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Gemeinsam einsam - Sind Menschen so schrecklich?


Published by detlefpalm, 13 November 2020, 20h59. This page has been displayed 3381 times.

Viele hikr Berichte schwärmen von einsamen Touren. Viele Berichterstatter betonen, dass sie keine Menschenseele auf einer Tour getroffen haben - quasi ein Qualitätsmerkmal der Route. In Foren wird beklagt, wenn eine Route oder ein Gipfel häufig besucht wird. 

Wir freuen uns ein Murmeltier zu sehen, und finden es schrecklich anderen Menschen zu begegnen?

Gleichzeitig suchen wir die Nähe zu anderen - zum Beispiel hast du auf diesen Thread geguckt, weil dich interessiert, was jemand anderes sagt - egal ob du Gemeinsames suchst, oder  um dein Missfallen  auszudrücken.

Komisch, oder?



Comments (68)


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Nic says:
Sent 13 November 2020, 21h36
Niemand zu treffen ist definitiv ein Qualitätsmerkmal einer Tour. Mag natürlich jeder anders sehen. Viele wollen ja sogar andere treffen, sonst würden sie ja nicht gesehen werden. Ich war schon immer ein Freund der Einsamkeit und hab es noch nie verstanden, warum sich zig tauasende Menschen an der Münchner Isar tummeln, wenn es doch schöne und ruhige Plätze außerhalb gibt. Es geht wohl ums dabei sein und ums gesehen werden. Gemeinschaftsgefühl. Keine Ahnung. Vielleicht auch anerzogen. Der Mensch, ein Herdentier. Dann gehöre ich wohl einer anderen Spezies an. Ich mag es ruhig und einsam. Viele Menschen sind mir ein Graus. Ob am Berg oder sonstwo.

Ich beanspruche die Berge nicht für mich, aber wenn ich z.B irgendwo 5 Leute an einem Gipfel treffe, wertet es die Tour für mich ab. Oder sagen wir es anders. Da wo ich niemand treffe, fühle ich mich frei.

Kommunist says: RE:
Sent 18 November 2020, 09h37
Hi Nic,
wenn du so gerne allein am Berg bist, warum brauchst du dann für jede anspruchsvolle Tour irgendeinen Begleiter aus dem Internet, der dir den Weg zeigt und der dir die II+ Kletterstelle vorturnt? Warum hast du keine einzige T5 oder T6 Tour allein durchgezogen? Deine Aussagen stehen im krassen Widerspruch zu deinen Taten, finde ich.

Nic says: RE:
Sent 20 November 2020, 14h41
Erstens habe ich schon einige anspruchsvollere Touren alleine gemacht und zweitens wüsste ich nicht, warum ich mich vor dir rechtfertigen muss. Warum ich mit anderen gehe oder warum nicht. Davon abgesehen fragen mich die Leute oft ob ich mitgehe. Und ich gehe sehr gerne mit gewissen Leuten, da sie sehr sympathisch sind. Ein Wort dass du wohl nur aus dem Lexikon kennst.

Kommunist says: RE:
Sent 24 November 2020, 01h23
Heute war ich auf dem Ammergauer Hörnle. Am Gipfel hatte ich ein gutes Gespräch mit einem anderen Bergsteiger. Das hat die Tour eher aufgewertet, als abgewertet. Mit dir wäre so ein Gespräch für mich nicht möglich gewesen, da ich dein Gesicht aus hikr und Facebook kenne und genau wüsste, dass du allein am Berg sein willst und andere Menschen als Störfaktor empfindest, die deine Tour "abwerten". Daher würde ich nach Möglichkeit einen sehr weiten Bogen um dich machen. Genau das finde ich unsympatisch und sehr traurig und ich hoffe, Menschen mit einer solchen Einstellung niemals begegnen zu müssen.

Nic says: RE:
Sent 24 November 2020, 08h55
Na dann sind wir ja schon zwei. ;) Ich führe auch öfter mal gute Gespräche. Z.B auf der Verpeilspitze, als wir Elmar Sprenger getroffen haben, einen Kenner der Mieminger Berge. Das war interessant.

Sputnik Pro says:
Sent 14 November 2020, 10h37
Nun ich bin ein geselliger Mensch der gerne mit Freunden zusammen ist - aber auch gerne die Ruhe alleine in der Natur geniesse. Es braucht meinerseits beides. Übrigens für eine Bergtour kann man ja sein Ziel selbstständig wählen wo es hingehen soll um möglicht alleine unterwegs zu sein.

