Krönten (3108m)


Published by أجنبي , 9 July 2013, 01h24.

Region: World » Switzerland » Uri
Date of the hike: 7 July 2013
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Mountaineering grading: PD
Climbing grading: III (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-UR 
Time: 2 days
Height gain: 2150 m 7052 ft.
Height loss: 2150 m 7052 ft.
Route:Bodenberg P. 1002 – Mettlen – Hutzi – Geissfad – P. 1855 – Kröntenhütte SAC – Mändliteifi – Graw Stock – Glatt Firn – Kröntenlücke – Krönten – retour auf gleicher Route
Access to start point:Auto bis Bodenberg (Bewilligung für Fr. 20.- am Bahnhofkiosk in Erstfeld erhältlich)
Access to end point:Auto ab Bodenberg
Accommodation:Kröntenhütte SAC
Maps:LK 1:25.000: 1191 Engelberg, 1211 Meiental

Nachdem ich in der vergangenen Woche *vom Wissberg aus ausgiebig den Grassen studiert und mir eine baldige Überschreitung in den Kopf gesetzt hatte, rückte bald ein anderes Unterfangen in den Fokus: eine einfache Einsteiger-Hochtour für eine Kollegin und die Freundin eines Tourenpartners. In die engere Auswahl schafften es Bächenstock und Krönten – und letzterer setzte sich durch. Dass ich vor weniger als einem Jahr bereits einmal *den Krönten bestieg, störte mich wenig schöne Berge sind immer ein Besuch wert.

 

Am Samstagmorgen stieg ich mit einer Kollegin in 1h 45min vom Bodenberg auf der Geissfad-Route zur Kröntenhütte auf. Wir wollten uns etwas in den Klettergärten unweit der Hütte austoben, ein paar Dinge üben und Flaschenzüge basteln. Gesagt, getan und nach dem schweisstreibenden Aufstieg verbrachten wir einen angenehmen Nachmittag im Klettergarten „Chuchiblick“.

 

Die Hütte war beinahe voll, ausnahmsweise hatte ich aber das Glück, die Schnarcher in einigermassen aushaltbarer Distanz zu mir zu haben. Als das grosse Konzert morgens um 3 Uhr schliesslich doch begann, war ich froh, bald aufstehen zu können. Als ich vor dem Frühstück meinen Rucksack, Pickel und Gschtältli nach draussen brachte, geschah dann aber das Unnötige: mein linkes Fussgelenk überdehnte sich mal wieder – dies rund eine Woche nachdem die letzte Bänderüberdehnung vollends ausgestanden war. Das hört wohl nie auf, seufz...

 

Den Krönten sein zu lassen stand ausser Frage, also hiess es auf die Zähne beissen. Um 4.30 Uhr zogen wir los und überholten bereits auf dem Weg hoch zum Graw Stock die anderen Tourengruppen. Ich bin nicht gerade ein Freund von grossen Gruppen und keiner von uns hatte Lust, mit 15 anderen Leuten am Krönten-Gipfel herum zu klettern, sich gegenseitig in die Quere zu kommen und einander loses Gestein auf die Köpfe zu werfen.

 

Wir zogen schon recht früh Steigeisen an, denn unser Wunschszenario bestätigte sich: eine kalte, klare Nacht hatte für harten Schnee gesorgt, der Aufstiegsweg war ab der Mändliteifi beinahe durchwegs schneebedeckt. Tipptopp, denn so kamen wir zügig voran und konnten um 5.50 Uhr kurz vor dem Graw Stock in Ruhe den Sonnenaufgang geniessen.

 

Die abgeschliffenen Felsen kurz vor dem Gletscher lagen noch unter einer dicken Schneedecke, womit auch diese etwas mühsame Passage diesmal ausfiel. Nach der Anseilerei ging's gemütlich auf dem bestens eingeschneiten Gletscher weiter. Bei der Kröntenlücke verschwand das Seil wieder im Rucksack und auf Steigeisen zogen wir so hoch wie möglich in Richtung des markanten Steinmannes am Anfang des Westgrats hoch. Die letzten 20 Höhenmeter oder so mussten wir dann allerdings doch noch im mühsamen Geröll hoch kraxeln.

 

Der Grat war halb trocken, halb schneebedeckt. Wir zogen es vor, mit Steigeisen weiter zu gehen. Erst bei der engeren, ausgesetzten Stelle kurz vor dem Vorgipfel zogen wir diese aus – hier war nun nämlich alles total aper. Hinter uns war längst niemand mehr zu sehen, was uns freute: so konnten wir in aller Ruhe zum Gipfel hoch klettern und uns abseilen. Zuerst aber galt es, die Rucksäcke auf dem Vorgipfel zu deponieren. Den Kamin hoch kommt man nämlich ohne schon kaum, mit Rucksack wär's wohl ein Ding der Unmöglichkeit.

 

Musste meine Freundin im vergangenen Herbst noch harte Überzeugungsarbeit leisten, um mich zur Kletterei auf den Gipfel zu bewegen, war ich diesmal von Anfang an motiviert. Die ersten Stufen kletterten wir alle seilfrei hoch. Zwei von uns kletterten den Kamin ungesichert, ich wollte derweil auf Seilsicherung nicht verzichten. Wie bereits beim letzten Mal blieb ich kurz vor dem Ausstieg aus dem Kamin beinahe stecken. 1.90m Körpergrösse ist dort nicht so optimal... Um 8.30 Uhr, also genau vier Stunden nach Abmarsch in der Kröntenhütte, erreichten wir schliesslich den Gipfel. Für die beiden Mädels war's die erste Hochtour – und wird wohl kaum die letzte gewesen sein.

 

Mein Freund wählte für den Gipfelabstieg die spektakulärste Methode: den Sprung hinüber zum benachbarten Türmchen. Nix für mich und schon gar keine Option für mein lädiertes Fussgelenk. Also seilten wir uns vom Gipfel in die Scharte ab, worauf wir auf dem Vorgipfel eine längere Pause einlegten. Ein 40m-Seil reicht übrigens locker bis in die Scharte herunter, für den Aufstieg reichte uns ein Express.

 

Inzwischen rückten am Grat zwei recht grosse Tourengruppen ins Blickfeld. Wir beschlossen, diese abzuwarten und bei deren Eintreffen abzusteigen. Um 9.15 Uhr brachen wir also wieder auf. Für mich galt es nun, noch mehr als im Aufstieg auf die Zähne zu beissen, denn mein Gelenk schmerzte ziemlich. Immerhin erlaubte der Schnee einen zügigen Abstieg, so dass wir bereits um 11.30 Uhr zurück in der Kröntenhütte waren – weit früher als wir erwartet hatten. Nach einem grossen Hopfentee zwangen wir uns dann noch in den zweiten, kaum enden wollenden Teil des 2150Hm-Abstiegs. Immerhin konnte die Kröntentour zu Hause mit einem Sprung in den kalten See gekrönt(et) werden.


Hike partners: أجنبي


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Comments (3)


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TeamMoomin says: Danke
Sent 10 July 2013, 22h02
für die schönen Bilder und die tollen Sonnenaufnahmen aus dieser super Gegend, ein Traum den ich mir noch etwas aufspare.

Lg Oli und Moomin

أجنبي says: RE:Danke
Sent 11 July 2013, 10h52
Wenn du noch lange genug wartest, kannst du dort wohl dann ohne Hochtouren-Ausrüstung hoch... ;-)

TeamMoomin says: RE:Danke
Sent 11 July 2013, 17h34
Naja so lange wohl auch nicht eher bis ich mal Tourenskifahren einigermassen gelernt habe...


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