Silvretta Februar 2019, 2|4: Hinter Jamspitz


Published by Felix Pro , 8 March 2019, 22h52.

Region: World » Austria » Zentrale Ostalpen » Silvretta
Date of the hike:19 February 2019
Mountaineering grading: F
Snowshoe grading: WT5 - Alpine snowshoe hike
Waypoints:
Geo-Tags: Dreiländerspitz-Gruppe   CH-GR   A   Augstenberg-Gruppe 
Time: 4:45
Height gain: 950 m 3116 ft.
Height loss: 1035 m 3395 ft.
Route:Chamonna Tuoi CAS - Plan Furcletta - (Jamjoch) - Hinter Jamspitz - Jamtalferner - P. 2188 - Jamtalhütte
Accommodation:Jamtalhütte DAV
Maps:1198 - Silvretta, 1178 - Gross Litzner

Ein erster Augenschein - noch vor dem Frühstück - vor der Chamonna Tuoi zeigt deutlich auf, mit welchen Startbedingungen wir es zu tun haben werden: zwar herrscht eine - optisch - tolle Morgenstimmung, doch weht mich der frostige Wind beinahe um …

Doch, nach dem Morgenessen gestärkt, stellen wir uns dem heftigen Wind wie der Kälte - dégoûtant; doch mit allen vorhandenen Schichten ausgestattet, ist das Aufwärtssteigen, sobald wir uns bewegen - mit dem teils bereits beleuchteten  Piz Buin Grond vor Augen - ein erträgliches.

Wir steigen erst steil an, und erfreuen uns später, auf flacheren Passagen auch des Anblicks des bereits voll besonnten Dreiländerspitz’ - das Fortkommen im sichtlich bearbeiteten Schnee ist jedoch ein unproblematisches, und zudem lässt mit Verlassen des Talkessels der Wind an Stärke nach.

Wir schreiten über Plan Furcletta im leicht welligen Gelände länger im Schatten an - unser Gipfelziel scheint noch, unsichtbar, verdeckt hinter dem Piz Tuoi, weit weg - und gewinnen so die untere, weite Mulde unter dem erwähnten Gipfel; hier, erstmals an die Sonne herausgetreten, legen wir eine Pause ein.

 

Wenig später, nun durchgehend auf sonnigen Abschnitten - und nun bereits erstmals unseres Gipfelziels gewahr werdend (und sogar wenig später weit über uns sogar das Gipfelkreuz erkennend) - steilt der Anstiegshang doch beträchtlich auf, die Steighilfen sind hier sehr dienlich.

Derart gewinnen wir das ausladende Kar zwischen Piz Tuoi und dem Jamspitz; der Gipfel (mit Kreuz) scheint zwar hinter dem Vorbau noch leicht entrückt, doch beinahe greifbar nahe. Doch erst gilt es eine letzte steile Anstiegspassage (unmittelbar neben einem Schneerutsch) zu bewältigen (auch hier wieder knapp 30°), um zum eindrücklichen SE-Felsbug zu gelangen - hier, auf dem kurz flachen Sattel, belohnt uns bereits eine bemerkenswerte Aussicht bis zu Piz Palü und  Piz Bernina.

Um die NE-Flanke des kecken Vorgipfels unseres Tagesgipfelzieles herum traversieren wir nur leicht abschüssig Richtung Jamjoch hoch; nun können wir unseren Gipfel und dessen finale Aufstiegsroute gut einsehen.

Dessen erster Teil ist noch gut mit den Schneeschuhen (auch mit Skiern - sind doch zahlreiche Tourengänger mit diesen hier unterwegs) zu bewältigen; die steilere Schlussrampe jedoch einfacher ohne diese Fortbewegungsmittel. Vor der kurzen, Richtung SE verlaufenden, Rampe ist ein Skidepot eingerichtet - auch wir lassen unsere Schneeschuhe hier zurück. Steiler nun geht’s hinauf zum kurzen Gipfelgrat; nur kurz etwas ausgesetzt, leiten die wenigen verbleibenden Meter hoch zum Gipfelkreuz der Hinter Jamspitze - zwar sind wir hier nicht alleine, doch überglücklich, den Gipfel unserer Königsetappe erreicht zu haben! Der hier nun wieder kräftige und sehr kühle Wind lässt keine längere Gipfelrast zu - immerhin finden wir, bei den beiden, auch von der Tuoi-Hütte gestarteten Schweizern, am oberen Ende der grenzwertig steilen Schneerunse Richtung Piz Tuoi hinunter, ein „beschaulicheres Ruheplätzchen“.

 

Lange verweilen wir dort jedoch nicht, und machen uns bereit für den konzentrierten Abstieg zum Depot. Ab hier herrscht nun nur noch purer Genuss vor; am (Jamjoch) vorbei - hier seilen wir uns für den Abstieg über den Jamtalferner an (auch wenn er doch gut eingeschneit erscheint) - treffen wir während des längeren, genussvollen, Abstiegs über den Gletscher erst vom Wind bearbeitete Schneeflächen, später jedoch auch, schöne Pulverschneeverhältnisse an.

Im Verlauf des Abstiegs (auf der eher windgeschützten Nordseite des Gletschers) wird’s zunehmend wärmer, so dass wir bald einmal auf den Weiten des Jamtalferners, auf welchem uns Martin die komfortabelsten Abstiegsrouten vorspurt, bei einem Felsblock (inmitten des Gletschers) unsere, wegen der wenig einladenden Gipfelrast-Verhältnisse, verspätete Mittagsrast und „Feierrunde“ abhalten können. Sehr genüsslich gestalten wir diese - meint doch Bergführer Martin, es sei eine echte Première für ihn, anlässlich eines Gipfelerfolges sowohl Prosecco wie auch Grappa (Amarone barrique) kredenzt zu erhalten …

Wie wir später dann ins Tal des Jambachs einbiegen - und dessen Verlauf talauswärts folgen, wird unser Hüttenziel stets deutlicher erkennbar. Es dauert doch noch eine geraume Zeit - und der Schnee wird unterdessen bei der aktuellen Sonneinstrahlung schwerer - bis wir uns aus dem Taleinschnitt verabschieden, und Spuren folgen (dabei öfters mal tiefer einsinkend), welche den kurzen Aufstieg zur Jamtalhütte vorgeben. Hier angekommen, geniessen wir erst die verdienten Getränke auf der Sonnenterrasse, bevor wir uns „einloggen“ in die alpenhotelähnliche deutsche Vereinsunterkunft; glücklicherweise nicht annähernd voll besetzt, erleben wir drinnen doch freundlichen Empfang, Bewirtung (mit offerierter Willkommenssuppe) und gutem Nachtessen inmitten gleichgesinntem alpintouristischem Publikum.

 

▲ 1 ¾ h bis Pause südlich des Piz Tuoi auf ~ 2700 m

 

▲ 1 h 5 min bis Hinter Jamspitz

 

▼ ¾ h bis Pause auf Jamtalferner

 

▼ 1 h 5 min bis Jamtalhütte

 

unterwegs mit Andrée, Adrian und Bergführer Martin


Hike partners: Felix


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Comments (2)


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Sputnik Pro says:
Sent 9 March 2019, 17h05
Hallo Felix,

Gratuliere, tolle Tour!

LG, Andi

Felix Pro says: RE:
Sent 11 March 2019, 20h25
Danke Andi - hat echt Spass gemacht

lieber Gruss


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