Senseland says:
Sent 14 November 2020, 10h41
Die Frage ist interessant und ich muss leider gestehen, dass ich mich der Meinung von Nic nur allzu gut anschliessen kann. Vielleicht sind es die Einsamkeit und das Freiheitsgefühl die mich in die Natur und in die Berge ziehen oder vielleicht auch der Drang den Menschenmengen des Alltags und der Städte zu entfliehen. Ich stelle fest, dass dies Bedürfnis bei mir über die Jahre zugenommen hat und ich es bedaure, wenn ein von mir geschätzter Weg oder ein schöner Ort immer mehr zum allseits beliebten Ausflugsziel werden.
Das Bedürfnis nach einsamen Naturerfahrungen könnte letztlich als Folge der zunehmenden Ausbreitung und Verdichtung der Siedlungs- und Nutzflächen und des unaufhörlichen Bevölkerungswachstums betrachtet werden, wobei es sicherlich regionale Unterschiede gibt und das ein Kanadier vermutlich nicht so empfindet wie jemand der im Schweizer Mittelland aufgewachsen ist.

Kommunist says: Hikr ist pervers!
Sent 14 November 2020, 17h51
Jeder will hier niemanden treffen und findet Einsamkeit am Berg so erstrebenswert, aber man muss gleichzeitig Tourenberichte davon im Internet veröffentlichen. Das passt für mich nicht zusammen.
Seitdem ich diese Tourenberichte bei hikr lese, gehe ich Menschen am Berg konsequent aus dem Weg - denn ich muss ja davon ausgehen, dass sie sich von meiner Anwesenheit gestört fühlen oder mich hassen.

hanef says:
Sent 14 November 2020, 18h31
Ich mach gern Touren, die so einsam sind, dass ich mich freue und es wertschätze, wenn ich jemanden treffe.

Sent 23 November 2020, 06h50
Du sprichst mir aus der Seele!

maenzgi says:
Sent 14 November 2020, 18h40
Ich bin gerne alleine unterwegs, führe aber genau so gerne Gespräche in den Bergen. Ab T5 erlebe ich oft Einsamkeit, selbst in einem der beliebtesten Gebirge wie dem Alpstein. Diese Ruhe geniesse ich extrem, weil ich über meine Gedanken und mein Leben nachdenken kann. Mit Menschen über Gott, die Berge und die Welt zu reden finde ich aber genau so kuul. Ich würde selbst gerne mehr auf andere Menschen zu gehen und ein Gespräch anfangen. Habe jedoch das Gefühl das ich damit andere Menschen mehr störe als sonst was. Vielleicht bin ich aber auch einfach verklemmt;)

Westfale says:
Sent 14 November 2020, 18h44
Auf exklusiven Gipfeln trifft man interessante Leute. Beim Stöbern in den Berichten zu bestimmten Zielen geht mir das mitunter auch virtuell so. Nichtsdestotrotz halte ich es, wie die meisten Kommentatoren oben. Im Idealfall bin ich draußen am Berg der einzige Mensch auf 10km2...

alpstein says:
Sent 15 November 2020, 16h06
Menschen auf dem Berg finde ich nicht schrecklich, manche Menschen jedoch schon ;-)

Kommunist says:
Sent 15 November 2020, 19h23
Heute war ich in einem Gebiet unterwegs, welches früher unter Einsamkeitsfanatikern ein Geheimtipp war. Unter anderem Dank hikr ändert sich das gerade ziemlich, womit eigentlich persönlich erstmal kein Problem hätte, führe ich doch gerne auch am Berg gute Gespräche mit anderen Bergsteigern.
Ein Problem habe ich aber mit der Reaktion vieler Einsamkeitsfanatiker, die ich dort angetroffen habe: Einigen hat man genau anmerken können, dass sie von meiner unerwarteten Anwesenheit alles andere als erfreut waren. Manche - insbesondere einheimische Tiroler - grüßen gar nicht und widmen einem keines Blickes. Einsamkeitsfanatiker am Berg, die ihre Einsamkeit nicht (mehr) finden, vergiften oft die Stimmung dort. Man muss sich überlegen, ob man anstatt "Hallo" in Zukunft besser sagt: "Bitte entschuldige, dass ich auch hier bin!"

sven86 says: RE:
Sent 15 November 2020, 21h18
Welches Gebiet?

Kommunist says: RE:
Sent 16 November 2020, 01h04
Peischelgruppe

Wanderer82 says: RE:
Sent 21 November 2020, 19h59
Sorry für die Korrektur, aber man sagt "würdigen einen keines Blickes" ;-) oder: "und widmen einem keinen Blick", wobei das ziemlich schräg tönt.

