durch sieben Kessel musst du gehen - anspruchsvoll von Chastelen zum Stränzeloch


Published by Felix , 12 July 2019, 16h57. Text and phots by the participants

Region: World » Switzerland » Luzern
Date of the hike:10 July 2019
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-LU   CH-NW   Pilatusgebiet 
Time: 4:30
Height gain: 810 m 2657 ft.
Height loss: 810 m 2657 ft.
Route:Gantersei - Buchsteg - Lauelenwald - Ober Lauelen - Heitertanndliwäg - P. 1668 - Chastelen - Tagweid, 1756 m (Zeitreise) - Tagweid, Gipfel, P. 1715 (Zeitreise) - Stränzeloch - Bründle - Jägerhütte - P. 1433 - Schwändeliwald - Feuerstelle ewl Schwändeliwald, P. 1094 - P. 1032 - Buchsteg - Gantersei
Access to start point:PW via Huttwil - Gettnau - Menznau - Wolhusen - Malters - und Schwarzenberg nach Eigental, Parkplatz Gantersei
Access to end point:PW ab Parkplatz Gantersei via Hergiswald - Obernau - Kriens (Mattenhof: Bächli Bergsport) - Obernau - Blatten - Wolhusen nach Wyssachen
Maps:1170 - Alpnach

Sind wir doch öfters am Pilatus unterwegs, gilt heute unser Augenmerk einer auffälligen (teils unterbrochenen) Wegspur nördlich ums Gemsmättli, P. 2054, herum. Während des Verfassen dieses Eintrages stelle ich fest, dass Tobi diesen „prickelnden“ Weg vor vielen Jahren bereits begangen hat …

 

Bei schönem Wetter starten wir beim gebührenpflichtigen Parkplatz Gantersei; laufen länger flach am Rümlig entlang taleinwärts bis südöstlich von P. 1032. Nach diesem verläuft ein (auf der Karte nicht als WW eingetragener) Weg ohne Berührung der Alpwirtschaft  Unter Lauelen direkt hoch im Lauelenwald Richtung Lauelenloch.

 

Ausgangs Walds nähern wir uns über bestossenes Alpgebiet der Alp auf Ober Lauelen; nach einer weiteren, kürzeren Strecke über die Weidefläche beginnt der Heitertanndliwäg doch sogleich apart steil und felsig.

Abschnittweise leicht abschüssig, doch auch mit attraktiven Passagen versehen, leitet er zügig hoch zu P. 1621 und zum Abzweig zu unserer gesuchten Wegspur auf P. 1668.

 

Nach wenigen Metern (längen- und höhenmässig) gönnen wir uns eine Rast auf ~ 1692 m bei einigen Felsblöcken (wo einst unter einem Felsblock auch ein Unterstand gewesen sein muss) auf Chastelen.

Nach unserem Aufbruch bewegen wir uns erst noch im besonnten, flachen Grasgelände - bald einmal jedoch ziehen stets mehr Wolken um die Gipfel und Felswände über uns auf; die Stimmung wird mystischer - das Gelände zusehends anspruchsvoller. Ist es doch vom Kartenbild (und Luftaufnahme) nicht einfach abzuschätzen, was einen erwartet - so erweist sich unsere Tour durch die sieben Kessel als eine sehr überraschungsreiche.

Die Kessel - oft Block- und Geröllgelände - nehmen mit zunehmender Dauer an Steilheit zu, die Bewölkung ebenfalls; doch sind jene erst erstaunlich gut zu begehen, wenn man sich mal erst an die Tiefblicke in die „Schlünde“ gewöhnt hat. Trittsicherheit ist hier von Vorteil (sonst würde man arg weit runterrutschen - und unklar wäre der Endpunkt …); später, nach der Querung eines felsigen und rutschigen Bach- und Gerölllaufes sowie der erstaunlich passabel zu bewältigenden Aufstiegspartie am Ende eines felsigen Trichters, folgt jedoch der für mich heikelste Teil der Route. Auf im hohen Gras schlecht erkennbarem Spurtrassee gilt es konzentriert jeden Tritt zu setzen: knapp daneben leitete der kurze abschüssige Grashang im schlechtesten Falle zum letzten „Höllenflug“ über die Felswände in die letzten, ewigen, Jagdgründe …

Immerhin - das ist auf dem gewiss nicht allen Bergwanderern zu empfehlenden Spürlein ersichtlich, haben die Wegmacher der Pilatus-Putzete auch hier etwas Hand angelegt.

Ich bin auf dieser Passage echt dankbar um die mentale Unterstützung sowie das behutsame, nahe Vorausgehen (teils mit Rucksackkontakt) von Ursula. Auf dem letzten, grasigen, feuchten Wegabschnitt bis zum improvisierten Wegweiser auf 1756 m lassen die Terrainverhältnisse meine Anspannung reduzieren

Weit ausholend - direkt hinunter über den leicht steilen Grashang, ginge es auch, unschwierig - einigen mit gelben Bändern umwickelten Holzstangen folgend, erreichen wir das kleine Gipfelchen Tagweid, P. 1715 (gemäss Zeitreise), wo wir unsere Mittagsrast, mit gutem Blick hinunter ins sonnige Eigental, geniessen. Der Einstieg in die Kraxelstelle und Weiteraufstieg zum Gemsmättli, P. 2000, ist von dichten Wolken verhüllt.

 

Länger, doch unproblematisch, zieht sich auch die Fortsetzung des Marsches hin - einige Höhenmeter gilt es dabei wieder abzubauen. Einzig die Querung des schiefrig-rutschigen Grabens des Stränzelochs gilt es vorerst mit Bedacht anzugehen; ein zweiter ähnlicher Graben ist bereits komfortabel zu traversieren. Danach geht die unmarkierte Wegspur in eine saftige Krauttour über.

 

Derart gelangen wir zur Lichtung mit Tischkombination der Jägerhütte auf Bründle; eine zweckmässige Notunterkunft für Berggänger haben die Besitzer eingerichtet.

Einfach verläuft das Weglein nun im Wald bis zur Einmündung in den BWW (zum Rot Dossen / Rottosse und Mittaggüpfi / Gnepfstein bei P. 1433; erst noch unspektakulär leitet uns dieser Weg weiter hinunter.

Bald jedoch sind Einblicke in die wilde Schlucht eines Seitenarmes des Rümligs zu gewinnen; später verläuft der Weg atemberaubend nahe an beträchtlichen Felswandabbrüchen vorbei in den Schwändeliwald.

 

Auf dem meist gut eingerichteten BWW - an einigen Stellen müssten noch einige Sturmholz- oder Winterschäden-Arbeiten erledigt werden - erreichen wir schliesslich die ewl Feuerstelle Schwändeliwald. Hier überschreiten wir den Rümlig und wandern nun der Strasse folgend talauswärts via P. 1032 zur Brücke südlich von P. 1006, über welche wir heute den Aufstieg begonnen haben. Danach stromern wir auf dem WW entlang des Flüsschens zurück zum Ausgangspunkt beim Parkplatz Gantersei.


Hike partners: Ursula, Felix


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