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überraschend "knackig" und luftig: Schnuerstock - mit Witenstock-Rundtour


Published by Felix Pro , 8 October 2013, 10h18. Text and phots by the participants

Region: World » Switzerland » Uri
Date of the hike: 3 October 2013
Hiking grading: T4+ - High-level Alpine hike
Climbing grading: I (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-UR 
Height gain: 1400 m 4592 ft.
Height loss: 1400 m 4592 ft.
Route:Gurtnellen, Ruepelingen - P. 1177 - Hütten - Näntriger Wald - Egg - P. 1878 - Schnuerstock - P. 2082 (Schönenboden) - Witenstock - ENE-Grat - Wildampferen - Ronen - Holzzug - (P. 1314) - Schipfenberg (P. 1229) - Ruepelingen; Gurtnellen
Access to start point:PW via Zell, Autobahn Sursee - Amsteg, Intschi, Wiler, Gurtnellen nach Ruepelingen
Maps:1211/2

Auf www.bergtour.ch haben wir Duelle’s am 1. Juli 2012 veröffentlichten ersten Hinweis auf diese attraktive Runde gesichtet, später haben wir den Eintrag von Moschteler vom 16. Juli 2009 entdeckt - diese Tour am Geissberg war so seit einiger Zeit in unseren Köpfen hinterlegt … Als relativ einfach zu begehendes T4 schätzten wir sie ein - überraschend luftig-anregend erwies sich dann der Schnuerstock!…

 

Wir fahren hoch bis nach Gurtnellen, Ruepelingen, wo wir auf einem kleinen Parkplatz den PW abstellen - und nach Nachfrage bei der freundlichen Frau im alten, schönen Haus grad oberhalb auch das Okay erhalten; danebst auch beste Wünsche auch für unsere wohl längere Tour ;-)

 

Erst sehr gemütlich traversieren wir im unteren Teil des Geissbergs via P. 1177 und Hütten; doch danach beginnt eine sehr aufwändige, mühsame Querung eines Abschnittes voller Stauden, Büsche und hohem Gras, zum Bach, welcher uns anschliessend zum angenehmen und markierten Bergweg im Näntriger Wald entlässt.

Hier nun geht zwar recht steil, doch auf bestens angelegtem schmalem Weg, einmal sogar seilgesichert, hoch und höher - viele spriessende Pilze bereichern den von Nadeln übersäten Waldboden. Ein herrliches Schreiten ist’s so - angereichert, v.a. in der letzten Lichtung vor Egg, mit Heidelbeeren in grosser Anzahl. Bei dieser Schutzhütte angelangt, erstaunt uns deren gute Ausstattung: mit kleinem Holzherd, Stube, und Lager im oberen Stock - einladend. Doch nach einer kurzen Rast - nun, nach dem dichten Hochnebel im unteren Reusstal bei der Anfahrt, und der Föhnwalze am Gotthardpass, stets den ersten Gipfel unserer Tour vor blauem Himmel vor Augen - brechen wir auf; sind es doch noch einige Hundert Höhenmeter, die es hinter uns zu bringen gilt.

 

Herbstlich gefärbte Stauden und Grasflächen, sowie alte aus Steinen aufgeschichtete, und neue metallene Lawinenverbauungen prägen nun lange unseren weiteren Weg; immer wieder geniessen wir die Ausblicke gegen die Windgällen und Bristen einerseits, wie nun anderseits, stets etwas näher rückend, den Blick zu unserem ersten Gipfelziel: in angenehmer Steigung durch die herrlich farbigen Heidelbeerstauden und anderen niederen „Gehölze“ ansteigend, queren wir unter dem Schwarz Berg hindurch und in die Westflanke des von hier aus betrachtet sehr keck aufragenden Schnuerstockes. Das Gipfelkreuz erscheint sehr gross und leuchtet, sonnenbestrahlt, intensiv; der Weg dorthin ist jedoch noch ein weiter …

Erst gilt es, die Traverse nach einer etwas abschüssigen Stelle zwischen den Lawinenverbauungen zu absolvieren, dann die jetzt nicht mehr ausgeschilderte, doch gut erkennbare Abzweigung zum Felsgipfel zu finden. Wenig später, nach einigen Querungen und noch angenehmen Hochsteigen zwischen den Verbauungen, beginnt jedoch der schwierigere Teil des Anstieges: Sehr steil wird der heute schattige, sehr feuchte und rutschige Hang; hohes nasses Gras erleichtert den Aufstieg keineswegs …

Gut, vielfach an den Eisenträgern wbw markiert, zieht sich der teilweise kaum erkennbare Pfad hoch; endlich im Sattel vor dem Gipfel angekommen, sind wir einerseits froh, geht es - zwar schattig - im Fels weiter, seilgesichert, doch anderseits beginnt hier nun ein doch überraschend luftiger Schlussanstieg auf den Schnuerstock.

