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Tiefenstock 3515m ab Realp


Published by Bergamotte Pro , 27 April 2020, 10h16.

Region: World » Switzerland » Uri
Date of the hike: 2 April 2020
Mountaineering grading: PD
Ski grading: PD+
Waypoints:
Geo-Tags: CH-UR   CH-VS 
Time: 6:45
Height gain: 2030 m 6658 ft.
Height loss: 2030 m 6658 ft.
Accommodation:Albert-Heim-Hütte SAC
Maps:255S (R. 760a)

Der Tiefenstock zählt zu den ganz grossen Gipfeln der Zentralschweiz in einer Reihe mit Galenstock, Dammastock und Sustenhorn. Wie auch an letzteren sind die skifahrerischen Herausforderungen dabei erstaunlich gering - ganz im Gegensatz zum knackigen Fussaufstieg am Tiefensattel. Will man die Tour vor Öffnung der Passstrasse in einem Tag absolvieren (sprich mit Start in Realp), braucht's zudem ganz schön Saft in den Beinen...

Um 6:20 geht's los direkt hinter Realp (1538m). An der Passstrasse ist zurzeit noch nichts geräumt und der Schnee liegt stellenweise noch meterhoch. Tragepassagen entfallen im Moment also gänzlich. Die Unterlage ist angenehm hart und neben der Spur schön griffig, trotzdem steige ich für meine Verhältnisse eher gemächlich auf. Der Grund: Als Fliegengewicht leide ich immer besonders unter schwerem Gepäck, in diesem Fall 50m Seil, Pickel, Steigeisen und Helm. Aber Sicherheit geht nunmal vor. Die Orientierung stellt auf dieser Tour keine besondere Herausforderung dar. Der Aufstieg zur Albert-Heim-Hütte ist sogar mit Stangen markiert und schon zuvor erkennt man den Galenstock und rechts davon mein heutiges Ziel. Das ganze Gebiet wurde in den letzten Tagen offenbar regelmässig begangen, wobei am Tiefengletscher die wenigen alten Spuren sprichwörtlich vom Winde verweht wurden.

Hier laufe ich zu zwei Urnern auf (meine einzige Begegnung am heutigen Tag), die das Beste aus der verordneten Kurzarbeit machen. Selber schuld, so muss ich ab sofort selber ran. Der Aufstieg ab ca. 3100m zum Skidepot ist zunehmend mühselig; die Unterlage wechselt ständig zwischen pickelhart und bodenlos. Noch vor dem Klettersteig kapituliere ich und steige zu Fuss weiter. Die senkrechte Passage über die Eisenbügel kann - Schwindelfreiheit vorausgesetzt - schnell und effizient absolviert werden. Die Fortsetzung ist in jedem Fall anspruchsvoller, wie stark hängt von den aktuellen Schneebedingungen ab. Heute ist die Unterlage angenehm hart und griffig, so kann ich mit Pickel und Steigeisen weiterhin recht zügig aufsteigen. Aber eines sollte klar sein: Wie gut die Verhältnisse auch sind, das steile Gelände verzeiht kaum Rutscher oder Stolperer. Die ganze Strecke ist aber bestens mit Stangen eingerichtet und kann durchgehend gesichert werden. Gerade bei aufgeweichtem Schnee wäre das für mich zwingend. Zudem, passt man nicht auf, gerät man schnell ab der idealen Linie, wobei durchaus kleinere Varianten möglich sind. Beim Ausstieg zum Nördlichen Tiefensattel 3330m wird's nochmals richtig steil; die Urner legen hier ihr 20m Seil für den Abstieg.

Anschliessend unschwierig, aber recht anstrengend (Spurarbeit) über den breiten Rücken nochmals knapp 200Hm bis zum Tiefenstock (3515m). Der lange Aufstieg in Kombination mit der Höhe und dem schweren Rucksack haben mittlerweile ihren Tribut gefordert. Doch das fantastische Panorama hier oben entschädigt für alle Mühsal: Galenstock, Sustenhorn und Dammastock in Griffweite und direkt unter mir der lange Rhonegletscher und das Göschenertal. Und die Fernsicht lässt heute auch keine Wünsche offen und lässt den Schluss zu: die Bedingungen im Gebiet sind zurzeit top und der Schnee wird noch längere Zeit hinreichen. Trotzdem pausiere ich nicht allzu lange, denn ich möchte den Fussabstieg hinter mich bringen.

Da ich das schwere Ding schon mitgeschleppt habe, seile ich bis vor die Querung zum Steig ab. Fast lieber wäre mir heute ein Abstieg mit zwei Eisgeräten gewesen. Aber ein Seil würde ich an diesem Berg ohne genaue Kenntnis der Verhältnisse immer dabei haben wollen. Die Abfahrt über den Tiefengletscher ist wenig prickelnd, die Unterlage unangenehm windgepresst. Wer mag, steigt von hier nochmals zum Schafberg auf und verdient sich so ein langes Sulzvergnügen. Ich hingegen habe genug Höhenmeter gesammelt und wähle die Variante übers Älpeltli zum Tiefenbach und dann weiter über die Passstrasse. Hier gilt es gerade im Frühling rechtzeitig unterwegs zu sein, heute noch kein Thema. Zufrieden, aber mit schweren Beinen erreiche ich ziemlich genau sieben Stunden nach dem Start wieder Realp, wo der Frühling dominiert.

Hike partners: Bergamotte


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