Interessante Eisenleiter-Route auf den Pfänder - "und a bisserl mehr..."
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Ehrlich gesagt hatte ich vom heutigen Tag nicht allzu viel erwartet, sowohl was das Wetter anbetrifft, wie auch die geplante Route an und für sich. Um so mehr habe ich mich gefreut, dass sich die Tour in jeder Hinsicht als voller Erfolg entwickelte.
Zum Wetter muss ich wohl nichts sagen, denn andere leiden sicherlich auch... Allerdings haben gewisse Frösche für die Bodenseeregion etwas mehr Sonne prognostiziert als für andere Gegenden, weshalb der Bodensee in die engere Auswahl kam. Der
Pfänder ist auf hikr definitv kein unbeschriebenes Blatt mehr. Allerdings scheint es (zumindest gemäss hikr) keine wirklich anspruchsvollen Touren auf den Bregenzer Aussichtsberg zu geben (alles T1 oder T2). Als ich mir die Karte jedoch etwas genauer anschaute, fand ich vorallem auf der Westseite doch den einen oder anderen Abbruch, der unter Umständen in die Kategorie "steiles Trottoir" fallen könnte. Insbesondere der Abbruch unterhalb Altreute schien mir für allfällige Abenteuer geeignet, führt doch der Weg direkt daran vorbei und könnte zur Not als Aufstieg dienen, falls sich keine andere gangbare Route eröffnen sollte. Ausser dem Pfänder wollte ich auch noch dem Hochberg und Hirschberg einen Besuch abstatten und die Runde schliessen, indem ich via Hälin zur Bregenzer Ache absteige, um schlussendlich dieser entlang zurück nach Bregenz zu wandern. Ein ziemlich andauerndes Unterfangen wie sich herausstellte...
Zum Wetter muss ich wohl nichts sagen, denn andere leiden sicherlich auch... Allerdings haben gewisse Frösche für die Bodenseeregion etwas mehr Sonne prognostiziert als für andere Gegenden, weshalb der Bodensee in die engere Auswahl kam. Der

Als ich in
Bregenz aus dem Zug steige, ist vom versprochenen Sonnenschein nicht allzu viel zu sehen, im Gegensatz, es regnet sogar leicht, dieser Regen verzieht sich aber kurz nach meiner Ankunft wieder. Ich mache mich mit einem kleinen Umweg via Hafen auf den Weg zum Altreute Wanderweg. Wie wohl alle offiziellen Wege zum Pfänder ist auch dieser sehr gut ausgeschildert (den ersten Wegweiser finde ich etwa 200m nordöstlich der Talstation der Luftseilbahn). Ich folge zuerst dem markierten Weg bis unterhalb der markanten Nagelfluhfelsen, dort wo der Weg nach rechts dreht und unter diesen vorbeizieht. Meine Vermutung, dass es durch die Abbrüche einen gangbaren Weg geben könnte bestätigt sich, da ich links eine Wegspur finde, die unter den Felsen nach Norden führt.

Das Gelände hier hat sehr viel Ähnlichkeit mit dem Züri-Oberland: Nagelfluhabbrüche und immer wieder kleinere und grössere Wasserfälle. Die zu überwindende Steilstufe ist zu Beginn fast senkrecht, zum Teil sogar überhängend und ein Durchklettern scheint hier unmöglich. Ich quere deshalb weiter nördlich und hoffe dort auf einen Durchschlupf. Kurz vor dem grossen Wasserfall hat der Abbruch eine Schwachstelle, welche verheissungsvoll, aber sehr abenteuerlich aussieht. Da auch der weitere Verlauf oberhalb der 5-10m Kletterstelle in sehr feuchtem Nagelfluh nicht oder nur sehr schlecht einsehbar ist, beschliesse ich die Segel zu streichen und einfach dem Wasserfall einen Besuch abzustatten, bevor ich halt doch den markierten Weg nehme. Als ich jedoch kurz vor dem Wasserfall stehe, sehe ich unmittelbar rechts davon eine Eisenleiter die den senkrechten Fels neben einem alten Wasserrohr überwindet.