Auf der schattigen Nordseite ist das Kraxeln noch relativ einfach, mit dem Übergang auf besonnte Südseite wird der zwar kurze Grat doch ausgesetzt - auf den wenigen Metern bis zum Übergang zum Gipfelkreuz geht’s doch prächtig steil hinunter … Auch der letzte Quergang zum Kreuz erhöht sich bei mir - kein Freund von ungehindertem Tiefblick - leicht die Anspannung; die beiden Drahtseile (eines von der Gipfelkreuz-Verankerung) leisten gute Dienste. Nicht viel Platz gibt’s auf dem kleinen Gipfel - doch die Sicht ist grossartig.

 

Konzentriert steigen wir nach einer kurzen Rast auf derselben Route wieder ab und erreichen inmitten der Eisenstreben den nach Schönenboden weiterführenden Weg.

Hier angelangt, scheint uns, dass die Materialseilbahn nicht mehr in Betrieb steht; auch die Schutzhütte und der grosse Stall sind verriegelt und abgeschlossen. Ab hier leiten mehr oder weniger deutliche Spuren, und klare wbw Markierungen durch die Verbauungen im nun wieder steilen Grasgelände hoch.

 

Die gut 300 Höhenmeter ziehen sich hin - der Gipfelsteinmann kommt erst wenige Meter vor dem Gipfel in Sicht. Der Aufstieg ist im Vergleich zum ebenfalls wbw markierten  Schnuerstock harmlos: etwas steil, relativ gut gespurt, nie absturzgefährdet - nur fakultativ kann der letzte Aufschwung zum Witenstock über eine reizvolle Felsstufe getätigt werden …

Wir verweilen hier nun etwas länger, geniessen die Weitsicht (rundum, von der Krönten-Gruppe über die Windgällen und Bristen bis zum Tödi; ausgenommen gegen den Gotthardpass hin: dort schiebt sich eine mächtige Föhnwalze drüber), und unsere Mittagsverpflegung. Im Gipfelbuch erblicken wir auch den Eintrag von seppu, welcher damals wohl mit der Materialseilbahn nach Schönenboden heraufgefahren ist.

 

Über den einfachen, wbw markierten NE-Grat steigen wir problemlos zwischen Lawinenverbauungen und anfänglich grösseren Gesteinshalden ab. Im unteren Abschnitt werden wieder die teils „knalligen“ Herbstfarben aktiv - eine Pracht! Kurz vor Alp Wildampferen erklärt uns ein ortskundiger Preiselbeerensammler, dass es zwar einen sehr steilen Weg direkt nach Gurtnellen hinunter gäbe - er uns diesen jedoch nicht empfehle. Wir sollten doch den wrw ausgeschilderten, längeren nehmen … Unser Interesse ist geweckt ;-)

 

Bereits über die Weide nach Ronen ist kaum eine Spur auszumachen; in der letzten Lichtung vor Holzzug ist sie kurz deutlich, verliert sich jedoch schnell gänzlich. So stellt der in der Tat recht steile Abstieg im Wald (etwas südlich des Schriftzuges) doch gewisse Anforderungen an die Trittsicherheit. Wir erreichen den von der Intschialp herführenden Bergweg exakt mit Eintritt auf die Lichtung bei P. 1314.

Bequem können wir nun abschliessend, an einer aussichtsreich gelegenen Feuer- und Picknickstelle (bei Schipfenberg) vorbei, hinunter nach Gurtnellen, Ruepelingen, wandern.

 

Unsere unerwartet „anregende“ Tour begiessen wir im - ebenso unerwartet stilvollen - Restaurant „im Feld“ in Gurtnellen Dorf - hier liesse sich köstlich dinieren … 


Hike partners: Ursula, Felix


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Comments (8)


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Felix Pro says: RE:
Sent 8 October 2013, 19h04
eine echt tolle Gegend; viele Möglichkeiten und schönstes Gelände bietet das Urnerland!

Lieber Gruss

Felix (und Ursula)

chaeppi Pro says:
Sent 9 October 2013, 22h46
schade seid ihr nicht auf der weglosen Ostseite aufgestiegen. Das ist eine wirklich interessante Kraxelroute.

VG, chäppi

Felix Pro says: RE:
Sent 10 October 2013, 07h30
tönt gut und sieht interessant aus!

lg, Felix

Kopfsalat says: sehr steilen Weg direkt nach Gurtnellen
Sent 4 September 2016, 19h30
> der in der Tat recht steile Abstieg im Wald (etwas südlich des Schriftzuges)

Sind da Wegspuren und/oder Markierungen vorhanden?

Bin gerade am Planen.

Gruss
Dani

Felix Pro says: RE: sehr steilen Weg direkt nach Gurtnellen
Sent 5 September 2016, 10h43
eben nicht :-(

lg Felix

Kopfsalat says: RE: sehr steilen Weg direkt nach Gurtnellen
Sent 5 September 2016, 11h30
dann seid ihr also weglos quer-wald-ab gelaufen?

tönt nicht so, als ob es sich lohnen würde, dies zu wiederholen.

danke

dani

Felix Pro says: RE: sehr steilen Weg direkt nach Gurtnellen
Sent 5 September 2016, 13h31
mehr oder weniger - ich denke (auch) nicht, dass wir's wiederholen würden ...

lg Felix


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