Sent 15 November 2020, 19h45
Die Einsamkeit "am Berg" ist für mich ein Ausgleich für das Gewusel im Alltag.

Stefan_F says:
Sent 16 November 2020, 07h49
Einsamkeit am Berg ist für mich zwar ganz nett und oft auch aus Sicherheitsgründen (Steinschlag...) erstrebenswert, aber sonst nicht wirklich wichtig. Jeder hat das Recht am Berg unterwegs zu sein und es braucht sich niemand ernsthaft wundern wenn er auf Modetouren viel Volk trifft. "Geheimtipps" auf hikr finden wird kein Privileg sein. Das muss ich einfach akzeptieren. Ich frage mich dann eher warum ich nicht den Mut hatte eine schwerere Route einzusteigen. Ich brauche mich ja nicht wundern warum auf dem Normalweg viel los ist. Nicht nur ich erkenne ja, dass der Berg schön ist und will da rauf. Man kann den Verkehr auf seinen Wegen doch gut durch Zeitpunkt, Routenwahl oder auch Geschwindigkeit regeln. Niemand zwingt mich auf der Gnifettihütte mit allen Anderen zu frühstücken und mich dann auf dem Gletscher anzustellen.
Ich finde es nicht schlimm auf dem Berg Gleichgesinnte zu treffen. Mich stört es aber Menschen zu treffen, die ein Sicherheitsrisiko für andere darstellen. Eigentlich sollten mich auch solche nicht stören die Tourenberichte über Banalitäten schreiben oder sich und der Welt was vormachen. Da bin ich aber auch nur Mensch...
Also eigentlich kann ich nur jedem viel Freude ich den Bergen wünschen. Nehmt euch nicht zu wichtig und gönnt eure Freude auch anderen.

wildchip says:
Sent 16 November 2020, 22h52
Die Alpen sind die letzte lebensfeindliche Wildnis in den Industrienationen, übertroffen an abweisender Wildheit und Gefahr nur von der See.

Natürlich kann man in den Bergen formidabel industrialisiert Ski fahren, sich in der Hütte auf dem Schoß sitzen und grölen, sich in der Fußgängerzone in Oberstdorf oder auf der Terasse der Rappenseehütte in Menschen verheddern...

Aber wer die Berge aufsucht, im eigentlichen Sinn, sucht nicht die Menschen auf, sondern die Wildnis.

Je dichter, penetranter, unausweichlicher, unvermeidlicher man im Wohnen, auf der Arbeit, beim Einkaufen und in der Freizeit mit anderen Menschen gepresst und gestapelt wird, umso brachialer wird der Drang gewisser Menschen werdern, letztendlich mal ganz kurz, nur einmal, ein einziges mal in der Woche ein paar Kilometerchen zwischen sich und diesen Pulk, diesen allesfressenden Mob zu bringen.

Trotzdem sind Menschen natürlich das Schönste und Interessanteste auf der Welt, keine Frage, zumindest bestimmte Menschen.

Aber Berge, rein und unvermischt haben halt was, für mich auch.

Kommunist says: RE:
Sent 16 November 2020, 23h23
Ein trauriger Lebensentwurf, wenn ich die Menschen im Alltag um mich herum als "Pulk und allesfressenden Mob" wahrnehme und dann noch am Wochenende auf meiner einsam erhofften Bergtour andere Wanderer als Störfaktor wahrnehme.


Wanderer82 says: RE:
Sent 17 November 2020, 16h32
Traurig dabei finde ich eher, dass es leider Tatsache ist, dass sich die Gesellschaft so entwickelt hat und man kaum mehr Möglichkeiten hat, als "normaler" Mensch unter Gleichgesinnte zu kommen.

wildchip says:
Sent 17 November 2020, 01h43
Man kann doch bestens Einsamkeit aufsuchen, wenn man sich von anderen Wanderern gestört fühlt. Das hat ausschließlich was mit Planung zu tun. Wenn man was erhoffen möchte, ist man in der Kirche richtiger.

Ich bin der festen Überzeugung, dass Dinge nicht zu etwas werden, weil man sie auf eine bestimmte Weise sehen möchte. Ich glaube, es gibt eine Realität, die wahrnehmbar ist, wenn man bereit ist, sich darauf einzulassen, und es sich zuzumuten.

Aber das ist nicht verpflichrend.

Westfale says: RE:
Sent 17 November 2020, 15h44
"Aber wer die Berge aufsucht, im eigentlichen Sinn, sucht nicht die Menschen auf, sondern die Wildnis."

