Gletschhorn Südgrat (3305m)


Published by burrito , 23 September 2013, 19h03.

Region: World » Switzerland » Uri
Date of the hike:22 September 2013
Mountaineering grading: PD
Climbing grading: V (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-UR 

Wir sind bei sternenklarem Himmel und unter dem hellen Schein des Mondes von der Albert-Heim-Hütte gestartet. Wir liefen auf einem deutlichen Weg in Richtung NW, bis sich die Spur verlor. Dann drehten wir nach Westen und stiegen über Geröll eines ehemaligen Gletschers am P. 2765 vorbei und gelangten so auf den Tiefengletscher. In einem grossen Halbbogen umgingen wir den unteren Teil des Südgrates. Über zunehmend steilen Gletscher schritten wir in Richtung des Einstiegs. Der Schnee war hart und trotzdem fanden wir guten Halt ohne Steigeisen. Kürzlich hat es hier einige Zentimeter Neuschnee gegeben. Dieser konnte sich aber bereits recht gut setzen. Es gibt hier mehrere Stellen, wo man auf den Grat gelangen kann. Bei einem Aufstieg war ein Bohrhacken deutlich zu sehen und wir entschlossen deshalb gleich hier einzusteigen. So, nun waren wir auf dem Grat. Als ich so hochblicke wird mir klar, das viel Kletteraction auf mich wartet. Wir suchen also ein gemütliches Plätzchen und tauschten die Bergschuhe mit den Kletterschuhen. Mit unserem 50m Seil können wir gut von Standplatz zu Standplatz sichern. Das Topo in der Hütte sagt, es habe 43 Bohrhacken in dieser Route. Mobile Sicherungen sind an gewissen Stellen dringend notwendig. Einzelne Schlüsselstellen sind enorm gut abgesichert. Bei einer steilen Wand zählte ich 4 Bohrhacken im Abstand von ca. 1.5-2m. Handkehrum hatte es auch schwierige Stellen, die unser Vorsteiger erst vernünftig sichern konnte, als er diese schon Überwunden hatte.
Und wie war das Klettern? Kurz: es war toll. Mit den Kletterfinken fand ich in dem Granit überall kleinste Tritte, die sicher gestanden werden konnten. Auch scheinbar glatte Wände konnten so bestiegen werden. Oft ist es sehr, sehr luftig. Einige Stellen sind mir in Erinnerung, wo ich auf plattigen (trotzdem guttritigen) Wänden stand und es hinter und unter mir einige 100m senkrecht in die Tiefe ging. Als wir bald oben waren, kam dann plötzlich der Göscheneralpsee zum Vorschein und ein wunderbares Panorama eröffnete sich.
Ich war die ganze Tour als Nachsteiger unterwegs. Da wir zu Dritt waren, waren wir auch entsprechend langsam. Für die Kletterei brauchten wir 4 Stunden. In der Literatur werden für diese Tour 2.5-3h veranschlagt.
Von der Hütte an den Einstieg waren es 2h. Und wir sind zügig gelaufen. Die veranschlagten 1-1.5h aus dem Führer sind etwas knapp bemessen.
Für den Abstieg vom Gipfel inklusive Abseilen bin ich mir nicht mehr sicher, wie lange wir gebraucht haben. Ich schätze jedoch ca. 2h.
Vom Gipfel haben wir die blauen Markierungen nicht auf anhin gesehen. Wir mussten zuerst in einfachem Gelände einige Meter nach unten steigen, bis wir die erste Markierung sahen. Wir mussten 3 Mal abseilen, bis wir auf dem steilen Schneefeld angelangt waren. Hier merkten wir, dass unter der dünnen Schneedecke Eis lag, sprich, wir fanden mit den Bergschuhen nur bedingt halt. Wir zogen deshalb in steiler Position die Steigeisen an und stiegen im Rückwärtsgang gerade nach unten.

Hike partners: burrito


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