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Bisse du Ro et Grand Bisse de Lens


Published by Domenic , 17 June 2013, 20h35.

Region: World » Switzerland » Valais » Mittelwallis
Date of the hike:16 June 2013
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-VS 
Time: 6:00
Height gain: 200 m 656 ft.
Height loss: 750 m 2460 ft.
Access to start point:Mit dem Zug nach Sierre, von dort weiter mit der Standseilbahn rauf nach Crans-Montana.
Access to end point:Mit dem Bus von Chermignon d'en Bas nach Sierre. Weiter mit der Bahn.
Accommodation:Hotel La Prairie, Montana
Maps:1:25'000 Nr. 1286 St-Léonard

Und alles kommt anders als man denkt. Dieser Spruch gilt wohl besonders in den Bergen. Für meinen zweiten Tag in Crans-Montana plante ich eigentlich eine Tour via Bisse du Ro nach Er de Chermignon und anschliessend hinauf auf die Berge Cry d'Er und Bella Lui. Schliesslich landete ich dann aber deutlich weiter unten an der Grand Bisse de Lens, was auch sehr schön war.

Wie geplant marschiere ich am Morgen von meinem Hotel los in Richtung Lac Moubra. Bald stelle ich dann fest, dass der Wanderweg, der dem See entlang verläuft, diesen nur umrundet und nicht in meine Richtung führt. Mein Weg ist durch Privatgrundstücke und einen Golfplatz blockiert. Unerkannt husche ich über ein solches Grundstück (ist ja eh keiner da) und folge anschliessend den Quartierstrassen nach Crans-sur-Sierre und Plans Mayens. Nach einigem Suchen finde ich in Plans Mayens den Pfad hinunter zur Bisse du Ro und lasse die Chalet-Landschaft hinter mir. Die Bisse du Ro verläuft durch düsteren Nadelwald, jedenfalls wirkt er am Frühen Morgen düster, die steilen Bergflanken entlang. Bald wird das Gelände felsiger und der Weg führt immer wieder über schmale Stege, die sich an den Fels schmiegen. Schwierig zu gehen ist der Weg jedoch nicht, man muss sich nur manchmal unter Felsvorsprüngen ducken.

Bald stehe ich jedoch vor einer Absperrung. Angeblich ist der Weg wegen Sprengungen gesperrt. Ich gehe jedoch eher davon aus, dass Murggänge Wegstücke fortgerissen haben und diese wohl erst repariert werden müssen. Aber egal, irgend jemand wird wohl einen guten Grund gehabt haben den Weg zu sperren, also kehre ich um und versuche den Weg zu nehmen der einige Meter tiefer verläuft. Bei Pas de l'Ours (Bären habe ich hier tatsächlich keine gesehen, und auch keine Wölfe oder andere typische Walliser Tiere) verlasse ich die Bisse du Ro wieder und steige durch den Wald hinunter.

Der Weg, den ich eigentlich nehmen wollte, ist jedoch ebenfalls gesperrt, wie ich feststellen muss. Nun muss ich mich entscheiden, wie es weitergehen soll. Entweder besteige ich die Berge über ihre Südseite, was prächtige Chaletlandschaften und braune Skipisten bedeuten würde, oder ich steige weiter ab um der Grande Bisse de Lens zu folgen. Nach der gemütlichen Wanderung am Vortag, entscheide ich mich auch heute wieder für die Bisse. Es geht also weiterhin bergab, immerhin muss ich bis auf fast 1000 Meter absteigen.

Schliesslich erreiche ich die Bisse jedoch und mein Weg wird wieder flacher. Bis heute ist es offenbar eine harte Arbeit eine Bisse zu warten. Immer wieder sieht man Wegstücke, die durch Erdrutsche blockiert und anschliessend wieder in Stand gesetzt wurden. Auch die Grand Bisse de Lens verfügt über einige ausgesetzte Stellen, wenn Felswände passiert werden, die aber alle bequem über Stege zu meistern sind. Bei Icogne führt der Weg aus dem Wald in ein Dorf und ich wähne mich schon fast am Ziel. Nach einem kurzen Studieren der Karte stelle ich jedoch fest, dass es weitergeht.

Den Hängen des Châtelards entlang führend gewährt der Weg noch einmal prächtige Ausblicke Richtung Sion mit seinen drei Burgen. Sobald man das Seitental verlässt, wird die Vegetation deutlich trockener und die Temparatur wärmer. Man muss sich nun nicht einmal mehr bewegen um zu schwitzen. Neben dem plätschern der Bisse begleitet mich nun auch das Rascheln der Eidechsen im trockenen Gras auf Schritt und Tritt. Nachdem ich das Haupttal des Wallis betreten habe, wird der Weg unspektakulärer. Es geht hauptsächlich vor allem noch darum, in der Mittagshitze die Strecke nach Chermignon d'en Bas zu überwinden. Am Ziel angekommen stelle ich erfreut fest, dass sich direkt neben der Bushaltestelle ein Restaurant mit Terasse befindet, wo ich mein obligates Zielbier und einen Assiette valaisanne geniessen und so den Tag gemütlich ausklingen lassen kann.