Besser hätte ich es auch nicht formulieren können. Heißt nicht, wie der Kommunist es z.B. Dir unterstellt, dass man mit dieser Meinung gleich ein Menschenfeind ist.
Desweitern ist es ja auch nicht verboten sich trotzdem nett zu unterhalten, wenn man sich dennoch am Gipfel begegnet :-)

Nic says:
Sent 17 November 2020, 07h48
Lieber Kommunist,

dass du dazu tendierst, die Aussagen anderer zu zerpflücken und das negative suchst, ist nichts neues. Des Weiteren hast du wohl ganz grundsätzlich ein Problem mit anderen Meinungen, die von deiner abweichen. Wir leben aber nunmal in einer Demokratie. Es herrscht Meinungsfreiheit. Die eigene Meinung ist sogar ausdrücklich erwünscht. Ob dir das gefällt oder nicht.

Kommunist says:
Sent 17 November 2020, 10h22
Libe Nic,
du erinnerst mich stark an meine Ex-Freundin. Wie sie den ganzen Winter lang mir jeden Tag etwas von ihrer Traumfigur vorgefaselt hat. Wie sie ins Fitnessstudio gehen und sich gesund ernähren wollte. Wie wir nächsten Sommer zusammen an den Badestrand gehen sollten und alle Kerle mich für meine Freundin beneiden sollten, wegen ihrer mördergeilen Bikinifigur. In der Realität aber, saß sie den ganzen Winter lang auf dem Sofa, schaufelte täglich kiloweise Billigsüßigkeiten in sich rein und von ihrer 120 kg schwer lastenden Körperfülle purzelte nicht ein einziges Gramm.
Du willst coole, abenteuerliche Bergtouren erleben. Einsame Landschaften, wo man niemanden trifft. Wild und etwas besonderes. Aber gleichzeitig sitzt du vor deinem Rechner und hackst Berichte ins Netz, sichtbar für die ganze Welt. Damit die tollen, einsamen Touren eben nicht mehr einsam sind.
In diesem Sinne: Deine Meinung, einsam und verlassen durch die Berge ziehen zu wollen, ist legitim und die darfst du auch haben. Aber bitte handle dann auch entsprechend. Nicht wie ein CDU - Wortbruchpolitiker und übe nicht Taten aus, die genau das Gegenteil von Meinung bewirken, die du eigentlich vertrittst und poste keine Tourenberichte von deinen einsamen Touren öffentlich sichtbar im Internet. Das steht in starkem Widerspruch zu deiner Meinung und den erlaube ich mir klar zu benennen. Das gilt auch für alle anderen Hikr hier, die dem gleichen Paradoxon unterliegen.

Stefan_F says: RE:
Sent 17 November 2020, 11h40
Lieber Kommunist,

Du vergisst den zeitlichen Ablauf zwischen der mehr oder weniger einsamen Tour und dem Bericht im Netz. Wenn jemand etwas über seine Tour schreibt, bewirbt er sie und es gehen mehr Menschen diesen Weg. Vielleicht hat man es noch einsam erlebt und seinem Drang nach Selbstdarstellung in Netz befriedigt und vielleicht gab es sogar Applaus, aber was interessiert es den so gepolten Scheiberling denn ob die Tour danach übervölkert wird?
Lösungen gibt es durchaus. Man muss diese Berichte nicht schreiben, man muss sie auch nicht lesen und man sollte sich in einer ruhigen Stunde mal fragen, warum einen andere Menschen so fürchterlich stören oder ob man sogar andere Menschen fürchterlich stört. Auf der Bergtour hilft freilich Planung und ein ausreichendes Können um den Trubel aus dem Weg zu gehen. Ok, Modetouren gibt es in allen Leistungsklassen, aber mit der Schwierigkeit steigt auch die Einsamkeit. Schau dir hikr an - es gibt nur noch irgendwelche Spaziergänge in den Beiträgen.
Also alles gar nicht so schlimm?

cardamine says: RE:
Sent 17 November 2020, 19h09
Ich glaube, der Stereotyp „Bergtourist“, an dem sich viele hier stören, holt sich seine Toureninspiration eher nicht auf hikr, sondern in den Hochglanzbroschüren der Tourismusbüros oder aktuellen Selbstdarstellungsplattformen im Internet.

