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Gemsfairenstock, 2971m - Rundtour via Rundloch


Published by Linard03 , 30 July 2020, 16h39.

Region: World » Switzerland » Glarus
Date of the hike:20 July 2020
Hiking grading: T4+ - High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GL   CH-UR   Claridengruppe 
Time: 8:00
Height gain: 1700 m 5576 ft.
Height loss: 1700 m 5576 ft.
Route:Bärenboden - Rundloch - Gemsfairenstock - Claridenhütte - Bärenboden

Ein weiterer Gipfel, den ich in diversen Winter-Anläufen nicht geschafft habe … Der Gemsfairenstock ist zwar knapp kein 3000er, gleichwohl bietet er ein grandioses Panorama. Ohne Bahnunterstützung ist es eine anspruchsvolle Tour, welche wir auf teils unbekannten, wilden Pfaden in Angriff nahmen.

Es gibt ja schon viele Berichte zum Gemsfairenstock; die allermeisten scheinen vom Fisetengrat aufzusteigen; einige gehen am Rundloch vorbei. Aber wer ist schon durch das Rundloch aufgestiegen?

 
Nach der gestrigen Familienfeier wollte ich also das für heutige prächtig angesagte Wanderwetter nochmals nutzen. Das Grüppchen von 6 Personen traf sich am Bahnhof Linthal (heute mal als Hahn im Korb; unterwegs mit 5 Frauen …) Mittels Sonderbewilligung fuhren wir gemeinsam einige Kehren hinauf zum Gebiet Brügglis / Stutz, wo wir auf ca. 1250m unsere Wanderung starteten.
 
Zunächst durch den Bärenbodenwald, dann bald weglos durch Gebüsch und etwas Sumpf hinauf, bis wir wieder offenes Gelände erreichten. Der Fiseten-Kessel ist wild und einsam; kein Mensch weit und breit zu sehen. Dafür entdeckten wir ein totes Murmeltier, wohl erst kurze Zeit tot. Ein eher junges Tier, welches keine sichtbaren Verletzungen aufwies; ev. von einer Krankheit dahingerafft?
 
Nach dem Überqueren des Fisetenbaches steuerten wir direkt die «Nase» an, wo dann alsbald etwas Steilgras-Kraxeln angesagt war. Zuletzt immer steiler und über loses Geröll hinauf zum Rundloch (2287m), einem imposanten Fels-Torbogen.
Auf feuchtem und rutschigem Untergrund durch dieses Loch (zuweilen helfen Felsgriffe) und in leichter Kraxelei auf die andere Seite hinauf. Hier geniessen wir eine Pause.
 
Danach ging’s weiter, nun auf dem blau-weiss-markierten Wanderweg dem Grat entlang, wo jetzt auch einzelne Leute anzutreffen waren. Der schöne Wanderweg (auch Teil des Via Glaralpina) führt hinauf zum Gemsfairenjoch (2846m). Die kurze Kettenpassage davor ist bei trockenem Wetter problemlos zu begehen.
Danach über ein Restschneefeld weiter dem Grat entlang zum Gipfel des Gemfairenstock, 2972m. Ein grandioses Panorama eröffnete sich uns, welches wir fast alleine geniessen durften (lediglich eine weitere Person war anwesend). Die Mittagspause vis-à-vis des Tödi hatten wir uns redlich verdient.
 
Noch stand uns ein langer Abstieg bevor … Zurück ging’s bis zum Gemsfairenjoch, danach folgte der steile Abstieg hinunter zum Claridenfirn. An dessen Rand über guten Trittschnee in Richtung P.2620. Die blau-weiss-Markierung auf den Steinen / Felsen wurde durch die Via Glaralpina-Initianten erst vor einem Jahr angebracht, aber das hat offensichtlich ausgereicht, dass mittlerweile bereits ein Pfad erkennbar ist.
 
Bald hatten wir die Claridenhütte (2451m) erreicht, wo wir nochmals ausgiebig bei Kaffee & ausgezeichnetem Kuchen rasteten. Am heutigen Montag war’s relativ ruhig; offensichtlich waren nur Einheimische unterwegs. Auf der Sonnenterrasse konnten wir nochmals zum Gemsfairenstock zurückblicken.
 
Vielleicht haben wir etwas zu lang gerastet, jedenfalls wollten mein Knie danach nicht mehr so richtig mitmachen. Eine Randnotiz für den Leser; für mich aber äusserst interessant: heute hatte ich jemanden kennengelernt, der genau dieselbe Geschichte durchgemacht hat ... Denselben Unfall im Jugendalter, danach mehrere Operationen, Physiotherapie kannte man damals noch nicht, als logische Folge Arthrose und irgendwann (unbewusste Fehlhaltung) waren dann beide Knie futsch …
Zumindest konnten wir bestens nachvollziehen, welche Schmerzen der andere jeweils im Abstieg durchmacht …
 
Jedenfalls musste es irgendwie das Altenoren-Tal hinuntergehen. Der erste Teil des Hüttenabstiegs war ziemlich steil; in einigen Kehren wurden schnell Höhenmeter vernichtet. Nach dem Abzweiger (Fisitenpass / Tierfed) folgten wir dem Wanderweg, welcher mehr oder weniger parallel zum Walenbach verläuft. Ich war froh, als wir auf ca. 1700m die Alpstrasse erreichten und das Gelände abflachte. Der Rest war dann Auslaufen, bis wir wieder zu unserem Fahrzeug gelangten.

mit dabei waren Alexandra, Burgi, Gabi, Marie-Louise & Saskia
 
Fazit:
Endlich durfte ich mal das Gebiet rund um den Gemsfairenstock besuchen. Es war eine wunderschöne Wanderung auf teils wilden Pfaden. Schönstes Bergwetter, grandioses Panorama, beste Gesellschaft – was will man mehr?
 
Bemerkungen:
heute waren wir mit leichten Trekkingschuhen unterwegs; für mich eine neue Erfahrung bei einer solchen Bergtour … Hat wie vieles andere Vor- und Nachteile. Man ist sicher spürbar leichter (und vermutlich auch etwas schneller) unterwegs.
An manchen Stellen hätte ich mir jedoch gutes Schuhwerk herbeigewünscht: der Halt war auf steilem, rutschigen Gelände nicht wirklich gut in den Trekkingschuhen und ich fühlte mich dadurch bei gewissen Passagen etwas unwohl. Zudem holte ich mir einige Blasen; auch das war ungewohnt …

Die GPS-Aufzeichnung ist wieder mal ziemlich eigenartig ausgefallen. Mir geht's aber wie üblich nur um eine Gesamt-Übersicht; die Tracks sollten nicht zum Nachlaufen genutzt werden, da viel zu ungenau.
 
Zeiten:
Bärenboden – Gemsfairenstock: ca. 5 Std.
Gemsfairenstock – Claridenhütte: ca. 1 Std.
Claridenhütte – Bärenboden: ca. 2 Std.

Hike partners: Linard03


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Geodata
 49274.gpx Gemsfairen

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