Große Arnspitze (2196m) - Ende Dezember über die Arnspitzen


Published by AIi , 25 January 2017, 21h21.

Region: World » Austria » Nördliche Ostalpen » Wetterstein-Gebirge und Mieminger Kette
Date of the hike:28 December 2016
Hiking grading: T5 - Challenging High-level Alpine hike
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: D   A 
Time: 10:00
Height gain: 1850 m 6068 ft.
Height loss: 1750 m 5740 ft.

Die Arnspitzüberschreitung ist bereits weithin als eine besonders schöne Bergtour bekannt. Die isolierte Lage des Arnstocks zwischen Wetterstein und Karwendel sorgt für beeindruckendes Panorama, die Kraxelstellen, überwiegend an der Mittleren Arnspitze, lassen den Alpinisten auf seine Kosten kommen.
Ende Dezember 2016 präsentieren sich die Arnspitzen in einem Übergangsstadium zwischen Winter und Sommer: Auf der einen Seite keine durchgehende Schneedecke und T-shirt Wetter auf den Südseiten, auf der anderen Seite eisige und angeschneite Flanken auf der Nordseite. Diese Verhältnisse locken uns zum Jahresende in die Leutasch, wobei wir uns manche Kletterpassagen trotz winterlicher Bedingungen etwas leichter vorgestellt hätten.


Los geht es in Unterleutasch am Gasthof Mühle. Von hier führt ein beschilderter Wanderweg zunächst knapp 500hm durch Wald bergauf in die Riedbergscharte. Hier biegen wir rechts ab und folgen dem markierten Weg den Rücken hinauf über Riedkopf und Achterköpfe zur südlich der Großen Arnspitze gelegenen Arnspitzhütte (unbewirtschaftet). Von dort geht es weiterhin markiert von Süden durch die Flanke und eine breite Rinne auf den Hauptgipfel der Großen Arnspitze. Den Übergang zum nördlich gelegenen Kreuzgipfel schenken wir uns, da sich ein Anziehen der Steigeisen nur dafür nicht lohnt.

Vom Hauptgipfel geht es also ein Stück den Normalweg wieder hinab bis zum Beginn der breiten Rinne. Hier biegen wir rechts ab und folgen dem Grat weiter Richtung SW. Durch Gehgelände und Schrofenpassagen mit leichter Kraxelei geht es hinab in die Enge Scharte. Es folgt das sogenannte Böse Band, welches sich bei unserer Begehung durch leichte Vereisung tatsächlich nicht überaus freundlich präsentierte. Also von der Engen Scharte wenige Meter direkt empor und anschließend waagerecht nach links über Abbrüchen queren. Nach dieser ersten Schwierigkeit als Warm up folgt ein eingeschneiter Hang, unten mit Latschen, den wir nun empor steigen. Oben endet die Flanke am Fuße einer Wand mit leicht ausgeprägten Rinnen. Eine der mittleren Rinnen kraxeln wir nun hinauf, wobei die Schwierigkeit im Sommer bei trockenem Fels von II+ durch Schnee Vereisung deutlich erhöht ist. Mit voller Konzentration kommen wir schließlich oben an einem kleinen Sattel an, von hier sind es nur noch ein paar Meter durch die trockene Südseite, dann ist die Mittlere Arnspitze gewonnen. 

Von dieser geht es nach Westen sehr geschickt  über Bänder durch einen steilen Schrofenhang hinab in die Weite Scharte, die Schwierigkeiten halten sich im Vergleich zum Anstieg von der anderen Seite stark in Grenzen.  Nach der Weiten Scharte steigen wir auf Wegspuren durch eine Latschenflanke direkt zum Fuß der fotogenen Platte der Arnplattenspitze auf. Kurzerhand klettern wir den markanten Hauptriss in der Mitte komplett hoch, durch die Vereisung hätte es vermutlich eh nicht allzu viele Möglichkeiten gegeben. Die Schwierigkeit lag hierbei jedoch im Bereich IV-. Nach dieser letzen Hürde hatten wir mal wieder pünktlich zum Sonnenuntergang die Arnplattenspitze erreicht.

Der Abstieg nach Westen im letzten Tageslicht ist nicht besonders schwierig, es handelt sich um eine gutmütige Schrofenflanke im Bereich T4 I mit maximal einer Stelle II-. Der anschließende Abstieg am Rücken über Weißlehnkopf, Arnkopf und Zwirchkopf nach Ahrn ist technisch unschwer (Wanderweg) zieht sich aber nochmal ganz gehörig. 

Schwierigkeiten:
Unterleutasch - Arnspitzhütte: guter Wanderweg T2
Arnspitzhütte - Große Arnspitze: T3+, obenraus etwas alpiner
Abstieg Enge Scharte: bis T5 II
Aufstieg Mittlere Arnspitze via Böses Band: gute Verhältnisse T5 II+, bei Vereisung besonders die Wand (Rinne) unterm Gipfel wesentlich schwieriger
Mittlere Arnspitze - Weite Scharte: T5 II
Weite Scharte Arnplattenspitze: T3 bis zur Platte; Platte selbst bei guten Verhältnissen um T5 II, Direktvariante mittlerer Hauptriss IV-
Abstieg Arnplattenspitze nach Westen: T4 I Stelle II-
Weiterer Abstieg am Rücken nach Ahrn: kleiner Wanderweg bis T3

Hike partners: AIi


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