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Gross Windgällen (Ostflanke) 3187 Meter


Published by cvonplanta , 2 December 2011, 23h02.

Region: World » Switzerland » Uri
Date of the hike: 1 October 2011
Hiking grading: T6 - Difficult High-level Alpine hike
Mountaineering grading: D
Climbing grading: IV (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-UR 
Time: 5:00
Height gain: 1800 m 5904 ft.
Height loss: 1800 m 5904 ft.
Route:Golzern - Windgällenhütte - Gross Windgällen
Access to start point:Talstation Golzern
Accommodation:Windgällenhütte, allerdings ist die Tour gut in einem Tag machbar.

Im Alleingang unterwegs suchte ich eine Route mit möglichst geringer Distanz auf dem Gletscher, obwohl dieser am 1. Oktober 2011 praktisch schneefrei war. Ich entschied mich für einen Durchstieg über das südliche Ende des Stäfelfirns. Über diese Route konnte ich mich lange Zeit entlang dem Gletscher auf relativ gutem Untergrund fortbewegen. 
 
Gleich nach Verlassen des weiss-blau-weiss markierten Weges auf ziemlich genau 2,200 m begibt man sich allerdings zuerst in ein moränenartiges Gebiet, zuerst flach und dann immer schwieriger werdend, teilweise über riesige Moränenhügel und dann wieder über Stellen mit aufgeweichtem Permafrostmatch, welche an Treibsand erinnerten.
 
Auf 2,500 m ging es auf Fels nicht mehr weiter und der Übergang auf den Stäfelfirn wurde zur besseren Option. Bei 2,560 m verlasse ich den Firn wieder auf „felsiges“ Gebiet. Ab hier beginnt der strenge Teil der Tour. Oft lässt sich optisch nicht feststellen, ob man sich auf festem Boden oder auf mit Schotter überdecktem Firn befindet. Letzteres ist sehr unberechenbar und nicht ungefährlich. Einige Stürze und Abrutscher sind das Resultat.  
 
Auf 2,700 m steige ich zwungenermassen wieder auf den Firn. Ab diesem Punkt geht es steil den Stäfelfirn hoch. Steigeisen und Eispickel sind Pflicht, denn es ist steil und es hat offene Spalten. Man durchquert den steilen Firn und sucht den Einstieg in die Ostwand.  Endlich ist die seit 2010 installierte Leiter zu erkennen, welche den Übergang des Bergschrunds erleichtert bzw. möglich macht. Der Anblick des Bergschrunds sowie der anschliessenden Steilwand ist angsteinflössend.  Nach 5 Minuten tief durchatmen entscheide ich mich, die Tour fortzusetzen.    
Der Schnee bzw. Gletscher ist soweit abgeschmolzen, dass ich die Leiter nicht direkt erreichen kann. Mit dem Eispickel kann ich mich aber bis zur ersten Sprosse hochziehen. Anschliessend zieht man sich ca. 10 Meter an einem Fixseil die fast senkrechte Wand hoch.  
 
Die nächsten 50 Höhenmeter sind relativ anspruchsvolle Kletterei etwa im 4. Grad. Mein GPS meldet den Verlust des Empfangs. Ca. alle 25 Meter begegnet man einer Sicherungsstange. Das Gestein ist mehrheitlich lose und man rutscht immer wieder ab. Unweigerlich löst man Steinschlag aus. Das Gelände hat 40-50 Grad Steigung. Die letzten 200 Höhenmeter sind weniger steil (40 Grad).  Schliesslich erreicht man den Gipfel auf 3,187 m. Das GPS ist immer noch verwirrt und zeigt nur 3,134 Höhenmeter an.
 
Auf dem Rückweg verwende ich regelmässig die Sicherungsstangen, um mich abzuseilen. Auch beim Bergschrund entscheide ich mich für diese Variante. Beim Abstieg lohnt es sich, die Route sorgfältig auszuwählen und sich genug Zeit zu lassen.
 
Fazit: Der Berg wird von Jahr zu Jahr schwieriger. Man sollte die Gross Windgällen nur im Frühjahr besteigen, wenn der Bergschrund relativ einfach überwunden werden kann. Entsprechend unterschiedlich sind die angegebenen Schwierigkeitsgrade der einzelnen Tourengänger zwischen einer Frühlings- und einer Sommerbesteigung. Je später im Jahr, desto heikler. Mindestens im Sommer ist der Berg riskant. Steinschlag ist jederzeit möglich. Die Chance auf andere Tourgengänger zu treffen ist im Sommer sehr gering, was aufgrund von Alter und Anzahl der Fussabdrücke im ca. 6 Wochen alten Neuschnee deutlich wird.  

Hike partners: cvonplanta


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