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Bike & Hike Barrhörner und Schöllihorn


Published by Camox , 16 August 2018, 13h45.

Region: World » Switzerland » Valais » Oberwallis
Date of the hike:15 August 2018
Hiking grading: T3+ - Difficult Mountain hike
Mountain-bike grading: TD - Technically very difficult
Waypoints:
Geo-Tags: CH-VS 
Time: 10:30
Height gain: 3225 m 10578 ft.
Height loss: 3225 m 10578 ft.
Route:Turtmann Bahnhof - Unterems - Oberems - Gruben - Turtmannsee - Gässi - Üssers Barrhorn - Inners Barrhorn - Schöllijoch - Schöllihorn - Schöllijoch - Gässi - Turtmannsee - Gruben - Oberems - Unterems - Turtmann Bahnhof

Vor knapp vier Jahren habe ich die beiden Gipfel der Barrhörner und eine Woche später jener des Schöllihorns mit dem Bike besucht. Start- und Endpunkt dieser interessanten Touren war in Turtmann (siehe entsprechender Hikr-Bericht). Der eigentliche Plan von damals war es, die drei Gipfel an einem Tag zu besuchen. Da schlussendlich drei Anläufe für die erfolgreiche Besteigung der Barrhörner notwendig waren, hielt ich die Besteigung aller drei Gipfel in einem Durchlauf für zu anspruchsvoll und ich sah davon ab. Ganz vergessen konnte ich die ursprüngliche Idee aber seither nie. Mir sind die Touren in bester Erinnerung geblieben und auch die Magie vom Biken in dieser Höhe blieb unvergessen. Nun habe ich mich diesen Mittwoch aufgemacht, um die Dreier-Besteigung zu versuchen. Die Freude war gross darüber, nochmals zu diesen schönen Gipfelzielen im Turtmannstal aufbrechen zu können; auch wenn mich das Vorhaben natürlich auch etwas nervös machte.
 
Start war abermals beim Bahnhof Turmann. Mit der erstmöglichen Verbindung konnte ich diesen um 07:20 Uhr erreichen. Als erstes quere ich das Rhonetal und beginne den Aufstieg den Nordhang hoch. Gleich zu Beginn werde ich von einem eBike überholt. Für heute reisse ich mich zusammen und lasse ihn davonziehen. Bald fahre ich durch das Dorf Unterems, welches auf einer schönen Kanzel ob dem Rhonetal gelegen ist. Unterwegs ins darüber gelegene Dorf lasse ich mich von lustigen Strassennamen in Walliser-Deutsch unterhalten: "Ahorn-Sinigschiir", "Flüobodu" oder "Howwätä". So erreiche ich Oberems in guter Stimmung nach etwas über einer Stunde.
 
Ab hier führt die Strasse durch dichte Wälder und teils steil empor nach Zer Tänt. Eigentlich wollte ich hier eine kurze Essenspause einlegen, doch der kalte Talwind nahe dem Bach kam mir nicht gerade einladend vor. So fuhr ich noch ein paar hundert Meter weiter und machte nahe bei der Brücke über die Turtmänna bei den ersten Sonnenstrahlen nach der schattigen Taldurchfahrt Pause. Weiter ging es relativ flach durch das Tal vorbei an einigen Häusergruppen und der eindrücklichen Kapelle von Gruben. Bald war das Ende der asphaltierten Fahrstrasse erreicht, wo, gleich vor der Brücke, ein neuer Parkplatz erbaut wurde. Über Schotter fahre ich hier empor in Richtung des Turtmann-Stausees. Bei der Staumauer ergibt sich ein toller Ausblick über den See, Berge mit Gletscher und Firn im Hintergrund und oben links die SAC-Turtmannhütte. Eine hübsche Überraschung.
 
Ich fahre entlang dem unteren See und gelange so zum Damm, welcher beide Seen trennt. Alsbald beginnt der Aufstieg in Richtung der SAC Hütte und das Fahren ist nur noch auf kurzen Abschnitten möglich. Hier wähle ich den Steinmannliweg, welcher zu Beginn über eine Moräne führt. Diesen steige ich empor bis zur südlichen Spitzkehre und dann noch etwas weiter, bis kurz vor Ende der Schotterlandschaft. Dort finden sich rechterhand Wegspuren, welche erst über eine Moräne und später entlang eines nahe dem Gässi entspringenden Bachs führen. So erreiche ich wieder den Wanderweg unterhalb vom Gässi und fülle an der Quelle nochmals Wasser nach.
 