Diese "Einladung" nehme ich natürlich dankend an und klettere über diese ca. 10m hohe Eisenleiter auf die nächste Stufe. Leider macht die Leiter nicht jenen vertauenswürdigen Eindruck den man sich erhoffen würde und an einer Stelle ist die Verankerung sogar aus dem Fels herausgebrochen. Allerdings hängt auch zusätzlich noch ein rotes Seil runter, welches den Adrenalinauschuss etwas bremst. Die Leiter scheint auch gut ohne diese eine Verankerung zu halten. Oberhalb der Leiter geht es dann deutlichen Wegspuren leicht links haltend weiter dem kleinen Fluss entlang zur nächsten Steilstufe mit Wasserfall. Dieser noch höhere Abbruch sieht ebenso unüberwindbar aus wie die vorige Stufe und ich halte schon nach einer weiteren Eisenleiter ausschau. Eine solche gibt es jedoch nicht, sondern die Wegspur führt elegant rechts des Wasserfalls steil den Berg hoch. Zu guter letzt führt sie links über ein von unten nicht sichtbares etwas ausgesetztes Band auf die nächste Stufe. Nach einigen Metern stehe ich dann unvermittelt vor einem alten Stausee mit dem dazugehörigen kleinen Häuschen und dahinter die Teerstrasse, welche von Haggen kommt. Einmal auf dieser angelangt, folge ich ihr bergwärts und nehme den zweiten Kiesweg welcher links abzweigt und gelange so nach Riese, wo ich wieder auf den markierten Weg zum Pfänder treffe. (Insgesamt denke ich, die Schwierigkeit dieses Aufstieg liegt bei T3+, man sollte jedoch keine Problem haben eine hohe, senkrechte, etwas wacklige Eisenleiter zu erklimmen.)
Die Aussicht auf dem Pfänder (insbesondere bei der Bergstation) ist beeindruckend und ich verstehe, weshalb sich so viele Leute hier oben tummeln. Dieses Getummle gefällt mir aber weniger und ich mache mich deshalb bald schon wieder auf den Gratweg zum Hochberg via Trögen. Dieser Weg ist äusserst gut markiert und nicht zu verfehlen. Auf dem Gipfel des Hochbergs (mit Gipfelbuch) treffe ich zwei singende ältere Damen, die jedoch des aufkommenden ziemlich starken Regen wegens aufhören zu singen. Ich meinerseits suche im naheliegenden Wald etwas Schutz vor dem Nassund mache eine kurze Mittagsrast.
Der Regen ist schon bald wieder vorbeigezogen und ich mache mich auf den Weiterweg zum Hirschberg. Dazu folge ich zuerst dem markierten Weg zur Bromatsreute. Dort ist auf meiner 50K Karte direkt vor der deutschen Grenze (mehr oder weniger entlang dieser) ein Weg rechts den Berg hinunter zum Kesselbach eingezeichnet. Davon sehe ich jedoch nichts. Auf der deutschen Seite führt auf dieser Karte jedoch auch ein Weg bergab, den ich deshalb einschlage. Kurze Zeit später entschliesse ich mich aber nicht den Umweg über Hirschbergsau zu nehmen, sondern den direkten, steilen Abstieg zum Fluss durch den Wald einzuschlagen. Bis zur Grenze folge ich dem Kesselbach und steige anschliessend direkt hoch in südlicher Richtung zur Wart, wo ich wieder auf den markierten Weg treffe und diesem bis zum Hischberg folge. (Vom Hohberg zum Hirschberg gäbe es übrigens auch eine direktere, markierte Route)
Da inzwischen der Himmel fast wolkenlos ist, lege ich mich etwas in die Sonne und geniesse die Aussicht ins Rheintal. Danach mache ich mich auf den Abstieg nach Hälin entlang dem markierten Weg via Ahornach, Geserberg und Stollen. Um von hier den Weg hinunter zur Bregenzer Ache zu finden, muss ich etwas suchen, denn ersten nehme ich zuerst eine Kiesstrasse rechterhand zu früh, muss wieder zur Hauptsrasse aufsteigen und zweites ist der auf der Karte eingezeichnete Weg unterhalb der letzten Häuser von Hälin nicht mehr unterhalten. Er ist übersät und versperrt mit viel totem Abfallholz, welches von Holzfällerarbeiten stammt. Findet man die Wegspur aber einmal (eher linkerhand, denn rechts beim kleinen Flüsschen gibt es einen senkrechten Abbruch), kann man ihr bis zum Fluss hinunter folgen.
