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Piz d'Agnel (3204m) + Crappa da Tocf (2860m) = Ostertraum


Published by Schneemann , 20 April 2019, 14h01.

Region: World » Switzerland » Grisons » Oberhalbstein
Date of the hike:20 April 2019
Ski grading: PD+
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR 
Time: 6:00
Height gain: 1600 m 5248 ft.
Height loss: 1600 m 5248 ft.
Route:ca. 20km

Zwei grosse Ziele hatte ich heute: den Gipfel des Piz D'Agnel erreichen - mein höchster Skitourenberg - und einmal durchs Felsentor mit den Ski fahren ;) Glücklicherweise hat beides geklappt. Das sogar noch bei Kaiserwetter und ziemlicher Einsamkeit (dank sehr frühem Start). Viel besser kann man einen Ostersamstag nicht nutzen. Der Piz D'Agnel ist nicht wirklich schwierig, aber es ist eine etwas längere Tour mit Zwischenabfahrt und einem (für mich) einigermassen herausfordernden Gipfelgrat zu Fuss. Als kleinen Konditionsbonus hab ich den Crappa da Tocf noch mit angehängt, der ein paar nette Ausblicke und sehr entstpanntes Tourengehen zu bieten hat.

Tour:
Start schon sehr früh um 5:00 Uhr mit Stirnlampe am Parkplatz Julierpassstrasse, kurz unterhalb vom Hospiz La Veduta auf der Passhöhe. Die Parkplätze werden hier schnell mal knapp wenn's später wird, besonders natürlich an Ostern.

Der Aufstieg startete ganz alleine vom Parkplatz (2195m) durchs wunderschöne Val d'Agnel (2530m). Ich fürchtete sehr harten und eisigen Schnee, aber zum Glück war er doch griffig. Die Temperaturen waren  höher und somti angenehmer als erwartet (um den Gefrierpunkt) und der kalte Wind verhinderte das Schwitzen. Viel besser kann man es nicht erwischen. Erstaunlich ist auch wie hell die Nacht im Schnee bei recht vollem Mond ist - die Stirnlampe ist nicht zwingend nötig!

Vom Val d'Agnel stieg ich frei in Richtung Fuorcla d'Agnel (2983m) auf. So langsam gin die Sonne über den Gipfeln auf - und was gibt's Schöneres als einen Sonnenaufgang hoch oben in den Bergen ? (ausser der alles überragenden Sarah natürlich nichts). Ohne grössere Mühen und noch immer menschenseelen-allein erreichte ich die Fuorcla. Dort öffnet  sich der Blick in ein neues Tal mit tollem Blick - der türkise See ist im Winter leider nicht sichtbar, dafür die Jenatschhütte umso besser.

Hier heisst es nun erstmal wieder ein Stück abfahren, bevor man weiter über den Firn (Vadret d'Agnel (2930m)) aufsteigt. Die Abfahrt ist recht kurz, weshalb ich die Felle dran lies - es könnte sich aber schon lohnen abzufellen. Hier sah ich heute erstmals auch andere Tourengeher von der Jenatschhütte kommend. Mein Vorsprung war aber zu gross, als das mir jemand die österliche "Erstbesteigung" des d'Agnel hätte wegnehmen können ;)

Nach dem Firn erreicht man problemlos die Fuorcla da Flix (3065m). Hier geht es nun über den recht langen Grat auf den Gipfel des Piz D'Agnel. Der Grat ist leicht ausgesetzt und stellenweise ziemlich steil - mit Ski für mich zu heikel. Daher stieg ich zu Fuss zum Gipfel. Lange Gratanstiege im Winter sind eigentlich nicht so mein Ding - aber der Schnee war griffig, wenn auch hart. Trotz fehlenden Steigeisen kam es mir vertretbar vor. Bei eisigeren Bedingungen sind Steigeisen aber sicher vorteilhaft - die Gruppe nach mir hatte auch heute welche aufgezogen.

Die Abfahrt erfolgte auf dem Aufstiegsweg, inklusive Gegensteigung und Anfellen, bis zur Fuorcla d'Agnel. Dort querte ich dann in Richtung Crappa da Tocf (2860m) und stieg noch auf diesen einfachen Vorgipfel des Piz Neir auf. Ich war immer noch früh drann und fühlte mich fit. Skifahrerisch bring das nicht besonders viel, aber die Aussicht ist hübsch und man kann sich noch etwas auslasten, falls der Piz d'Agnel noch nicht reicht.

In der folgenden Abfahrt wollte ich dann noch unbedingt mal schauen, ob man durch das berühmte Felsentor nicht auch mit den Ski abfahren kann? Und siehe da, es ist richtig ausgefahren, da war ich also nicht der Erste mit dieser depperten Idee ;)

Fazit:
Eine 5-Sterne-Skitour in meinem Lieblings-Tourengebiet rund um den Julierpass. Landschaftlich herausragend mit 360 Gradblicken, die einen fast von den Füssen hauen. Der Piz d'Agnel ist mein bisher höchster Berg, den ich als Skitour erstiegen habe. Die ganze Route ist länglich, aber auch sehr abwechslungsreich.  Das sehr frühe Aufbrechen hat sich gelohnt, denn so entkamm ich noch den sehr weichen Bedingungen, die jetzt Mittags herrschen...

Lawinengefahr laut SLF "erheblich" in Bezug auf Nassschnee.


Hike partners: Schneemann


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