Dann geht es das Gässi hoch, was aus meiner Sicht dank stabiler Sicherung auch mit gebuckeltem Bike gut machbar ist. Beim weiteren Aufstieg erblickt man bald die drei Gipfelziele. Hier gilt es die Nerven nicht zu verlieren, denn der Weg ist noch weit. Über eine langgezogene Moräne führt er zu einigen Felsen, welche direkt bestiegen werden. Eine auffällige Felsnase erreicht, trennt sich der Weg (rechts zum Schöllijoch, links zum Üssere Barrhorn; für das Innere Barrhorn können beide Richtungen genommen werden). Hier gehe ich links empor. Schon bald wird der Weg steil und ich muss meine Schrittlänge verkürzen und ab und zu Pausen zum Atmen einlegen. So erreiche ich den Beginn des Schlussaufstiegs nahe Pt. 3'488. Das letzte Stück verlangt dann nochmals volle Leistung, denn auch hier geht es teils erbarmungslos steil dem Himmel entgegen. Bald war aber der erste Gipfel, das Üssere Barrhorn, erreicht! Ab Tourenstart in 5h 50min. Ich bin erleichtert und freue mich riesig über das tolle Panorama und die Tiefenblicke.
 
Auf dem Gipfel machten zu meiner Überraschung bereits vier Biker Pause (gestartet beim Parkplatz Pt. 1'902). Später werde ich sie bei ihrer Abfahrt beobachten, wobei ich feststellen muss, dass deren Downhill-Skills die meinen deutlich übertreffen. Die Kälte auf dem Gipfel und mein Zeitplan im Hinterkopf lassen mich nach einigen Minuten ans Absteigen denken. Da beim Aufstieg insbesondere meine Lunge, weniger aber meine Muskeln an ihre Grenzen kamen, halte ich den Besuch der zwei anderen Gipfel für möglich. Fahrend, teils auch stossend, geht es erst runter zu Pt. 3'488 und dann weiter hoch zum Innere Barrhorn. Der Aufstieg ist von dieser Richtung her recht human und jedenfalls deutlich flacher als der Weg von Süden her. Der Gipfel ist auf diesem Terrain bald erreicht und ich freue mich, ihn für mich alleine geniessen zu können.
 
Dann mache ich mich an den Weiterweg zu meinem Lieblingsgipfel in dieser Reihe, dem Schöllihorn. Dazu stosse ich das Bike erst die steilsten Stellen den Süd-Weg am Innere Barrhorn runter und fahre dann genüsslich zum Schöllijoch. Dort wieder meist tragend über den Absatz zum Grat und ab dort fahrend dem Schöllihorn entgegen. Der Schlussaufstieg dann wieder kurz tragend erreiche ich so auch diesen Gipfel recht problemlos. Ein kanadisches Pärchen, welches ich heute schon mehrfach angetroffen habe, verlässt gerade den Gipfel. Ansonsten habe ich heute hier wenige Besuche beobachtet.
 
Ich mag diesen Gipfel sehr, da man hier oben einen eindrücklichen Blick auf die hohen Schneegipfel von Bishorn und Weisshorn hat. Dies lässt einen vor Demut ergreifen und man fühlt sich irgendwie dem Himmel etwas näher. Im Staunen bleibe ich hier oben fast eine Stunde und geniesse die Stimmung. Um halbvier Uhr mache ich mich dann an den Abstieg bzw. als erstes vor allem Abfahrt.
 
Fahrbar war für meine Verhältnisse der grösste Teil der Strecke via Schöllijoch runter bis an das obere Ende der Felsnase, unter welcher sich die Wege trennen. Ab dort musste ich grösstenteils über die Felsabschnitte schieben und tragen, bevor ich mich auf dem Abschnitt auf der Moräne wieder auf das Bike traute. Beim Gässi wurde dann wieder geschultert und ich stieg danach wie beim Aufstieg direkt zum Steinmannliweg runter. Dieser war bis auf wenige Abschnitte recht gut fahrbar. Beim Erreichen der Turtmannseen war dann nochmals eine Pause angesagt, um für den letzten Streckenteil Kräfte zu generieren. Dann ging es an die schöne und zügige Abfahrt wieder runter nach Turtmann. Dort verpasste ich kurz vor zwanzig vor sechs Uhr sogleich einen Zug. Das war mir aber ziemlich egal, denn mir war noch nicht nach Aufbruch. So verweilte ich etwas am Bahnhof, wartend auf den nächsten Zug, und hielt mit Blick hoch ins Turtmannstal nochmals inne. Es war eine einmalige und super Tour!
 
Horizontaldistanz: 66 km
Tour im Alleingang
 
 
Bemerkungen:
  • Die Tour sei dem erfahrenen Alpin-Biker empfohlen, der das Bike auch nicht-fahrend gut beherrscht. Natürlich braucht es auch eine gute Portion an Ausdauer und Motivation.
  • Das Barrhorn wird nicht selten von Downhill-Bikern besucht, welche zumeist aus dem hinteren Turtmannstal beim Parkplatz starten. Bekanntheit erlangte diese Tour in der Szene wohl von verschiedenen Artikeln sowie Posts in den Sozialen Medien.
  • Für den Abschnitt oberhalb dem Gässi sollten genügend Wasservorräte eingeplant werden. Ich habe bei der Quelle am Gässi im Aufstieg nochmals 3 Liter aufgefüllt, welche ich auf meiner Tour auch brauchte. Allenfalls finden sich weiter oben noch Schmelzwasserflüsse; besonders auf dem Schöllihorn. Wohl haben diese aber einen tiefen Mineralgehalt.

Hike partners: Camox


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