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Lange(r) Rande(n), 900m


Published by Linard03 , 5 June 2020, 07h30.

Region: World » Switzerland » Schaffhausen
Date of the hike:22 May 2020
Hiking grading: T1 - Valley hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-SH 
Time: 3:30
Height gain: 588 m 1929 ft.
Height loss: 740 m 2427 ft.
Route:Hemmental - Mösli - Lang Randen - Hörnli - Schlossranden - Siblinger Randenturm - Siblingen (13.5 km)
Access to start point:cff logo Hemmental
Access to end point:cff logo Siblingen

Zunächst ein kleines Intro in eigener Sache (wer nichts mehr über Corona lesen will, einfach die erste Text-Hälfte überspringen – auf die Gefahr hin, dass der eigentliche Touren-Bericht nicht gelesen wird …).

Ich gedenke nicht, mittels Bericht ein weiteres Corona-Forum zu eröffnen. Ich erwarte auch keine Reaktionen. Aber ein paar persönliche Gedanken möchte ich hier dennoch loswerden:
 
«das muss man aushalten, wenn man sich auf Sozialen Medien rumtreibt …» hat es ein Bergsteiger-Freund treffend formuliert.
Trotzdem sind mir gewisse Aussagen auf Hikr-Foren zum Thema «bleib zu Hause» bzw. «ich gehe trotzdem!» einiger Leute ziemlich auf den Keks gegangen. Einige Kommentare waren gar unterirdisch. Aber weshalb aufregen? Ich nahm mir einfach ein Time-Out von Hikr – und wie ich feststellen konnte, hatte ich in den letzten 2 Monaten nichts verpasst …

Es ging mir beim Thema «bleib zu Hause» nie wirklich um Verbote wie z.B. «Du darfst jetzt keine Biketour oder Wanderung unternehmen». Zumindest in der Schweiz gab es dafür auch keine explizite Verbote.
Aber Reisen quer durch die Schweiz, um eine Wanderung oder Bergtour zu machen, erachtete ich persönlich in der lockdown-Zeit als wenig sinnvoll. U.a. sollten mit dem Verzicht mögliche Berg-Unfälle vermieden werden. Was ja nicht ganz gelang; Beispiel Österreich: gemäss der österreichischen Alpinunfallstatistik gab es in der Quarantäne-Phase (15.3. – 19.4.) 112 Verunfallte; das sind 112 zu viel – auch wenn die Statistiker jubelten, die Zahl sei noch nie so tief gewesen; es waren eben 112 zu viel …
 
Dessen ungeachtet ging’s ja eigentlich v.a. um Solidarität.
 
Mir erschloss sich nämlich nicht, weshalb Profi-Bergsteiger, Bergführer, etc. zu Hause blieben und ein paar «Hobby-Wanderer» (bewusst etwas provokativ gewählt …) dagegen meinten, sie wollten unter keinen Umständen auf irgendwelche Touren verzichten.
Nun ja, ich habe feststellen müssen, dass Solidarität und Verzicht doch für einige ein Fremdwort oder gar ein Problem zu sein scheinen.
 
Aber egal, das hat jeder für sich selbst entscheiden müssen und ich kann ja sowieso nur für mich selbst sprechen:
-  Mein Aktionsradius betrug in den letzten 10 Wochen ca. 15km
-  Den ÖV habe ich in dieser Zeit nicht mehr benutzt
-  Zum Zeitpunkt des Tourdatums 10 Wochen von zu Hause aus gearbeitet (mit Ausnahme von ein paar Kurz-Besuchen im Büro); das ist nicht in jedem Job machbar; schon klar
-  Spaziergänge von zu Hause aus
 
Wie auch immer, das Corona-Thema war für mich spätestens am 21.3. auf Hikr abgeschlossen, da ich keine Lust hatte, mich über die diversen Diskussions-Inhalte weiter zu nerven.
Was mich aber insgesamt etwas nachdenklich stimmt, ist die zunehmend ruppige Tonart, welche in den Foren allgemein festzustellen ist. Statt Hass-Kommentare oder Häme zu verbreiten, sollten gewisse User ihre Energie viel eher in das Erstellen und in die Qualität von Touren-Berichten investieren ...

Hikr - Quo vadis?
 
