Abbaus geblieben. Auf dieser Alp steigen wir ganz nach links hinaus und über eine Steilstufe auf das nächste Plateau. Nun nach rechts zum Passo del Gagnone 2217m hinauf. Uff – geschafft. Und wir sind geschafft! Trotzdem rekognoszieren wir den Weg zur Bocchetta dello Scaiee und stellen fest, dass da noch recht Schnee liegt.
So quasi als Dessert folgt noch der Abstieg zur Cap. d’Efra SEV 2039m hinunter. In bergkollegialer Runde in vier Sprachen geniessen wir die Qualität dieser SEV-Hütte an der Via Alta Verzsaca. Solarbetriebene Outdoor - Dusche, Gasherd, kleines Esswaren- und Getränkeangebot. Alles tipp-top sauber.
3. Tag:
Wieder das Müesli mit den Bananenscheibchen und dazu veritablen Kaffee zum Zmorge. Aufbruch. Von der Cap. d’Efra SEV 2039m ist unser Weg vorerst identisch mit der VAV, welche hier über den Cramosino und Madom Gröss zur Capanna Cognora führt. Wenig nach der Capanna müssen wir ein Schneefeld queren, welche mich an die Grenze meines Könnens drängt. Besser wäre ein unten durch Steigen. Bei Furna 2148m trennen sich die Wege: Nach rechts hoch führt die VAV und wir steigen geradeaus auf die Rippe, genannt Costa. Auf der andern Seite sind einige kritische Steinbuckel, welche dank Eisenbügel gut überwunden werden können. Wir treten in den riesigen Alpkessel unterhalb des Cramosino ein und wandern über die Weiden nach Laghetto 2050m.
Unterhalb der Alp steigen wir an Sumpfgebieten mit Wollgras vorbei ab zum Rif. Alpe Costa 1941m. Mit diesem Bijou verbinden mich unauslöschliche Erinnerungen, war ich hier bei minus 7°C! Heute ist es einiges wärmer….
Wieder auf sehr gut unterhaltenem Weg steigen wir über die ehemaligen Alphöfe ab. Einige davon sind wunderbar unterhalten, andere am Zerfallen. Durch schattenspendende Wälder geht’s nun auf sichtbar altem Alpweg hinunter nach Frasco 885m.
Müde, aber im Innersten glücklich besteigen wir das Postauto.
Tourengänger:
Seeger

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