Traverse Breithorn West und Mitte – Einsam am leichtesten 4000er
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Es war Zeit für etwas Hohes. Schauen, wie ich Höhe vertrage und wie es sich anfühlt über 4000m zu sein. Diese Gedanken spukten schon lange in meinem Kopf herum. Zu lange. Deshalb musste ich das jetzt endlich herausfinden und beenden.
Die Vorzeichen waren allerdings nicht die Besten: für 2500 hm lange, beinharte Aufstiege war ich nicht fit genug.
Darüber hinaus hatte diese Reise eine Vorgeschichte und wurde so zu einer sehr intimen Sache, in die ich mich immer mehr reinsteigerte. Aus diesem Grund musste ich das auch alleine machen. Vergletscherte Berge die man besser nur mit Seilpartner betreten sollte, fielen daher auch weg.
Dann war das noch mein erster 4000er. D.h. mein Selbstvertrauen war nicht vorhanden. Schwierige Kletterstellen oder wild ausgesetzte Gipfelgrade – wie z.B. am
Mönch 4107m – traute ich mir alleine nicht zu.
Und wenn ich schon mal unterwegs war, wollte ich auch so viele „Kapazunder“ wie möglich sehen. Das
Breithorn - Westgipfel 4164m war daher die logische Wahl.
Der Startschuss für meine Mini-Expedition in die Schweiz fällt kurz vor Täsch. Nach gut 700 km und 8 Stunden im Auto – die mich über Venedig, Mailand und Domodossola in die Schweiz bringen - sehe ich zum ersten Mal das
Breithorn - Westgipfel 4164m und versuche cool zu bleiben: „das sind nur 300 hm über einfaches Gelände. Das geht schon. Lass dich nicht einschüchtern“ denke ich mir und fahre weiter nach Täsch.
Die ersten Eindrücke – die Zugfahrt nach Zermatt, die asiatischen und amerikanischen Touristen, keine Autos, der erste Blick aufs
Matterhorn / Monte Cervino 4478m – mildern meine Aufregung und ich spaziere gespannt durch die schönen Straßen von Zermatt.
Am nächsten Morgen bin ich aber wieder richtig nervös und total verunsichert. Zu viele Fragezeichen und Zweifel schweben mir noch durch den Kopf und obwohl ich die vielen Berichte vom
Breithorn - Westgipfel 4164m fast auswendig kenne, kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass das so einfach klappen kann. „Irgendwas kommt da bestimmt noch dazwischen. Zuviel Wind, zu viel Schnee, keine Spuren, ohne die ich mich alleine nicht über den Gletscher traue, usw.“. Mit Schischuhen und meinen Tourenski auf dem Rücken gehe ich zu Fuss durch Zermatt. Ich bin der Einzige mit Wintersportausrüstung und komme mir fehl am Platz vor.
An der Talstation sehe ich – außer einer Gruppe von Touristen – noch 2 andere Seilschaften. Einerseits bestärkt das meine Zweifel, weil ich alleine und noch überzeugt davon bin, dass das ohne Seil einfach nicht geht, andererseits denke ich mir, dass ich nun zumindest nachgehen kann und die Wegsuche über Gletscherspalten nicht bei mir liegt, falls es noch keine Spuren gibt.
Das Blatt wendet sich dann schließlich in der Seilbahn zum
Klein Matterhorn 3883m. Zunächst noch überwältigt von der Dimension der Monte Rosa Gruppe, sehe ich nun auch zum ersten Mal den Gipfelhang und die gut angelegte Spur auf das
Breithorn - Westgipfel 4164m. Diesen Moment werde ich wahrscheinlich nie mehr vergessen: im Lautsprecher der Gondel läuft „Total eclipse of the heart“ von Bonnie Tyler, ich stehe da, inmitten einer Gruppe von Japanern, und realisiere, dass in Kürze endlich ein sehr sehr großer Traum von mir in Erfüllung geht.
Zum Aufstieg selbst gibt es eigentlich nicht viel zu berichten. Nüchtern und emotionslos ausgedrückt: von den ca. 2500 hm, von Zermatt auf das
Breithorn - Westgipfel 4164m, fahre ich 2200 hm mit dem Lift. Am
