am Toggenburger Höhenweg, Mai 2017, 2|3: von der Chrüzegg zum Tanzboden


Published by Felix Pro , 1 July 2017, 21h48. Text and phots by the participants

Region: World » Switzerland » St.Gallen
Date of the hike:24 May 2017
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-SG   Speer-Mattstock   Zürcher Oberland 
Height gain: 1125 m 3690 ft.
Height loss: 950 m 3116 ft.
Route:Berggasthaus Chrüzegg - P. 1314, Chrüzeggalp - P. 1229 - Obertweralp - Tweralpspitz - Rotstein - P. 1223 - P. 1211 - Hüttenberg - Oberricken - P. 850 - P. 822 - Ricken - P. 784 - P. 819 - P. 805 - P. 859 - Chamm, P. 934 - Alpwirtschaft Rittmarren - P. 1053 - Churzschwändeli - P. 1105 - P. 1142, Axerberg - P. 1223 - P. 1261 - P. 1279 - Regelstein - P. 1216 - P. 1200 - P. 1278, Breitenau - P. 1242 - Restaurant Ober Bächen - P. 1196 - Chüebodenegg - Alpwirtschaft Tanzboden
Accommodation:Alpwirtschaft Tanzboden
Maps:1113 - Ricken, 1114 - Nesslau

Unser zweiter Tag entlang und am Toggenburger Höhenweg beginnt - nicht wie erhofft mit einem Sonnenaufgang - sondern mit düsteren Wetterverhältnissen, sogar leichtem Nieselregen; im Verlauf des Tages nimmt die Sonne jedoch nach und nach Überhand, so dass wir unterwegs, und besonders auf der Tanzbodenalp, herrliche Stimmungen erleben können.

 

Nach einem ausgezeichneten Frühstück im Berggasthaus Chrüzegg - alleine, das junge Paar mit dem Kleinkind, welches gestern ebenfalls eine happige Etappe zurückgelegt hat, verabschiedete sich gestern Abend mit den Worten, dass sie den heutigen Tag später angingen - machen wir uns bei sehr grauen und feuchten Wetterverhältnissen auf.

 

Erst steigen wir sanft an (abseits des Wanderweges) über Wiesengelände, mal kurz am Grat, an zu Chrüzegg, Chegelboden  respektive Chrüzeggalp, wo wir zwar eine grosse Funkstation, nicht jedoch das auf der LK eingezeichnete Kreuz, vorfinden.

Weglos steigen wir über einen stotzigen Weidehang ab zum WW; via Punkt 1229, dem Übergang von Wattwil ins Goldinger Tal, machen wir uns am Gegenhang auf zur Obere Tweralp.

 

Weiter hinauf - nach wie vor im grau-feuchten Ambiente - folgen wir dem öfters breiten Weg zum nördlichen Vorgipfel, und schliesslich an zwei hier biwakierenden jungen Männern vorbei, zum unscheinbaren Gipfelpunkt des Tweralpspitzes.

Auf ebenfalls nur schwachen Spuren steigen wir wieder hinunter zum WW, setzen unsere Reise hinunter fort bis zu urtümlich anmutender Landschaft oberhalb Grossrotstein, und - wieder abweichend vom WW - über den Grat zum markanten Einzelbaum, und wieder nur auf spärlichen Spuren hinunter auf die Höhe des Ursprungs des Rickenbaches.

 

P. 1286 umrunden wir auf dem offiziellen Weg westseitig, lassen es uns aber nicht nehmen, weglos zum Rotstein hinauf zu marschieren.

Wenige Meter unterhalb treffen wir wieder auf den WW, welcher alsbald für ein kurze Passage sich doch steil, beidseitig doch etwas abschüssig, präsentiert und mit leicht erhöhter Vorsicht angegangen werden muss - auch wenn hier Seilsicherungen angebracht sind.

 

Einfach gelangen wir zum Übergang auf P. 1223, Hinterrotstein, und ab hier hinunter zur Alphütte (sie ist noch nicht bewohnt); nun endlich zeigt sich beim weiteren, oft etwas steileren, Abstieg über Weidewiesen erstes zaghaftes Blau am Himmel.

Bei der - heute leider geschlossenen - hübschen Alpwirtschaft Hüttenberg angekommen, dürfen wir erstmal in den Genuss von erfreulichem Sonnenschein kommen.

 

Nun bleibt uns eine längere Wegstrecke über asphaltierte Strassen, auf welchen wir über Oberricken schliesslich nach Ricken gelangen, wo wir uns einen Kaffeehalt gönnen und einige Verpflegung für den Weiterweg einkaufen.

