Der Wilde Grat


Published by JonnyDodd , 12 September 2020, 11h02.

Region: World » Germany » Alpen » Allgäuer Alpen
Date of the hike: 5 August 2020
Hiking grading: T5 - Challenging High-level Alpine hike
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: D   A 
Time: 9:00

Wunderschöne Gratwanderung mit dem wunderschönen Hochvogel ständig im Blick.

Los geht es am Wanderparkplatz Auf der Höh. ACHTUNG!!! Seit diesem Jahr werden im gesamten Ort Hinterstein 10€ Parkgebühr pro Tag fällig, und das in Münzen. Das ist schon extrem. Ein bisschen kann ich es verstehen nach den chaotischen Szenen die sich dort diesen Sommer abgespielt haben, aber für mehr oder minder "Einheimische" die wissen, wie man sich benimmt, ist das schon ein hartes Stück. Wir hatten das Fahrrad dabei, hätten auch billiger vor dem Ort parken können, hätte man es gewusst. Seis drum.
Mit dem Fahrrad zum Giebelhaus und weiter bis zum Normalweg zum Hochvogel, hier kommt man beim Abstieg raus. Weiter die Fahrstraße und auf Wanderwegen bis zum Himmelecksattel. Von hier wunderbarer Blick auf die Höfats.

Weiter über den bekannten Nordgrat zum Großen Wilden Nord- und Hauptgipfel. Den Südgipfel hab ich mir geschenkt, da ich schon letztes Jahr droben war. Auf ausgezeichneten Wegspuren immer am Grat entlang, bis sich ein erstes Felshindernis in den Weg stellt, ab hier beginnt der spaßige Teil der Unternehmung. Der Aufschwung kann links umgangen oder direkt genommen werden bei entsprechenden Fähigkeiten. Weitere Details der Tour sind schwierig, es geht über unzählige Graterhebungen drüber oder dran vorbei, mit dem richtigen "Näschen" für die richtige Route nie wirklich schwerer als II. Der Vordere Wilde ist aus meiner Sicht die gehtechnische Schlüsselstelle der Tour. Extremer Bruch und steiles Gebrösel. Wir umgehen den ersten senkrechten Abbruch und steigen sofort nach rechts oben auf den Grat um so wenig Zeit wie möglich in dem Gelände zu verbringen. Oben angelangt erwartet einen ein exklusiver Blick, wirklich toll und ein Privileg, dass man auf diesem Gipfel stehen darf.

Buch hab ich auf die schnelle keines gefunden. Der weitere Weg zum Kreuzkopf ist leichtes Gehgelände bis auf einen Abbruch, den wir auf Platten unangenehm überwunden haben. Klettertechnische Schlüsselstelle im Abstieg. Auf dem Kreuzkopf hab ich auch kein Buch gefunden, wirklich gesucht habe ich aber nicht wirklich. Der Grat zum Wiedemer Kopf sieht auch verdammt interessant aus, jedoch nach dem Schmökern über die Begehung wird mir doch ein wenig mulmig, mit mehr Erfahrung vielleicht.

Schnell weiter zum Weittalkopf, der noch mit ein paar spaßigen Aufschwüngen wartet und viel zu schnell erreicht ist. Was ich mich beim Blick auf die Kreuzzspitze gefragt habe ob ein Weiterweg immer am Grat möglich ist, falls jemand etwas dazu weiß, bitte schreiben. Vom alleinigen Anschauen würde ich es verneinen, ein Aufschwung sieht doch recht wild aus.
Abstieg vom Weittalkopf einfach über seinen begrünten Rücken richtung Wanderweg, Achtung auf Steinschlag hier. Am Luitpoldhaus vorbei und dem Wanderweg zurück zu den Rädern und mit Vollgas Richtung Parkplatz. Die Abfahrt macht richtig Laune und ist ein toller Ausklang dieser wunderschönen Tour.

T6 war es für mich keinesfalls, die einzige unangenehme Stelle ist der Vordere Wilde und das sind vielleicht 10 bis 15m in unangenehmen Bruch. Klettern schätze ich eine II+ auf unserer Route.

Hike partners: JonnyDodd


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Comments (2)


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Nic says:
Sent 12 September 2020, 13h19
Du, ich denke dass eine Bewertung immer subjektiv ist. Ich kann das in dem Fall nicht beurteilen, da ich die Tour noch nicht gemacht habe (aber auf der Liste). Viele vergeben schnell mal T6 wenn es anspruchsvoll wird. Aber ich vertraue da mal meinem gelegentlichen Tourenpartner Ulf aka Quacamozza, der genug Erfahrung besitzt, um diverse Touren im Vergleich richtig einzuschätzen. Gratulation zur schönen Tour übrigens!

VG Nico

JonnyDodd says: RE:
Sent 12 September 2020, 13h54
Vielen Dank :)
hab mir eben nochmal die Definitionen der Wanderskala durchgelesen, ginge es nach den Kletterstellen, müsste ich eine T6 vergeben, aber das Gelände war für mich nicht "heikel". Da die T6 schon das Ende der Skala ist, hadere ich immer ein wenig, diese zu vergeben. Natürlich hast du Recht, auf vorherige Bewertungen von erfahrenen Berggehern zu schauen.

Beste Grüße
Jonny


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