Klein Matterhorn 3883m, auf ca. 3800m, angekommen gelange ich durch den Tunnel auf den Gletscher und folge einer gut ausgetretenen Spur die letzten 300hm zum Gipfel des
Breithorn - Westgipfel 4164m.
Schritt für Schritt den ich höher gehe, nähert sich mein Selbstvertrauen wieder dem Normalzustand. „Wehe du bist am Gipfel zufrieden und gehst nicht mehr weiter zum
Breithorn - Mittelgipfel 4159m. Wehe!!“, motiviere ich mich nun wieder.
Am Gipfel selbst sind wir nur zu 4, was ich aufgrund der vielen Berichte mit den vielen Menschenmaßen kaum glauben kann. Ungläubig stehe ich da und kriege meinen Blick nicht weg von
Mont Blanc 4810m und Monte Rosa. Als ich schließlich eine Seilschaft vom [p ] abfahren sehe, erinnere ich mich wieder an mein Vorhaben, wechsle auf Steigeisen und Pickel und mache mich weiter zur Traverse zum
Breithorn - Mittelgipfel 4159m.
„Das geht so nicht“, denke ich mir und stapfe unmotiviert und bis zu den Knien einsinkend den Grad entlang. „Da komme ich ja gar nicht weiter“. Also wechsle ich wieder auf Schi und komme innerhalb von 1 min zum Pass zwischen
Breithorn - Westgipfel 4164m und
Breithorn - Mittelgipfel 4159m. Die letzten Meter felle ich meine Schi ein letztes Mal auf und stehe nach ca. 10 min ALLEINE bei strahlendem Sonnenschein auf meinem 2. 4000er. Nach gut einer halben Stunde ALLEINE am
Breithorn - Mittelgipfel 4159m, fahre ich zurück zum
Klein Matterhorn 3883m und schließlich noch weiter ab zum Trockenen Steg.
Am nächsten Tag bringt mich die Gondel wieder hinauf zum
Klein Matterhorn 3883m. Da ich ja nicht jeden Tag die Chance auf einen 4000er habe, wiederhole ich die Tour einfach. Diesmal stehe ich über 1 Stunde ALLEINE am Gipfel. Am gesamten Berg sind an diesem Tag nur 3 andere Bergsteiger unterwegs. Das bei strahlendem Sonnenschein und so gut wie keinem Wind. „Und das alles am Breithorn. Das kann ja nicht sein. Da muss doch irgendwo ein Haken sein“ denke ich mir und starre ungläubig die Walliser Alpen an die vor mir liegen.
Nach einer kurzen Abfahrt im besten Firn, stehe ich wieder am Breithorn Plateau und nehme zum Abschluss noch den kurzen Aufstieg zur
Gobba di Rollin in Angriff.
Eine weitere Abfahrt im besten Frühjahrsschnee bringt mich wieder zurück zum Trockenen Steg.
Auf dem Weg zurück durch Zermatt komme ich mir diesmal, anders am Tag zuvor am Morgen, nicht mehr fehl am Platz vor. Ganz im Gegenteil: diesmal genieße ich sogar die Blicke der Touristen und freue mich über die 2 wunderschönen Touren die hinter mir liegen.
Den Haken finde ich schließlich auch noch: die Stunde am Gipfel bei strahlendem Sonnenschein hat meiner Haut nicht ganz so gut getan. Den Sonnenbrand und die mit Fieberblasen übersäte Lippe nehme ich für diese 2 genialen Tage aber gerne in Kauf.
Fazit: keine alpinistische Glanzleistung, dennoch würde ich diese Tour jederzeit wiederholen und jedem empfehlen. Viel einfacher kommt man vermutlich kaum auf einen 4000er und die Aussicht am Gipfel sucht seines Gleichen. Ist man bei der Tourenplanung dann noch ein wenig flexibel und geht wenn nicht jeder geht, dann kann man sogar am
Breithorn - Mittelgipfel 4159m ALLEINE die atemberaubende Fernsicht genießen.
Die Vorzeichen waren allerdings nicht die Besten: für 2500 hm lange, beinharte Aufstiege war ich nicht fit genug.
Darüber hinaus hatte diese Reise eine Vorgeschichte und wurde so zu einer sehr intimen Sache, in die ich mich immer mehr reinsteigerte. Aus diesem Grund musste ich das auch alleine machen. Vergletscherte Berge die man besser nur mit Seilpartner betreten sollte, fielen daher auch weg.
Dann war das noch mein erster 4000er. D.h. mein Selbstvertrauen war nicht vorhanden. Schwierige Kletterstellen oder wild ausgesetzte Gipfelgrade – wie z.B. am