Weitere Infos zur Bisse du Ro und zur Grand Bisse de Lens findet man auf www,wanderland.ch. Zum Schluss des Berichts möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass am Datum der Tour beide Wege nicht auf Ihrer ganzen Länge begehbar waren. Ein Datum der Öffnun war nicht zu erfahren.

Hike partners: Domenic


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Comments (3)


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bergstrolk says: Von wegen Sprengung...
Sent 24 June 2013, 23h47
Interessant, was ich da in Deinem Bericht lese.
Ich machte nämlich heute auch eine Runde von Pas de l'Ours über den Bergweg via Pt.1459 nach Pra du Taillour, dort links-um-kehrt und via Bisse de Lens zurück nach Icogne.
Schon eine knappe halbe Stunde nach dem Start wollte mir ein Trassierband bei der Weggabelung (auf ca.1380m im Foret des Tsans) ebenfalls sagen, wo ich durch darf und wo nicht... Da ich mir in freier Natur extrem ungern was vorschreiben lasse, ignorierte ich die angeblichen Sprengungen einfach - und siehe da: nirgends Werkzeug, kein Hornsignal, weit und breit keine Menschenseele! In Begleitung einiger angenehm kühlender Regentropfen, da die Wolken just über dem Lac de Tseuzier gegen das Hoch im Wallis drückten, genoss ich eine herrliche Runde.
Die Behörden spielen mit solchen Veräppelungen langfristig ein gefährliches Spiel. Unerschrockene Outdoorler wissen sich auch auf Sprengungen oder Holzschlag richtig einzustellen (Holzschlag z.B. kann mit etwas Glück in der Mittagspause der Arbeiter durchaus unauffällig durchgangen oder bei entsprechender Topografie umklettert werden).
Wenn sich nun aber allgemein herumspricht, dass die Behörden Sperrungen öfters zwecks Abschreckung falsch begründen, wird früher oder später mal einer irgendwo bös im Steinhagel stehen, wenn tatsächlich gesprengt wird. Ein sehr unsauberes und kurzsichtiges Spiel!

Domenic says: RE:Von wegen Sprengung...
Sent 25 June 2013, 07h34
Salut Bergstrolk

In meinem Bericht habe ich geschrieben, dass ich eher Hangrütsche als Ursache für die Sperrung vermute. Vermutlich hatte die Gemeinde einfach keine Warnschilder mit passendem Text, weswegen jene mit dem Sprengungstext verwendet wurden.

Ich gehe jedenfalls schon davon aus, dass die Gemeinde einen guten Grund für die Sperrung hatte. Erstens ist die Gegend ja ziemlich touristisch und sperrt kaum eine ihrer Hauptattraktionen im Sommer grundllos. Zweitens macht sich niemand, vor allem kein Gemeindemitarbeiter die Mühe zum Spass Absperrungen dort hinten im Tal aufzustellen. Man muss ja alles hintragen.

Ob man sich an solche Absperrungen hält, muss natürlich jeder selbst wissen. Ich persönlich finde es jedenfalls ziemlich daneben, wenn man wieder einmal von Leuten hört, die von der REGA oder wem auch immer aus einem Gebiet evakuiert werden müssen, welches klar als gesperrt gekennzeichnet ist.

bergstrolk says: CampoTencia-Tour vom 19.6. bringt Klärung
Sent 25 June 2013, 23h00
Nun ist es also klar, sie sind offenbar daran, die Felsen zu säubern und die Sperrung war doch begründet! So lag ich also in diesem Fall falsch. Gestern 24.6. allerdings hörte und sah ich tatsächlich keinen einzigen Stein, obschon meine "Antennen" natürlich entsprechend ausgefahren waren.
Meine nicht ganz so gutgläubige Haltung beruht einfach auf realen persönlichen Erfahrungswerten, die sich im Uebrigen selbst auf hikr hin und wieder in Berichten finden lassen (Thema gut begehbare Wege, die aus rein juristischen Haftungsrisiken kurzerhand für gesperrt erklärt werden). Und manchmal werden Sperrungen leider über mehrere Tage/Wochen grundsätzlich stehen gelassen, auch wenn nur an einzelnen Daten wirklich gearbeitet wird.
Ich denke, das mit der REGA betrifft vor allem Skitourengänger und Snowboarder in gesperrten Gebieten. Dies ist aber ein ganz anderes Thema, das ich genauso sehe wie Du.

LG


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