Von Sfakia nach Agia Roumeli mit Aradenaschlucht


Published by Frangge , 30 May 2015, 16h29.

Region: World » Greece
Date of the hike:13 May 2015
Hiking grading: T3+ - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: GR 
Time: 2 days
Height gain: 400 m 1312 ft.
Height loss: 400 m 1312 ft.

Der Frühling hat sich bis Mitte Mai ja doch eher kühl und durchwachsen gezeigt. Mehr Sonne und deutlich höhere Temperaturen haben wir uns in Kreta erwartet. Diese Erwartung sollte übererfüllt werden und während unserer Wanderungen sollte der Schweiss in Strömen fliessen. Berge haben wir ja daheim genug, deswegen sollte der Schwerpunkt etwas anders liegen: Küste und Schluchten sind die Themen der drei Wanderungen. Die ersten führt ein gutes Stück am europäischen Fernwanderweg E4 an der Südküste in der Sfakia. Wir lassen dabei die Aradena-Schlucht nicht aus.

Der Start ist in Chora Sfakion, dorthin hat uns der Bus aus Chania hingebracht. Es ist schon Nachmittag, wir wollen nur weniger mehr als eine Stunde laufen und dann an einer schönen Bucht unser Zelt aufschlagen. Zunächst geht der Weg eine asphaltierte Strasse entlang. Nach 20-30 Minuten treffen wir in einer Spitzkehre der Strasse auf des Hinweisschild des E4 Wanderweges. Wir haben noch ein wenig Höhe zu verlieren, die letzten paar Meter zum Kieselstrand sind leicht ausgesetzt und fordern etwas Kraxelei. Eigentlich völlig unproblematisch, aber das schwere Gepäck macht es nicht einfacher.

Am Strand sind wir nicht die einzigen, die zelten, obwohl Nebensaison ist. Wir sind das vierte Zelt. Wild zelten ist auf Kreta offiziell verboten, in der Sfakia aber meist geduldet. Die Tagesgäste am Strand gehen und wir können das kühle Lybische Meer so gut wie alleine geniessen. Wie der Name schon sagt, gibt es am Sweet Water Beach Quellen, die nur wenige Meter vom Meer entspringen. Kochen und Wasservorräte auffüllen ist also hier kein Problem. Generell allerdings ist es schon etwas schwieriger...

Am nächsten Tag kommen wir nach etwa einer Stunde Wanderung der Küste entlang in Loutro an. Dort gibt es Hotels und Restaurants, der Massentourismus ist an der Gegend allerdings Gott sei Dank vorbeigegangen. Wir gönnen uns in einem 'Mini-Market' Glace, Obst und mehr Wasser und verlassen Loutro Richtung Finix (oder Finikas oder Phoenix) dabei kommen wir ein verfallenen Häusern auf einem kleinen Hügel vorbei. Wie auch auf der ganzen Wanderung kreuzt sich unser Weg immer wieder mit dem der teils wilden Ziegen. Finix ist noch kleiner als Loutro und liegt in der wahrscheinlich schönsten Bucht auf dem Weg. Nur eine Bucht später sind wir in Lykos, wo es uns nicht so gut wie in Lykos gefällt. Nach der Ortschaft wird der Weg steil und ausgesetzt. Meine Mitwanderin traut sich das mit dem Gepäck nicht zu und wir ändern spontan unsere Route, kehren nach Lykos zurück und nehmen den Wanderweg bergauf nach Livaniana.

Es sind zwar nicht wirklich viele Höhenmeter nach Livaniana, aber die Mittagshitze und das Gepäck lassen den Schweiss in Strömen fliessen und das Trinkwasser schwindet noch schneller als gedacht. Livaniana selbst macht einen desolaten und verlassenen Eindruck. Es leben zwar noch Leute dort, aber vermutlich ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis das Dorf ausgestorben ist. Wir wandern an der Kirche vorbei und halten zunächst eben und dann leicht ansteigend auf die Kapelle Agios Athanasios zu. Dort haben sich Ziegen viele kleine Wege geschaffen und wir haben unsere Mühe den richtigen Pfad in die Schlucht hinab zu finden. Der Abstieg verläuft angenehm und kurz vor dem Schluchtboden befindet sich direkt neben dem Weg eine kleine Quelle, die zum Trinkwasser fassen gut geeignet ist.

Ich entschliesse mich, ein Stück die Aradena-Schlucht aufwärts zu gehen. Die Schlucht ist recht beeindruckend und der Weg wechselt mehrmals zwischen kiesbedecktem flachen Boden und felsig-gerölligen Stufen, durch die man dann gut markiert geleitet wird. Schliesslich kommt man an die ehemalige Schlüsselstelle: Zwei Leitern, die grosse Felsblöcke überwinden. Ehemalig, denn das ist sie nicht mehr, da sie mittlerweile mit einem komfortablen Steig umgangen werden kann. Bevor ich umkehre, schaue ich mir die Leitern aber genau an.

Der Abstieg durch die Schlucht ist sehr abwechslungsreich. Die Vegetation ändert sich, es wird grüner, ja näher man dem Meer kommt. Auch Form, Höhe und Farbe der Felswände sind sehr abwechslungsreich anzusehen. Allerdings zieht sich der Weg ein wenig länger als gedacht und als wir an der Küste ankommen, sind wir doch etwas müde und vor allem durstig.

An der Marmara Bay, einer weiteren kleinen, feinen Bucht, gibt es ein Restaurant mit Übernachtungsmöglichkeiten. Leider sind die ausgebucht, doch der freundliche Betreiber lässt uns am Strand zelten. Wieder eine Nacht an einem wunderschönen Strand.

Tags darauf wandern wir ohne viele Höhenmeter zu machen nach Agia Roumelis. Immer an der Küste entlang ändert sich die Vegetation von Igelpolster zu lichtem Kiefern-/Pinienwald. Etwa auf halbem Weg kommen wir nach Agia Paulos. Nahe dieser kleinen byzantinischen Kapelle soll der Apostel Paulus Schiffbruch erlitten haben. Auch an diesem Strand gibt es eine Süsswasserquelle und auch eine Taverne. Wir geniessen den Strand und ein z'Mittag aus dem Rucksack, bevor wir uns wieder auf den Weg machen. Auch die nächste Schlucht, die Eligia-Schlucht schauen wir uns kurz an. Der Weg durch diese Schlucht führt direkt in die Levka Ori.

Unser Weg auf dem E4 endet an diesem Tag nach Agia Roumelis. Die bekannteste Schlucht Kretas, die Samariaschlucht endet hier. Dementsprechend touristisch ist es dort, uns hat das Dorf weniger gefallen, von dort haben wir dann ein Boot nach Sougia genommen, wo wir zwei weitere Tagestouren unternommen haben.

Hike partners: Frangge


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