Die Gr.Arnspitze(2196m)-Überschreitung für Ängstliche


Published by trainman , 7 August 2014, 23h16.

Region: World » Germany » Alpen » Wetterstein-Gebirge
Date of the hike: 6 August 2014
Hiking grading: T4- - High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: D   A 
Time: 7:15
Height gain: 1400 m 4592 ft.
Height loss: 1400 m 4592 ft.
Route:Mittenwald-Riedbergscharte-Riedkopf-Gr.Arnspitze-Hoher Sattel-Arn-Unterleutasch-Mittenwald(28km)
Access to start point:Zug nach Mittenwald
Access to end point:siehe oben
Accommodation:Hotels und Gasthöfe in Mittenwald
Maps:Kompass, Karwendelgebirge

Die Arnspitzgruppe ist ein selbständiger Gebirgsstock zwischen Wetterstein und Karwendel, nicht so hoch wie ihre Nachbarn, dafür aber mit wilden Felsgestalten, die sowohl optisch als auch klettertechnisch ein hohes Niveau haben. "Schneidige Bergsteiger" überschreiten den Kamm komplett, dabei gibt es T6-Gelände und heikle Kletterei im zweiten Grad. Zu dieser Spezies von Berggängern gehöre ich bekanntlich leider nicht.
 Die Gr.Arnspitze am Ostende und die kühne Arnplattenspitze am Westrand habe ich schon vor längerer Zeit bestiegen, natürlich auf dem leichtesten Weg. Das Gelände dazwischen ist jedoch von einem anderen Kaliber und daher für mich tabu. Trotzdem kann man die Gr. Arnspitze überschreiten und dabei auch noch den ganzen Gebirgsstock umrunden, schöne Landschaftseindrücke inklusive. Neben maximal T4-Fähigkeit ist aber eine gewisse Kondition unerlässlich(oder ein früher Aufbruch mit genauer Information über den dürftigen Fahrplan der Buslinie im Leutaschtal).
Später Start um 12.45Uhr in Mittenwald. Durch den Ort nach Süden Richtung Scharnitz, am Ortsende findet man einen Wegweiser zur Gr. Arnspitze. Die angezeigten 5h25min. sind vermutlich etwas übertrieben, aber wer in leicht problematischen Gelände nicht ganz trittsicher ist verliert an einigen solchen Stellen eine Menge Zeit. Zunächst eben an der Isar entlang, ab der "Geisterklamm" geht es steil durch Wald nach oben.
Dieser Abschnitt bis zur Riedbergscharte ist reines Konditionstraining, Aussicht auf die Umgebung gibt es bedingt durch den Wald fast keine. Danach kommt man allmählich in freies Gelände mit bester Sicht auf das Karwendel im Osten und auf der Kammhöhe auch ins Wetterstein. Feuchte Passagen erfordern vorsichtiges Gehen- an einigen Stellen wäre ein Fehler sehr ungesund!! Man erreicht den Riedkopf und an den Achterköpfen vorbei wird ein steiler unfreundlich wirkender Schutt-und Schrofenhang gequert. Ohne den bestens mit roten Punkten markierten Steig gäbe es hier schon Probleme. Weiter mit Höhenverlust an den Gipfelaufbau der Gr.Arnspitze heran. An der Arnspitzhütte vorbei nach Westen ziemlich steil einen Hang hinauf, danach in einer Art Schlucht in leichter Kraxelei zum höchsten Punkt. Dieser Schlussanstieg kostet schon etwas Kraft ,zwei Wanderer Anfang 30  waren kurz vor dem Aufgeben... Wer zum Kreuz hinüber will, das etwas tiefer steht muss ein sehr steiles grasdurchsetztes Gelände absteigen und jenseits an einem Felsgrat wieder hoch, ich habe an dieser Stelle nach einigem Überlegen gekniffen (wie damals 1986 auch..)
Abstieg zur Hütte und nach einer netten Begegnung mit einer Gams(siehe Foto) über den belanglosen Bläsigskopf zur steilen Schuttwüste der Südhänge. Etwas unangenehm hinunter, Geröllsurfen ist nicht möglich und an einer Stelle muss sogar eine I, T4  abgeklettert werden. Mit Gegensteigung im steilen Geröll weiter hinunter zum Hohen Sattel, ab hier ist alles nur noch ein harmloser Spaziergang. Im Dauerlauf abwärts ins Leutaschtal nach Ahrn und auf der schwach befahrenen Straße mit sehr schnellem Schritt Richtung Mittenwald. Das Tal zeigte sich dem Wanderer von einer unfreundlichen Seite, nirgendwo ein Brünnlein zur Deckung des Flüssigkeitsbedarfs und geschlossene Gasthöfe .Eine  Einkehr war erst am Ende des Tals beim Ortsteil "Burggraben" möglich. Anschließend die letzten Kilometer zurück nach Mittenwald.
Fazit: Lohnende Unternehmung mit vielfältigen Eindrücken. Bei genauer Planung und Kenntnis des Busfahrplans im Leutaschtal ist die Tour auch mit 13km weniger machbar.

Hike partners: trainman


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