Hoher Dachstein


Published by Erli , 18 August 2020, 06h14.

Region: World » Austria » Nördliche Ostalpen » Dachsteingebirge
Date of the hike:16 August 2020
Hiking grading: T2 - Mountain hike
Mountaineering grading: PD
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: A   A-OÖ   A-ST 
Time: 4:00
Height gain: 430 m 1410 ft.
Height loss: 430 m 1410 ft.
Access to start point:Mit der Dachsteinbahn zur Bergstation Hunerkogel.

Die Besteigung des Hohen Dachsteins über Schulter- und Randkluftsteig gehört zu den klassischen Klettertouren im Ostalpenraum. Man bewegt sich dabei auf historischem Gelände: der Randkluftsteig ist der älteste Klettersteig der Alpen. Er wurde auf Anregung von Friedrich Simony im Jahre 1843 errichtet. Das hochalpine Gelände und die Nähe zur Seilbahn bringen es mit sich, dass an schönen Tagen zahlreiche Berggänger am höchsten Gipfel der Steiermark unterwegs sind.

Ich war somit innerlich darauf eingestellt, den Berg mit vielen anderen zu teilen, aber der Dachstein befindet sich nun einmal in einem traumhaften Gelände, und während der Tour gab es manch schönes Gespräch und gute Begegnungen mit anderen Berggängern. Man steigt vom der Bergstation am Hunerkogel zunächst ein Stück zum Gletscher ab; dann führt eine gespurte Trasse über den Hallstädter Gletscher in Richtung Seethalerhütte. Kurz vor der Hütte verlässt man die Spur und gelangt zum Ostgratsporn. Zu Beginn ist zunächst einmal Warten angesagt, denn die ersten Meter des Schulterklettersteiges sind zugleich die schwierigsten. Der Steig führt ziemlich gerade aufwärts zur Schulter. Im oberen Teil erreicht man Gehgelände, und nach einem weiteren Kletterabschnitt gelangt man zum Mecklenburgband, einem einfachen, versicherten Quergang, der zum Randkluftsteig in die Nordwand hinüberleitet. Nun geht es über den Randkluftsteig steil aufwärts in 20 Minuten zum recht bevölkerten Gipfel des Hohen Dachsteins. Nach einer ausgiebigen Pause und dem Gipfelfoto ging es dann über den Randkluftsteig hinab.

Nun ist noch ein Stück auf dem Gletscher zurückzulegen. Anders als noch in diesem schönen Bericht aus der Vorwoche, sind die Bedingungen im Firn nicht mehr so gut. Die Randkluft und vor allem die Querspalte, die sich 30m unterhalb befindet, beginnen sich zu öffnen, so dass Seilsicherung notwendig ist. Oder man geht auf Nummer sicher und wählt den (längeren) Rückweg über die Ostschulter. Es erstaunt mich immer wieder, wie schnell sich die Bedingungen im Hochgebirge ändern können! Nach Passieren der Querspalte gelangt man recht bald in flaches Gelände und zurück auf die gut bevölkerte Trasse zwischen Seethaler Hütte und der Bergstation der Dachsteinbahn, wo man zeitnah zur Tour dann den wohlverdienten Gipfelradler zu sich nehmen kann, bevor es mit der Bahn zurück ins Tal geht.

Für mich hat sich mit der Besteigung des Dachstein ein Traum erfüllt; auch wenn nur der oberste Zipfel des Gipfelkreuzes die 3000er-Marke erreicht, so ist der Berg doch eine wunderbare hochalpine Unternehmung am östlichsten Alpengletscher. Bergeinsamkeit sucht man hier freilich vergebens, es sei denn, man geht zu einer anderen Jahreszeit. Eine spätere Tageszeit würde ich hingegen nicht empfehlen, da bei Erwärmung der Hochnebel aus dem Tal aufsteigt und den Dachstein im Laufe des Tages einhüllt. Auch die Gewittergefahr ist nicht zu unterschätzen; wir hörten, dass zwei Tage vorher Bergsteiger durch Blitzschlag verletzt wurden.

Hike partners: Erli


Minimap
0Km
Click to draw, click on the last point to end drawing

Gallery


Open in a new window · Open in this window


Comments (2)


Post a comment

Ole says:
Sent 18 August 2020, 16h29
Schöne Bilder vom Dachstein hast du mitgebracht. Du hast ja auch super Wetter gehabt. Mich wundert es auch immer wieder, wie schnell sich Bedingungen am Gletscher ändern können.
LG Ole

Erli says: RE:
Sent 18 August 2020, 18h59
Vielen Dank! Ich gebe das Kompliment gerne zurück, Ihr hattet sogar noch einen Tick mehr Sonne am Nachmittag. Im Vergleich der Bilder ist wirklich deutlich erkennbar, dass die Querspalte eine Woche vorher noch vollständig von der Spur bedeckt wurde; wir mussten schon ein Stück umgehen.
Weiterhin gute Touren, lg Johannes


Post a comment»