Hohberg - Matzlenstock - Schönau - Schwanden


Published by Bergamotte Pro , 15 February 2015, 15h58.

Region: World » Switzerland » Glarus
Date of the hike:12 February 2015
Ski grading: AD+
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GL   Chärpfgruppe 
Time: 5:15
Height gain: 1450 m 4756 ft.
Height loss: 2540 m 8331 ft.
Maps:246S/247S (R. 301, 302, 304)

Die Tourenmöglichkeiten im Freiberg Chärpf sind im Winter aufgrund des Wildschutzes stark eingeschränkt. Trotzdem lassen sich mit etwas Fantasie abwechlungsreiche Gebietsdurchquerungen zusammenstellen. Meine heutige Skisafari führt über drei Gipfel und belohnt mit ingesamt 2500 Abfahrtsmetern. Besondere Erwähnung verdienen dabei die rassige Westflanke des Matzlenstocks sowie die lange Talabfahrt direkt nach Schwanden.

An schönen Wochenenden pilgern jeweils Dutzende Ski- und Schneeschuhtürler von Mettmen (1608m) Richtung Leglerhütte. Unter der Woche, wenn die LSB ab Chis nur auf Bestellung fährt, kehrt wieder Ruhe ein. Der Aufstieg zur Gandfurggele (2154m) verläuft sanft geneigt und ist auch bei kritischen Verhältnissen machbar. Erst kurz vor dem Pass steilt das Gelände kurz gegen 30° auf. Das Gebiet um die sonnenexponierte Berglimatt ist ein beliebter Wildsammelplatz. Auch heute bevölkert ein ganzes Gemsrudel den westlichsten (bereits aperen) der drei Hohberg-Gipfel.

An Menschen gewohnt kümmert sie meine Anwesenheit kaum. Ich traversiere gegen Osten, um anschliessend wenige Meter auf den Hauptgipfel des Hohberg (2244m) zu kraxeln. Fünf Minuten später stehe ich auf dem Hohberg-Ostgipfel, welchen der Tourenführer als eigentliches Ziel nennt. Das macht wenig Sinn, denn man von hier schafft man es kaum ohne Stöckelei zur Gandfurggele zurück. Item. Ich mach es mir auf einem aperen Fleckchen Erde bequem und geniess die Morgenstimmung an diesem milden, windstillen Donnerstag. Auf der ganzen Tour heute gilt: In allen Expositionen zwischen NW und NE findet sich noch haufenweise Pulverschnee. So auch in der Abfahrt zurück zum Stausee, wenn man sich an die Steilbereiche auf der Südseite hält.

Den folgenden Aufstieg Richtung Matzlenstock bezeichne ich grosszügig als „rustikal“, treffender wäre wohl „mühselig“. Der untere Bereich ist bis 40° steil und stark verwachsen: ZS+. Es ist kaum möglich, eine Ideallinie durch den Wust an Stauden zu finden. Zudem muss ich anspuren, im tiefen Pulver kein Zuckerschleck. Unzählige Spitzkehren (und Flüche) später öffnet sich das Gelände, bleibt aber steil. Nun in etwa dem Grat folgend erreiche ich ausgepowert, aber zufrieden den Matzlenstock (1953m). Es ist so warm und sonnig hier oben, dass man sich bereits Mitte März wähnt.

Nach einer ausgiebigen Mittagsrast folgt die Abfahrt über die steile Westflanke: 500Hm Fahrgenuss. Im oberen, offenen Teil hat das warme Wetter der letzten Tage bereits einen harten, tragenden Deckel fabriziert. Aber im unteren, schattigen Bereich findet sich der gewünschte Pulver. Dann wieder Anfellen und über eine gut ausgetretene, harmlose Spur zur Schönau (1850m), wo bereits zwei Schneeschühler pausieren.

Nun folgt der Tageshöhepunkt: die lange Talabfahrt direkt nach Schwanden runter. Und man glaubt es kaum, aber dank Nordausrichtung und Schattenlage liegt Pulver bis ganz unten. Natürlich lass ich mir einen kurzen Pitstopp im Gasthaus Tannenberg nicht entgehen. Ach ja, vorher war ich unaufmerksam ein paar Spuren nach P. 1058 gefolgt. Die Quittung folgt sogleich: 15 Minuten anstrengender Fussmarsch zurück nach Tschingel, wo ich wieder auf die offizielle Route treffe. Den Abschluss findet die abwechslungsreiche Skirallye an der Linthbrücke (P. 1528) in Schwanden (521m).


Zeiten
1:30  Hohberg
1:40  Matzlenstock (gespurt)
1:20  Schönau
0:45  Schwanden

Hike partners: Bergamotte


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