Hirzli-Nordgrat via Schnabel


Published by PStraub , 15 August 2016, 15h42.

Region: World » Switzerland » Glarus
Date of the hike:15 August 2016
Hiking grading: T5- - Challenging High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GL   Oberseegruppe   Zürcher Hausberge 
Height gain: 1250 m 4100 ft.
Height loss: 1250 m 4100 ft.

Gestern waren Irène und ich auf dem Schilthorn. Die Umgebung ist zwar eindrücklich, aber als Wanderung - wir gingen von der Bahnstation via Gimmelen (Stutz?) - Grauseewli zum Gipfel - gibt das nicht viel her. Doch bezüglich Sozialkontakt ist dieses Ziel kaum zu übertreffen. Auf so viele Besucher, wie hier in eine Kabine gepresst werden, bringt es ein durchschnittlicher Glarner Gipfel nicht einmal in einem Jahr.
 
Nach diesem Massentourismus-Intensivkurs wanderte ich heute auf etwas weniger ausgetretenen Pfaden: Ich wollte den Hirzli-Nordgrat (einigermassen) konsequent begehen.
Geplant war, bis Wasserboden auf dem Wanderweg aufzusteigen. Doch dieser Weg ist derzeit wegen Waldarbeiten gesperrt. Was ich eher zufällig einem aufgehängten Zettel an einer Weggabelung entnehmen konnte. So nahm ich die Gelegenheit wahr, den "verschwundenen" Weg ab Schnabel noch einmal zu (be-)suchen.
 
Bis zum Wendeplatz, auf der Karte als Ende der Fahrstrasse eingezeichnet, auf dem markierten Weg ab Bilten. Der Einstieg in den "verschwundenen" Weg erfolgt genau in der Spitze (siehe Fotos unten), mit etwas Spürsinn sieht man dort sogar die erste Markierung. Denn bis weit hinauf hat jemand diesen Weg mit gelben Farbtupfern markiert. Nicht überall konsequent und/oder logisch. Aber immerhin!
 
Wenn hier "Weg" steht, kann das zwischen einem mit Tritten ausgebauten Weg über vom Forst absichtlich mit Abfall zugemüllten Plätzen bis zu einem knappen Wildwechsel alles sein. Aber er führt sicher durch ein Gebiet, das weit schwieriger zu begehen ist, als man es von unten gesehen annehmen würde. Denn der Hang ist vertikal von schräg angeschnittenen Nagelfluhrippen durchzogen, aus einem sanften Wald wird unversehens eine vertikale Klippe.
 
Ich musste wegen der Wegsperre diesen Weg in beide Richtungen begehen. Der GPS-Track zeigt, wie schnell man die Spur verliert. Grundsätzlich geht es im Auf- und Abstieg immer eher nach rechts, fast nie gerade hinauf oder hinab. Solange man auf der richtigen Spur ist, bewegt man sich hier im T3-Bereich.
 
An sich wollte ich sofort auf den Nordgrat, was ab Gras-Chopf völlig locker geht. Im Abstieg habe ich dort sogar einen alten Weg verfolgt, der zu der dortigen Weide führt. Nur ist die Orientierung im Wald manchmal tückisch: Im Aufstieg habe ich die falsche Rippe erwischt und bin erst weiter oben wieder an den Grat zurück.
Der Wasseregg-Grat-Wald lässt sich eigentlich recht gut begehen. Man muss einfach mit all dem Kraut am Boden zurecht kommen. Dafür reicht es aus, für ein paar Erdbeeren nur den Arm auszustrecken. Immer mal wieder kreuzt man alte Bewirtschaftungswege, früher musste da intensiv aufgeforstet oder Holz geschlagen worden sein.
 
Weiter oben kommt man in das Weidegebiet von Ober Nideren. Die Zäune reichen fast nirgends mehr bis an den Grat. Aber dieser ist recht gut begehbar, nur selten muss man Gruppen von Fichten ausweichen. Bei einzelnen Aufschwüngen ist allerdings gute Bodenhaftung von Vorteil.
 
Abgestiegen bin ich auf dem markierten Weg. Oberhalb Unternideren sah ich zwei Männer mit Motorsensen (Un-)Kraut schneiden: vorbildlich!
 
Übrigens: Die offizielle "Umleitung" während den Waldarbeiten geht über den Sonnenberg - ein unsinniger und langweiliger Umweg. Da ist die Variante via Schnabel weit attraktiver.
 
Mit diesem Gratweg und Trickys Nordostflanken-Route hat das Hirzli wohl für jede Richtung - und für jeden Geschmack - eine Routenbeschreibung in HIKR.

Hike partners: PStraub


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