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Mit Biwak und Nebel auf den Piz Calderas (3397 m)


Published by Raphy , 18 August 2019, 00h22.

Region: World » Terra Incognita
Date of the hike: 1 August 2019
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Mountaineering grading: PD-
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR 
Height gain: 1428 m 4684 ft.
Height loss: 1428 m 4684 ft.

Der Piz Calderas ist hier schon mehr als genug oft beschrieben worden und die angegeben Routen sind top, deshalb habe ich mir erlaubt die Routenbeschreibung unten aus dem Bericht von Ivo66 zu kopieren. Da ich selbst diese Beschreibung genutzt habe kann ich bestätigen, dass sie stimmt. Danke dafür übrigens :D

 

Doch zu nun zu meiner Tour, ich verfasse den Bericht, da es meine erste solo Tour auf einen 3000er war und weil es ziemlich witzig war.

Da ich leider kein Auto zur Verfügung hatte, reiste ich mit dem Öffentlichen Verkehr an. Von dem abgelegenen Fleck im Schweizer Jura bis ins Graubünden, ist dies eine Reise von etwa sechs Stunden. Aus diesem Grund entschloss ich mich zu einem Biwak in der Mulde von Tellers Davains, in der es im übrigen ein sehr hübsches Seelein gab. Die Anreise machte Spass, ich habe vor der gut eineinhalb stündigen Postautofahrt nach Sur nur sehr wenig vom Graubünden gesehen. Mit dem Bus Alpin gings dann weiter hoch zu Tgalucas (von dem ich trotz mehrmaligem fragen noch immer nicht weis wie man es ausspricht) auf der Alp Flix.

 

Nun wurde es interessant, denn ab der kleinen Brücke bei P. 2072, welche ich überquerte, nur um danach wieder 50hm abzusteigen da ich vorher hätte abbiegen müssen, lief ich in die tiefhängende Wolkendecke und konnte höchstens noch zehn Meter weit sehen. Anfangs war der Weg gut sichtbar, doch durch die vielen Schmelzwasserbäche wurde er irgendwann zum Bach und ich entschied mich einfach rechts davon zu bleiben und querfeldein zu gehen. Durch den Nebel war dies trotz einfachem Gehgelände ziemlich abenteuerlich, bei der Mulde war die Sicht so schlecht, dass ich beinahe in den kleinen See hineingelaufen wäre. Glücklicherweise eben nur beinahe. Jetzt hiess es einen geeigneten Platz zum schlafen zu finden, was dank der grossen Steine die irgendwie überall rumlagen nicht so einfach war. Nach etwa einer halben Stunde hatte ich jedoch mein Biwak aufgebaut und setzte mich auf einen Fels am See um den Abend mit einem guten Buch und Sandwichs ausklingen zu lassen. Der Nebel verlieh dabei dem Seelein etwas mystisches, alleine da zu sein war, als wäre es alles, als würde nichts mehr ausser mir und dem See existieren. Einfach wundervoll.

 

Nach einer überraschend angenehmen und warmen Nacht, wurde ich um drei in der früh wach und konnte nicht mehr schlafen. So packte ich meine Sachen zusammen und deponierte Schlafsack, Biwacksack und einige andere Dinge, in ein Depo beim See und machte mich um halb vier, mit Stirnlampe auf zum Gipfel. Dummerweise hatte der Nebel sich noch verdichtet, wodurch ich absolut keine Ahnung hatte wo ich lang musste. Ich beschloss einfach direkt in die Steigung hineinzugehen um möglichst schnell an Höhe zu gewinnen. Ganz so einfach war dies dann leider doch nicht, ich stieg hier direkt in ein nur mässig stabiles Blockschuttfeld und musste wegen Dunkelheit und Nebel immer wieder stehen bleiben um das Licht auszuschalten und mich an den dunkel durchscheinenden Umrissen der Hügel um mich herum zu orientieren. Gott sei Dank war ich in meiner Schulzeit bei den damals verhassten Orientierungsläufen immer sehr gut und kann deshalb mit nahezu keinem Anhaltspunkt nach Karte navigieren. Trotzdem kam ich nur sehr langsam voran und als ich endlich den Nebel hinter mir liess, war ich zu weit südöstlich aufgestiegen, wodurch ich nun in den Geröll- und Moränenschuttfeldern queren musste. Shit happens. Von da an war es jedoch ein traumhafter Aufstieg. Die Sonne ging bald auf und beleuchtete das Nebelmeer und die daraus aufragenden Inseln der der umliegenden Berge.

 

Um acht Uhr war ich schliesslich auf dem Gipfel. Ich blieb lange oben, ass mein wohlverdientes Frühstück und genoss die atemberaubende Aussicht. Wobei mich vor allem das Nahe gelegene Bernina Massiv in seinen Bann zog.

 

Der Rest der Tour war so schön wie ereignislos. Um elf war ich wieder an der Station von Bus Alpin und begann meine lange Odyssee nach Hause.



Routenbeschreibung:

Alp Flix - Tellers Davains (T3)
Vom gebührenpflichtigen Parkplatz (CHF 12.00 für 12 Stunden) folgt man dem Strässchen in einem Bogen zur Siedlung Tgalucas, von wo man zunächst dem Bergwanderweg Richtung "Piz Colm" folgt. Unmittelbar vor der Brücke bei P. 2072 m steigen unmarkierte Pfadspuren gerade hoch (rechts des Bachs). Der Pfad zweigt bald nach rechts ab und wird vorübergehend sehr breit. Bald danach wird er schmal, bleibt aber meist deutlich und führt in die Mulde von Tellers Davains hinein. 

Tellers Davains - Nordwestcouloir - Piz Calderas (T5)
Man steuert nun das offensichtliche, breite Geröllcouloir an über zum Teil mühsam zu begehenden Moränenschutt. Man steigt von Vorteil aber der Hälfte des unteren nach Süden hinaufführenden Couloirs links entlang der Begrenzungsfelsen auf. Das Gelände ist dort weniger rutschig. 

Nach der Linksabbiegung in den oberen, nach Osten führenden Teil des Couloirs wechselt man so bald wie möglich in den angrenzenden Felsplattenbereich linkerhand. Diese ermöglichen einen recht angenehmen Aufstieg. Zwischendurch ist das Gelände auch hier schuttig und gegen den Grat dominiert wieder Geröll. Die obersten, brüchigen Felsen umging ich heute linkerhand in steilem Geröll und Schutt. Ab und zu sind Steinmännchen vorhanden. 

Zuletzt folgt man dem breiten Grat durchwegs in Gehgelände über Schutt und Geröll. Die markanten Felsen in der Gipfelflanke umgeht man am besten rechts und geht in der Folge zum Teil auf Wegspuren im Schutt und Geröll zum höchsten Punkt.

Abstieg (auf gleicher Route): Im Gegensatz zum zuvor begangenen Aufstieg in den Felsplatten im oberen Couloirteil, steigt man besser früher in den Schutt ein, der im Abstieg leichter zu begehen ist.


Hike partners: Raphy


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