Doch nun zur eigentlichen Aktualität:
 
Meine letzte Bergtour datiert vom November 2019; ist wahrhaftig eine Eeeeewigkeit her … Um genau zu sein: 6 Monate. Erstmals seit Jahren auch keine einzige Schneetour. Jedenfalls ist es die längste Berg-Abstinenz in den letzten 10 Jahren (und nein, ich habe in der Zwischenzeit keine heimlichen Touren unternommen …).
 
Da ich auch sonst nichts gemacht habe (aus Zeitmangel, in der lockdown-Zeit aufgrund fehlender Motivation), sollten die Muskeln wieder mal etwas aufgewärmt werden. Zunächst wollte ich eine kleine Gipfeltour unternehmen, aber da die Prognosen für den heutigen Tag doch nicht so eindeutig waren, disponierte ich kurzfristig um und entschied mich für eine Runde in der näheren Umgebung (und somit lässt die erste Bergtour seit Nepal im letzten Jahr weiterhin auf sich warten …). 
 
Es soll nach längerer Absenz wieder mal auf den Randen gehen, wo es nach wie vor unzählige Wege und Möglichkeiten gibt.
Das heutige Ziel soll der Lange(r) Rande(n) sein, mutmasslich der zweithöchste Punkt des Kanton Schaffhausen. Zunächst mit dem Bus nach Hemmental (585m), das (wohl nicht nur morgens um 7 Uhr) ziemlich verschlafen wirkt.
 
Zunächst hielt ich gegen Westen durch das Guggedal, danach den steilen Täuferstig hinauf zum Mösli (837m). Ein etwas eigenartiger Flurname, welcher jedoch für eine schöne, grosse Lichtung steht.
 
Danach geht’s gleich wieder in den Wald hinein, über diverse Wald- bzw. Forstwege, welche nicht wirklich bezeichnet sind. Wenn man sich jedoch auf den Instinkt verlässt und sich mehrheitlich auf dem Gratrücken hält, gelangt man zum Lange Rande (900m)
(LK-Bezeichnung = "Lange Rande", Tafel-Beschriftung vor Ort = "Langer Randen" - die Hikr-Beschriftung "Lang Randen" habe ich hingegen nirgends gefunden ...)

Aussicht gibt’s hier keine, da sich der höchste Punkt inmitten des Waldes befindet. Weiter ging’s auf dem Gratrücken zu P.893, wo sich angeblich eine prähistorische Wehranlage befinden soll (gesehen hatte ich allerdings nur eine kleine Grillstelle …).
 
Bei Räckholderebuck (P.854) hat man für einmal einen Ausblick auf die Umgebung. Und was für einer! Trotz leicht getrübter Sicht reichte der Blick bis zu den Glarner Alpen; der Tödi präsentierte sich prächtig.
 
Nun ging’s auf steilem Pfad hinunter zum Hörnli (P.650), danach südlich weiter durch Fröscheloch und nach Osten traversierend ins Churztaal. Bei P.641 steigt der Weg wieder kontinuierlich an, bis er auf die Fahrstrasse trifft. Genau; man kann auch sehr bequem mit dem Auto hinauffahren; das Randenhaus (P.836) ist ein beliebtes Ausflugziel.
 
Das Randenhaus lag jedoch nicht auf meiner Route; nach ca. 50m Asphaltstrasse bog ich gleich wieder südlich ab, um schliesslich via Siblinger-Schlossrande zum Siblinger Randenturm (789m) zu gelangen. Ein schöner Aussichtsturm, welcher natürlich erklommen werden musste.
Wenig überraschend war ich auch hier alleine und genoss die herrliche Aussicht auf den Säntis, Glarner- und Berner Alpen.
 
Zum Schluss führte ein steiler zick-zack-Pfad nach Siblingen hinunter, von wo aus ich den Bus für die Rückfahrt nach Schaffhausen benutzte.
 
Fazit:
Eine durchaus lohnende Runde, wenngleich sie mehrheitlich im Wald verläuft. Mit grosser Wahrscheinlichkeit ist man auf der beschriebenen Tour alleine unterwegs (der Aussichtsturm natürlich ausgenommen; da gibt’s normalerweise immer ein paar Leute).
Zudem finde ich die Flurnamen hier einfach herrlich … ;-)
Logischerweise ist bei mir alles etwas eingerostet, was entsprechend nachwirkte …

Hike partners: Linard03


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