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Wunderschöne Firntour auf den Hohen Göll - 2522 m - mit bitterem Ausgang


Published by Woife , 20 December 2017, 17h50.

Region: World » Germany » Alpen » Berchtesgadener Alpen
Date of the hike:15 April 2009
Ski grading: AD-
Waypoints:
Geo-Tags: D   A 
Time: 6:00
Height gain: 1422 m 4664 ft.
Height loss: 1422 m 4664 ft.
Maps:Topographische Karte des Bayr. LVA Nr. 8444 - 1 : 25000

In den siebziger Jahren, als ich länger in Berchtesgaden lebte, bin ich gut zehnmal allein im Winter auf den Hohen Göll gegangen, meist am Sonntagvormittag, so daß ich zum Mittagessen in Oberau wieder zu Hause war. Damals hatte ich eine gute Kondition, die ich in den letzten 15 Jahren immer mehr verloren habe. Aber das war zu erwarten. So war ich 1976 auf dem Hohen Göll, als ich auf dem Gipfel einen alten Salzburger traf, der mit erzählte, daß er in seiner Jugend in drei Stunden diese Tour gemacht hatte, jetzt brauche er halt sechs Stunden. So geht es mir seit einigen Jahren auch. Dennoch wollte ich am 15.04.2009 einen schönen Frühlingstag ausnutzen, um diese  Tour zu wiederholen. Kurz vor 5 Uhr fuhr ich in München los; kurz vor 7 Uhr parkte ich am Beginn des Alpeltals an der kleinen Straße nach Hinterbrand. Schon dort konnte ich anfellen. Dann hinauf zum Wandl, das ich mit Ski am Rucksack problemlos durchstieg. Danach konnte ich gleich wieder anfellen. Der Schnee war  bockhart gefroren, aber die Spur war so gut angelegt, daß ich die Harscheisen noch nicht brauchte. Erst im letzten Steilhang vor den Umgängen waren sie nötig, zumal es hier keine gute Spur gab. Ich war dann recht froh, als ich aus dem eiskalten Alpeltal  in den Umgängen in die Sonne kam. So konnte ich eine kleine Brotzeit genießen. Schöner Blick auf den Aufstieg zum Hohen Brett. Dann stieg ich gemütlich weiter. Nach einiger Zeit wurde es wieder steiler. An einer sehr harten Stelle, wo auch die Felsen rauskamen, zog ich kurz die Ski aus und ging  zu Fuß weiter. Nachdem ich wieder mit den Skiern weitergegangen war, überholten mich zwei ältere Tourengeher. Der eine kam mir bekannt vor. Es war ein Berchtesgadener, mit dem ich früher beruflich zu tun hatte. Er ist ein passionierter Skitourengeher und arbeitet nun im Ruhestand ehrenamtlich beim Bayrischen Lawinenwarndienst. Nach einem netten Ratsch zogen die beiden in ihrem jugendlichen (!) Tempo nach oben, während ich ihnen ganz langsam folgte. Es wurde in der Sonne immer wärmer. Der untere Teil des Gipfelrückens (dort Skidepot)  war schon aper, so daß ich zu Fuß zum Gipfel aufstieg. Nicht ganz sechs Stunden hatte ich gebraucht. Ich war aber  nicht erschöpft, so daß ich das wunderbare Bergpanorama vom Dachstein übers Tennengebirge bis zum Hochkönig und Watzmann bis weit in den Westen auch genießen konnte. Dann begann eine genußreiche Abfahrt im Butterfirn bis hinein ins Alpeltal. Das lag schon wieder im Schatten; der Schnee war dort bockhart  wie in der Früh. Vor dem Wandl schnallte ich ab und stieg vorsichtig ab. Als ich an den Fuß des Wandls kam, sah ich eine Gruppe von drei Reichenhaller Tourengehern, von denen einer schwerverletzt war. Er hatte sich in dem waldigen Stück über dem Wandl verfahren, wollte zu Fuß absteigen, verlor in dem bockhart gefrorenen Schnee den Halt und war dann leider über die Felswand abgestürzt. Er hatte sich schwere Gesichtsverletzungen zugezogen und blutete sehr stark. Seine Freunde hatten die Bergwacht bereits verständigt. Ich rief dann noch den Polizeinotruf an. Die bestätigten, daß ein Rettungshubschrauber bereits unterwegs ist. Kurz darauf kam ein junger  Bergwachtler, der ebenfalls alarmiert worden war, von der Straße herauf; er übernahm die Erstversorgung des Verletzten und bereitete mit uns den Platz für die Hubschrauberbergung vor. Kurz darauf erschien der Hubschrauber, der in der Luft mangels Landemöglichkeit blieb und einen Notarzt und zwei weitere Bergretter absetzte. Zudem halfen zwei Beamte der Polizei Berchtesgaden. Nach der ärztlichen Versorgung wurde der Verletzte in einen Bergesack mit Luftmatraze gepackt und dann ausgeflogen. Die Aktion wurde von den Bergwachtlern und den Polizisten sehr professionell, schnell , aber auch mit Anteilnahme durchgeführt. Ihnen allen gebührt großer Respekt und Dank!. Dieser Unfall hatte mich doch sehr mitgenommen. Ich fuhr dann das kurze Stück mit Ski bis zum Parkplatz ab. Ich hielt dann noch einige Zeit Kontakt  mit den Freunden des Verletzten. Es brauchte lange, bis die erheblichen Verletzungen ausgeheilt waren. Das Tourengehen hat er aufgegeben.




Hike partners: Woife


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