Und wenn ich schon mal unterwegs war, wollte ich auch so viele „Kapazunder“ wie möglich sehen. Das

Der Startschuss für meine Mini-Expedition in die Schweiz fällt kurz vor Täsch. Nach gut 700 km und 8 Stunden im Auto – die mich über Venedig, Mailand und Domodossola in die Schweiz bringen - sehe ich zum ersten Mal das

Die ersten Eindrücke – die Zugfahrt nach Zermatt, die asiatischen und amerikanischen Touristen, keine Autos, der erste Blick aufs

Am nächsten Morgen bin ich aber wieder richtig nervös und total verunsichert. Zu viele Fragezeichen und Zweifel schweben mir noch durch den Kopf und obwohl ich die vielen Berichte vom

An der Talstation sehe ich – außer einer Gruppe von Touristen – noch 2 andere Seilschaften. Einerseits bestärkt das meine Zweifel, weil ich alleine und noch überzeugt davon bin, dass das ohne Seil einfach nicht geht, andererseits denke ich mir, dass ich nun zumindest nachgehen kann und die Wegsuche über Gletscherspalten nicht bei mir liegt, falls es noch keine Spuren gibt.
Das Blatt wendet sich dann schließlich in der Seilbahn zum


Zum Aufstieg selbst gibt es eigentlich nicht viel zu berichten. Nüchtern und emotionslos ausgedrückt: von den ca. 2500 hm, von Zermatt auf das



Schritt für Schritt den ich höher gehe, nähert sich mein Selbstvertrauen wieder dem Normalzustand. „Wehe du bist am Gipfel zufrieden und gehst nicht mehr weiter zum

Am Gipfel selbst sind wir nur zu 4, was ich aufgrund der vielen Berichte mit den vielen Menschenmaßen kaum glauben kann. Ungläubig stehe ich da und kriege meinen Blick nicht weg von


„Das geht so nicht“, denke ich mir und stapfe unmotiviert und bis zu den Knien einsinkend den Grad entlang. „Da komme ich ja gar nicht weiter“. Also wechsle ich wieder auf Schi und komme innerhalb von 1 min zum Pass zwischen




Am nächsten Tag bringt mich die Gondel wieder hinauf zum

Nach einer kurzen Abfahrt im besten Firn, stehe ich wieder am Breithorn Plateau und nehme zum Abschluss noch den kurzen Aufstieg zur

Eine weitere Abfahrt im besten Frühjahrsschnee bringt mich wieder zurück zum Trockenen Steg.
Auf dem Weg zurück durch Zermatt komme ich mir diesmal, anders am Tag zuvor am Morgen, nicht mehr fehl am Platz vor. Ganz im Gegenteil: diesmal genieße ich sogar die Blicke der Touristen und freue mich über die 2 wunderschönen Touren die hinter mir liegen.
Den Haken finde ich schließlich auch noch: die Stunde am Gipfel bei strahlendem Sonnenschein hat meiner Haut nicht ganz so gut getan. Den Sonnenbrand und die mit Fieberblasen übersäte Lippe nehme ich für diese 2 genialen Tage aber gerne in Kauf.
Fazit: keine alpinistische Glanzleistung, dennoch würde ich diese Tour jederzeit wiederholen und jedem empfehlen. Viel einfacher kommt man vermutlich kaum auf einen 4000er und die Aussicht am Gipfel sucht seines Gleichen. Ist man bei der Tourenplanung dann noch ein wenig flexibel und geht wenn nicht jeder geht, dann kann man sogar am

Tourengänger:
Straniger

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