Überraschungstour auf den Lafatscher Roßkopf


Published by Gipfelstürmer & Bergrebell Ötzi II , 18 September 2017, 17h59.

Region: World » Austria » Nördliche Ostalpen » Karwendel
Date of the hike:14 September 2017
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: A 
Time: 7:30
Access to end point:Bus von Absam-Eichat nach Innsbruck, Zug nach Garmisch
Accommodation:Bettelwurfhütte

Am klaren Morgen des 14.09.17 kurz nach 07.00 Uhr brach ich an der Bettelwurfhütte, in u. an der noch kein Mensch zu sehen war,  Richtung Lafatscher Joch auf. Ich wollte zum Törl u. von dort über den darüberliegenden Bergkamm, an dem mir noch die Wildangerspitze u. die Drei Dutten fehlten u. das Stempeljoch zur Pfeishütte wandern. Dafür war Eile angesagt, war doch für Nachmittag ein Schlechtwettereinbruch mit Schneefall gemeldet.

Noch war Föhn und ich genoss die Sonne. In der Nähe des Lafatscher Jochs fiel mein Blick auf den Lafatscher Roßkopf unter dem Kleinen Lafatscher. Da fiel mir ein, dass er mir vor kurzem auf Fotos bei "hikr" aufgefallen war. Da auf ihm ein Gipfelkreuz steht, entschloss ich mich, hinaufzusteigen, obwohl er kein richtiger Gipfel ist. Diese Tour gab mir außerdem die Möglichkeit, als Erster bei "hikr" über seine Besteigung zu berichten!

Ich stieg zunächst über Geröll u. zwei kurze Graspassagen auf, bis sich das Gelände aufsteilte u. das Geröll sehr mühsam zu begehen war. Ich ging nach rechts in die wenig steile Flanke unter dem Lafatscher Roßkopf. Ich stieg in eine plattige Rinne ein, in der ich in schöner Kletterei (eine Stelle II) an Höhe gewann. Oberhalb stieg ich nach links querend die schrofige, geröllbedeckte Flanke unter den steilen Felsen weiter auf. Ohne nennenswerte Kletterei erreichte ich eine kleine Scharte westlich des Roßkopfs. Wenige min. später stand ich am Gipfelkreuz. Um die Überraschung, die ich dort erlebte, anderen, die sich die Mühe machen, da hinaufzusteigen, nicht zu nehmen u. anderen die Mühe nicht ersparen möchte, da hinaufzusteigen, um sie selbst erleben zu können, werde ich nicht verraten, um welche es sich handelt!

Ich trug mich als Vierter dieses Jahres ins Buch ein! 2015 gab es insgesamt 6 Eintragungen, 2016 nur 4!

Ich überschritt den höheren Gratpunkt P. 2525, der kaum 20hm zum Beginn der Kante des NO-Grates (III-) abfällt (auch kein Gipfel!). Wenn ich geahnt hätte, dass ich nicht mehr die morgens noch vorgesehene Tour machen würde, hätte ich mir die Zeit genommen, die Kante hinaufzuklettern (lt. Führer kann man schwierige Stellen umgehen).

Unter der kleinen Scharte fällt eine rötliche Rinne ab, die ich für den Abstieg benutzte. Darunter war das riesige Geröllfeld zum Lafatscher Joch zu begehen. Ich wanderte von dort noch ein Stück weiter auf dem Wilde-Bande-Steig, der zum Stempeljoch führt, bis ich die Abzweigung hinunter zum Issanger erreichte. Dieser folgte ich zum Issanger. Dort traf ich einen älteren, aufsteigenden Mann, den ich fragte, wo es Wasser gibt (ich hatte an der Hütte kein Wasser mitgenommen u. die übriggebliebenen Getränke des Vortages inzwischen aufgebraucht).  Er riet mir davon ab, über den Kamm zur Pfeiser Spitze aufzusteigen, da bald ein Schlechtwettereinbruch erfolgen würde (hätte ich Wasser mitgenommen, wäre ich womöglich noch aufgestiegen, weil ich den Wanderer dann vielleicht nicht angesprochen hätte).

Ich entschied mich also, weiter durch das Isstal zum Halltal hin abzusteigen. Nach etwas über einer Stunde war es stark bewölkt, nach einer weiteren halben Stunde tröpfelte es schon eine Zeit lang. Hätte ich den beabsichtigten Aufstieg vorgenommen, hätte ich unterwegs einen Gewissenskonflikt bekommen, also mir die quälende Frage stellen müssen, ob ich umkehren oder weitergehen soll! Es hätte sich jedenfalls nicht gelohnt u. ich verschob die Tour auf einen sonnigen, klaren Oktobertag.

Ich erreichte über den netten Wanderweg den Gasthof St. Magdalena. Ich trank nach kurzem Besuch in der Kirche keinen Radler wie sonst, sondern gegen meine Müdigkeit einen Milchkaffee, in Österreich ein Luxusgut! Es tröpfelte u. die wenigen Leute, die dort saßen, brachen auf.

Kurz darauf trat ich den restlichen Abstieg zur nächsten Bushaltestelle an. Ich nahm nicht den Fahrweg, sondern einen in Abstiegsrichtung rechts darüber verlaufenden Wanderweg, von dem ich noch einen schönen Blick auf die am Vortag überschrittene Hüttenspitze hatte. An der Ladhütte war meine zweitägige Rundtour beendet.

An der Bushaltestelle hätte ich eine halbe Stunde warten müssen, deshalb marschierte ich weiter Richtung Hall. Als ich eine nach rechts abbiegende Straße passierte, fuhr ein Bus mit der Aufschrift "Hauptbahnhof"  in diese hinein. Ich rannte ihm zur nahen Bushaltestelle hinterher u. stieg ein. So kam ich bequem nach Innsbruck!



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