Grenzwandern Schweiz * Cabbio - Monte Generoso


Published by laurentbor , 21 June 2019, 07h46.

Region: World » Switzerland » Tessin » Sottoceneri
Date of the hike:15 June 2019
Hiking grading: T2 - Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-TI   I   Gruppo Monte Generoso 
Time: 5:15
Height gain: 1365 m 4477 ft.
Height loss: 418 m 1371 ft.
Route:12,7 km
Access to start point:Zürich - Lugano - Mendrisio - Morbio Superiore - Cabbio
Access to end point:Monte Generoso - Capolago - Lugano - Zürich

Cabbio liegt ruhig und verschlafen da als der Bus endlich im hintersten Zipfel der Schweiz ankommt. Unglaublich wie abgeschieden dieses Tal ist, obwohl es so nahe an den wirtschaftlichen Zentren Lugano, Chiasso und Mailand liegt. Ich bin heute mit einer kleinen internationalen Gruppe von Hikern unterwegs und wir staunen nicht schlecht ob der intakten Landschaft und dem sehenswerten Ortsbild von Cabbio. Nach 30 Minuten Fussmarsch sind wir bereits im Hauptort des Tales angekommen. In Muggio sticht vorallem die prächtige Pfarrkirche San Lorenzo ins Auge. Die kleinen Bergdörfer haben das Geld welches im Ausland reich gewordene ehemalige Dorfbewohner zurückbrachten in solchen Monumentalbauten verewigt. Kein Wunder also stehen fast alle der kleinen Dörfer unter Denkmalschutz. Durch enge Gassen geht es nun jedoch aufwärts - hinaus aus den Dörfern - hinauf auf die Alpe.

Der Weg führt erst aussichtsreich ins Val Luasca, nach zwanzig Minuten nimmt uns jedoch der dichte Wald in Empfang und begleitet uns bis wir oben auf dem Passo Bonello ankommen. Sowieso ist das gesamte Valle di Muggio sehr waldreich. Auf der Alpe Bonello werkeln ein paar Bauern und nach einer kurzen Rast mit Ausblick auf den Monte Generoso geht es über den Pass Richtung Italien. Eine breite Fahrstrasse führt nun in Kehren hinab zur Asphaltstrasse vom Intelvi nach Erbonne. Dieser Strasse folgen wir nun ein Weilchen bis wir in das hübsche Dörfchen Erbonne auf der italienischen Seite der Breggia kommen.

Der kleine Ort im obersten Teil des Valle di Muggio liegt seit der etwas eigenwilligen Grenzziehung im 17 Jahrhundert auf italienischem Staatsgebiet. Er wird momentan noch von 9 Personen bewohnt und wirkt daher auch ziemlich museal. Trotzdem ist ein Rundgang sehenswert, da die Häuser, Brunnen und Ställe sorgfältig restauriert wurden. Eine kleine Osteria lädt zu Polenta und Bier. Wir machen hier eine kleine Rast. Eine wirklich wunderbare Überraschung, dieser kleine Ort. Kurz darauf überqueren wir die Breggia auf einer Holzbrücke und sind wieder in der Schweiz.

Wir folgen der Schmugglerroute nach Scudellate und zweigen nach einigen Minuten rechts ab und gelangen zum Vogelfängerturm Roccolo di Meri. Ein kurioser Steinturm mit Netzen war früher eine ausgeklügelte Jagdmethode um Sing- und Zugvögel zu fangen. Diese wurden in Zeiten von Hungersnöten für den Verzehr gefangen, jedoch auch um Singvögel zu züchten und zu verkaufen. 1875 wurde der Vogelfang gesammtschweizerisch verboten. 

Nun windet sich der Pfad steil hinauf über Wiesen und durch den Wald. Zwischen den verlassenen Ställen der Alpe die Sella raschelt es immer wieder verdächtig. Neben Eidechsen gibt es hier sicherlich auch einige Schlangen welche sich an den heissen Steinen im sinnigen Tal sonnen. Bei der Alpe Piana verlassen wir den Wald endgültig und treten auf die grossen Weideflächen des Monte Generoso. Aber auch hier geht es steil weiter, über die Südflanke geht es der Landesgrenze entlang bis unterhalb des Gipfels. Nun sind wesentlich mehr Leute unterwegs, schliesslich ist die Bahnstation schon ziemlich nahe. Auch einige Gleitschirmpiloten sind in der Luft.

Der Generoso ist wohl einer der bekanntesten Tessiner Gipfel. Die Aussicht vom 1700 Meter hohen Berg ist einmalig und reicht vom Intelvi, Valle di Muggio, Milano, Varese, Lugano bis zu den bekanntesten Alpengipfeln. Bereits ab 1890 wurde der Generoso von Capolago aus mit einer Schmalspurzahnradbahn erschlossen - welche heute noch auf den Berg tuckert. Hier endet unsere Tour im bekannten von Mario Botta entworfenen Berggasthaus "fiore di pietra".




Hike partners: laurentbor


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