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Guten Morgenberghorn


Published by Bikyfi , 22 May 2017, 10h26.

Region: World » Switzerland » Bern » Berner Voralpen
Date of the hike:21 May 2017
Hiking grading: T3+ - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-BE 
Time: 7:30
Height gain: 1379 m 4523 ft.
Height loss: 1386 m 4546 ft.
Route:Aeschried - Brunni - Morgenberghorn

Am Vorabend meiner Tour hatte ich ja noch vor den Dreispitz in Angriff zu nehmen. Doch hatte ich nirgends verlässliche Infos bekommen wie es sich dort um die Schneebedingungen verhält. Kurzerhand beschloss ich die Alternative Morgenberghorn. Was sich als gute Entscheidung herausstellte.

Ich startete gegen halb 7 Richtung Aeschried wo ich um halb neun vor dem Schulhaus parkte. Niemand außer mir war dort. Mein erster Gedanke war: Ich bin allein auf meiner Tour. Bis zu dem Moment als der Postbus kam und eine Wagenladung Wanderer ausspuckte. Das Schuhwerk des ein oder anderen ließ darauf schließen, dass ich das Gipfelglück wohl heute teilen müsste.

Ein Blick Richtung Kandertal und auf das mir wohlbekannte Gehrihorn zeigte zu meiner Verwunderung völlige Schneefreiheit. Das Ärmighorn, sowie der Dreispitz hingegen: Versunken im Schnee.
Mein Blick schweifte zum Morgenberghorn, welches sich bislang hartnäckig hinter einer Wolke versteckt hielt. Ansonsten war das Wetter bis dahin freundlich und mit 8° angenehm.

Die ersten 600hm ab Aeschried waren recht zügig bewältigt.
09:00 Uhr. Vom Parkplatz aus benötigte ich gute 1,5h bis Brunni. Unterwegs und auf gleichem Weg hatte ich noch ein sehr nettes Gespräch mit einer Einheimischen über mögliche Ziele und die Schneelage.
Der Weg lief zu Beginn mäßig ansteigend über ein wenig Asphalt, dann Weiden, später bewaldetes Gebiet mit etwas Matsch hier und da. Bis Brunni: T2.

Zwischendrin gabs immer wieder eine tolle Aussicht gen Schwalmere, Dreispitz und Niesen.
Das Morgenberghorn dagegen hüllte sich noch immer in Wolken. Ab Brunni wurde der Weg steiler und man stapfte nun zusehends in trittfestem Schnee. Einer frischen Fussspur folgte ich durch steiler werdendes Gelände mit teils ausgesetzten Stellen, allesamt aber wenig problematisch.

Nach kurzer Zeit prangte ein grosser Wegweiser im Fels. Er wies auf die mit Ketten gesicherte Schlüsselstelle. Direkt darunter eine steilere, aber gut trittsichere Ansammlung von Altschnee. Hier gings es nun schon unter Zuhilfenahme der Hände voran bis zum Einstieg in die Schlüsselstelle. Mit der Kette gesichert ists ein schöner kleiner Kletterspass. Danach wurde es direkt luftiger, die Aussicht schon jetzt traumhaft. Das Gelände blieb abschüssig.

Kurz nach der Kletterstelle querte ich, wie mein Vorgänger, ein steiles Schneefeld lieber direkt als auf dem Wanderweg zu bleiben. Der unmittelbar mit Schnee bedeckte Weg verlief direkt neben dem Abgrund und war rutschig. Der schwierigste Part war damit aber erledigt (T3+).

Der restliche Aufstieg (T3) verlief in immer gleich bleibendem Anstieg über Geröll, Grassoden und Schnee.
Ein Tiefblick zurück nach Brunni zeigte nun eine 6er-Gruppe, die sich nach der Brunni-Hütte in den Hang Richtung Schlüsselstelle aufmachte. Ich dachte mir in diesem Moment: "Ab jetzt habe ich eine gute Stunde Vorsprung und der Gipfel ist sehr wahrscheinlich leer." Nach dem steilen Schneefeld traf ich auf bergab weisende Fusspuren. War mein Vorgänger etwa schon wieder unten? Wie früh mag er oder sie wohl gestartet sein das ich niemanden sah?

Nach der Passage des Vorgipfels sah man das Ziel. 12 Uhr stand ich am Gipfel der mittlerweile Wolkenfrei war. Niemand außer einer frechen Bergdohle gesellte sich zu mir. Vom Niesen her zog es gewaltig zu. Ich ließ mir Zeit und genoss das, was sich in den Wolkenlücken als Aussicht bot über eine Stunde lang. Von der Gruppe hinter mir allerdings keine Spur. Im Gipfelbuch hingegen der Eintrag meines Vorgängers: Er scheint schon öfters hier gewesen zu sein :-)

Um kurz vor 13 Uhr lüftete sich die Wolkendecke. Ich hatte allerdings nicht mehr viel Hoffnung mein letzjähriges Ziel, Schwalmere, mal ohne Wolken aus dieser Richtung bestaunen zu dürfen. So brach ich auf und stieg entland der Wächte unterhalb des Gipfels ab. Ein toller Blick zu den Seen über den steil abfallenden, verschneiten Nordhang! Glücksgefühle.

Eine halbe Stunde später an der Kette angekommen kam mir noch ein Wanderer entgegen der ebenfalls sein Gipfelglück erleben wollte. Wir redeten kurz über die Verhältnisse und gingen unserer Wege. Von der Gruppe weiterhin keine Spur. Vermutlich machten Sie kehrt, denn ich konnte keine weiteren Spuren entdecken.
Am Brunnigrind legte ich mich noch eine Zeit lang in die Sonne und genoß die Ruhe, es war mittlerweile kaum noch eine Wolke am Himmel. Ich beobachtete den Aufstieg des weiteren Wanderes zum Gipfel und staunte nicht schlecht wie schnell sich der morgendliche Anblick vom in Schnee gehüllten Morgenberghorn zum Nachmittag hin geändert hatte. Noch ein paar Tage mit solch einem Wetter, dann werden noch ganz andere Touren in der Gegend ohne Steigeisen machbar sein.

Zeiten:
Aeschried - Brunni: ~1,5h
Brunni - Morgenberghorn: ~1,75h

Equipment:
steigeisenfeste Tourenstiefel, Gamaschen, Stöcke



Hike partners: Bikyfi


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