 

Anschliessend folgen wir erst der Strasse Richtung Reisenbach, biegen bei P. 784 in südsüdwestlicher Richtung ab; der WW leitet schliesslich ins kleine Tobel des Seelibaches; leider beherrscht nun hauptsächlich wieder das bekannte Grau den Himmel …

Erst im Wald, dann an dessen Rand, wandern wir im gemütlichen Auf und ab Richtung Eich; nach einem kurzen Abstecher nach Grosswiti beschliessen wir jedoch, umzukehren und via P. 805 den weiter ausholenden WW nach Chamm unter die Füsse zu nehmen - die Gratwanderung ab P. 936 erscheint uns als die weit attraktivere als der kürzere Waldaufstieg …

 

Dies wird uns bestätigt, indem wir nun fortlaufend wieder blaue Fragmente am Himmel erblicken können; dergestalt wandern wir frohgemut über einfaches, meist Wiesengelände hoch bis zum Kreuz unterhalb, westlich der Alpwirtschaft Rittmarren - bei jenem, mit einem gepflegten (Gedenkstein?)-Gärtchen versehen, nehmen wir eine erste kleine Mahlzeit zu uns, bevor wir uns auf der Wirtschaft mit Getränken bedienen lassen.

 

Wenig später, auf P. 1053, drehen wir wiederum in südlicher Richtung ab und steigen übers Churzschwändeli zu P. 1105 an zum Axerberg - so können wir auf einem weiteren, malerisch anmutenden, Gratrücken weiter empor schreiten.

Mehrere schöne Einzelbäume in der weiten Schneise leiten uns zum Rossgaden und weiter; kurz nach P. 1279 halten wir inne bei der Infotafel des „Felix-und-Regula-Weges“. Immerhin sind diese beiden die Stadtheiligen von Zürich (und gleichzeitig Namensträger von meiner Schwester und mir) - Exuperantius, der dritte der Stadtpatrone, ist hier nicht erwähnt …)

 

Bei zunehmend schönerem Wetter legen wir die letzten Meter zum Regelstein (früher: Regulastein) zurück, wo wir uns, mit Blickrichtung Säntis, ein weiteres Mal kurz niederlassen.

 

An einer bemerkenswerten Trockensteinmauer vorbei beginnt der liebliche, oft im lichten Wald verlaufende, Abstieg via P. 1216 nach Spitzmoos; über offenes Weidegelände der Wiederanstieg hinauf Richtung Gipfelkreuz auf P. 1278. Dieses erreichen wir, den WW verlassend, weglos, zuletzt auf dem flachen Grasrücken der Breitenau.
 

Direkt steuern wir anschliessend P. 1242 auf dem östlich verlaufenden WW an; ab hier sind es nur noch wenige Hundert flache Meter bis zur Alpwirtschaft Oberbächen - wie viele Jahrzehnte ist’s doch her, wie ich das letzte Mal, während meiner überaus intensiven, spannenden Tätigkeit im Johanneum, hier oben verweilen durfte!

Die Gastgeber empfangen uns sehr freundlich; wir lassen uns hier gern nieder, und gönnen uns ein feines Bier und einheimischen, von der „Älplerin“ selbst gebackenen Schlorzifladen - exzellent!

 

Weitere sanfte Höhenmeter im oberen Bächiwald legen wir abwärts zurück zur Stotzweid; hier nun beginnt der gemächliche Anstieg über Alpweiden bis unter die Westflanke des Gubelspitzes. Weiter wandern wir in südlicher Richtung, mit nur wenigen Höhenmetern verbunden, bis kurz vor die Chüebodenegg - diese erklimmen wir über „Kuhgelände“, am Schluss steil, über die NNW-Flanke.

 

Weglos wiederum steigen wir ab bis auf ~ 1390 m, wo wir wieder auf den WW treffen; hier dünkte mich, als hörte ich jemanden rufen, konnte jedoch auf die Schnelle niemanden ausmachen … [das klärte sich dann wenig später relativ schnell ;-)]

Bereits ist unser Tagesziel in Sicht, nur noch wenige Höhen- und Laufmeter fehlen, und wir erreichen die Alpwirtschaft Tanzboden, wo wir herzlich empfangen werden.

Eine unvergleichliche, ja sensationelle Aussicht sowohl zum Ober- und Zürichsee wie auch zum Säntis und Trabanten ist uns hier beschieden; sehr sympathische Gastgeber - Maria und Kari - und schliesslich als Höhepunkt das (nicht ganz überraschende) Eintreffen der Renaiolos! Gleich wird auf das köstliche Zusammentreffen mit Prosecco angestossen, danach Leckeres aus der Küche verzehrt, und ausgiebig ausgetauscht - bevor dann die zwei Zürcher Oberländer wieder den Heimweg antreten; das war super, liebe Doris und Ruedi C

Nachdem zahlreiche Vorabendbesucher, die meisten Bikers, die absolut empfehlenswerte Alpwirtschaft wieder verlassen haben, sind wir die einzigen, welche zur Übernachtung bleiben - und wir können auch mit den beiden Gastgebern ein frühes Morgenessen vereinbaren, das Wetter soll ja sehr gut werden; unsere einzige Sorge bleibt, ob die Schneeverhältnisse den Aufstieg zum Speer via Klettersteig erlauben werden … 


Hike partners: Ursula, Felix


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Comments (2)


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Felix Pro says: RE:
Sent 2 July 2017, 21h32
toll war's - schön, dass ihr es euch einrichten konntet :-)

lg Felix


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