Von hier nun ist die Wegführung dann aber klipp und klar und lässt keine Zweifel mehr offen: nämlich immer dem rechten Ufer der Bregenzer Ache entlang auf dem ehemaligen Trasse der alten Bregenzerwaldbahn. Zwar haben diverse Hangrutsche das Trasse zum Teil in die Ache geschwemmt, man findet aber überall Wegspuren (z.T. auch orange Markierungen), die durch diese Abschnitte führen. Wie ich in Kennelbach einem Schild entnehme, wäre die Strecke - insbesondere der Rotachtunnel - offiziell wegen Einsturzgefahr gesperrt. Allerdings gibt es unzählige Zeichen, dass sich ziemlich viele Leute nicht darum kümmern. Des weiteren wurde die Brücke unmittelbar nach dem Tunnel (von oben kommend ist sie vor dem Tunnel) gerade mit einem brandneuen Geländer versehen.
Der Weg von Kennelbach zum Bregenzer Bahnhof zieht sich dann etwas in die Länge und verläuft auch mehrheitlich auf Hartbelag, allerdings gäbe es hier auch die Möglichkeit einen Bus zu nehmen.
Fazit:
Da inzwischen der Himmel fast wolkenlos ist, lege ich mich etwas in die Sonne und geniesse die Aussicht ins Rheintal. Danach mache ich mich auf den Abstieg nach Hälin entlang dem markierten Weg via Ahornach, Geserberg und Stollen. Um von hier den Weg hinunter zur Bregenzer Ache zu finden, muss ich etwas suchen, denn ersten nehme ich zuerst eine Kiesstrasse rechterhand zu früh, muss wieder zur Hauptsrasse aufsteigen und zweites ist der auf der Karte eingezeichnete Weg unterhalb der letzten Häuser von Hälin nicht mehr unterhalten. Er ist übersät und versperrt mit viel totem Abfallholz, welches von Holzfällerarbeiten stammt. Findet man die Wegspur aber einmal (eher linkerhand, denn rechts beim kleinen Flüsschen gibt es einen senkrechten Abbruch), kann man ihr bis zum Fluss hinunter folgen.
Von hier nun ist die Wegführung dann aber klipp und klar und lässt keine Zweifel mehr offen: nämlich immer dem rechten Ufer der Bregenzer Ache entlang auf dem ehemaligen Trasse der alten Bregenzerwaldbahn. Zwar haben diverse Hangrutsche das Trasse zum Teil in die Ache geschwemmt, man findet aber überall Wegspuren (z.T. auch orange Markierungen), die durch diese Abschnitte führen. Wie ich in Kennelbach einem Schild entnehme, wäre die Strecke - insbesondere der Rotachtunnel - offiziell wegen Einsturzgefahr gesperrt. Allerdings gibt es unzählige Zeichen, dass sich ziemlich viele Leute nicht darum kümmern. Des weiteren wurde die Brücke unmittelbar nach dem Tunnel (von oben kommend ist sie vor dem Tunnel) gerade mit einem brandneuen Geländer versehen.
Der Weg von Kennelbach zum Bregenzer Bahnhof zieht sich dann etwas in die Länge und verläuft auch mehrheitlich auf Hartbelag, allerdings gäbe es hier auch die Möglichkeit einen Bus zu nehmen.
Fazit:
- Die per Zufall gefundene Eisenleiter-Route zur Altreute und dem Pfänder ist interessant und empfehlenswert!
- Die Zusatzrunde Hohberg-Hirschberg war für mich mässig spannend, einzig mein wegloser Abstecher hatte einen gewissen Reiz
- Das Auslaufen entlang der Bregenzer Ache auf dem Trasse der alten Bregenzerwaldbahn ist wohl nur halb-legal. Da unwissend genoss ich es aber ungemein und empfand es als sehr hübsch.
- Mit mehr als 35 km Wegstrecke ist die Sache nicht ganz kurz



Nachtrag zum Nachtrag. Es wurde mir mitgeteilt, dass die nicht mehr begehbare Leiter dank einer klettersteigähnlichen Installation wieder begehbar ist. Siehe dazu dieses Bild
Tourengänger:
360

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