Ich bin der Meinung, dass Berichte auf hikr einsame, alpine Touren nicht „entzaubern“, sondern im Gegenteil dazu beitragen können, dass sich Menschen mit fehlender alpiner Erfahrung aufgrund mangelhafter Informationen nicht dorthin verirren. Oft wirken ja die Fotos von Schlüsselstellen oder Graten auf Bildern viel gefährlicher, als sie in der Realität dann sind. Das zu Beurteilen braucht aber etwas Erfahrung und schreckt vielleicht so manche(n) eher ab, als dass er/sie sich animiert fühlt, diese Tour zu machen.

Im Übrigen lässt sich das Gewusel auch auf den sogenannten Modetouren ganz einfach vermeiden, wenn man nicht wie alle Welt am Mittag am Gipfelkreuz ist oder ausserhalb der Seilbahnfahrzeiten geht. Am Eggishorn, Fronalpstock, Bürgenstock etc. wird man nach 17 Uhr garantiert keine Menschenmassen mehr antreffen, höchstens noch Geniesser, die auch die Natur und Stille suchen. Gegen die Gesellschaft gleichgesinnter Menschen habe ich persönlich nichts einzuwenden.

Nic says: RE:
Sent 18 November 2020, 07h51
Das denke ich auch. Kann mir nicht vorstellen, das gerade Hikr.org an dem momentanen Hype schuld trägt. Da gibt es ganz andere Seiten. Es gehen halt einfach deutlich mehr Leute in die Berge als noch vor 10 Jahren. Und dieses Jahr ist sowieso nochmal alles anders. Wenn ehemals einsame Routen vom Alpenverein markiert werden, hat das auch nichts mit Hikr zu tun. Viele ehemals einsame Touren stehen auch mittlerweile in Wanderführern. Wenn man es mittlerweile einsam möchte, muss man schon ganz abgefahrene Ziele auswählen. Mit einem erhören Anspruch der Tour sinkt zudem die Frequenz.

Schneemann says: RE:
Sent 17 November 2020, 12h17
...ich halte es für einen Mythos, dass Touren nur deshalb überlaufen sind, weil irgendwer Fotos davon ins Netz stellt. Da gibt's vielleicht ein/zwei Beispiele auf Instagramm, wo das so gelaufen ist. In allen anderen Fällen waren das schon Modetouren bevor es das Web2.0 überhaupt gab. Modetouren sind üblicherweise die, welche leicht erreichbar sind und Aufstiegshilfen und Hütten bieten. Und ein paar Modetouren sind die Folge einer spektakulären Landschaft, wie man sie sonst halt fast nirgends findet. Sie sind aber nicht Modetouren wegen Webseiten wie dieser hier.

Touren sind umgekehrt vor allem dann einsam, wenn sie abgelegen und schwer zu erreichen sind. Wenn sie einen langen Anmarsch haben und keine Hütten bieten. Wenn sie schwierig und gefährlich sind. Solche Touren werden nicht überlaufen, nur weil man sie hier öffentlich macht. Und im Gegenteil, in diesen sehr einsamen Gegenden, wo man gerne mal nen Tag lang niemandem begegnet, freut sich der Wanderer meist, wenn er doch mal auf jemanden trifft...

Kommunist says: RE:
Sent 17 November 2020, 12h56
Der Effekt von euren Tourenpostings ist mir ziemlich egal. Mich stören freundliche Menschen auf dem einsamen Berg gar nicht - im Gegenteil.
Eure Haltung anderen Bergsteigern gegenüber finde ich nur so absurd: Via Internet sind wir gute Freunde und tauschen uns über unsere Touren fröhlich und freundlich aus. Nur in der Realität am Berg wollen wir uns bloß nicht begegnen und möglichst einsam sein.



Kapital ist says: RE:
Sent 18 November 2020, 08h50
> Via Internet sind wir gute Freunde
> am Berg wollen wir uns bloß nicht begegnen

Lese ich deine Kommentare hier z.B. zur "Ex-Freundin", ist mit dir im Internet schwierig "gut Freund" zu sein. Ich hoffe für deine Mitmenschen, dass du am Berg und im Alltag umgänglicher bist.

Servus von einem freundlichen Bergkamerad!

Westfale says: RE:
Sent 17 November 2020, 15h46
"Nicht wie ein CDU - Wortbruchpolitiker"

... Klar, der Lenin war da sicherlich kongruenter mit Wort und Tat. Bitte nicht vergessen: Hier geht es um Berge nicht um Politik!

Plauscher says: Als Tiroler
Sent 17 November 2020, 12h39
bin ich selbstverständlich froh um alle Gäste und Touristen, die ins wunderschöne Tirol kommen.

Deshalb freue ich mich auch über die Tourenberichte auf hikr, um die jeweilige Gastwirtschaft vor Ort bestmöglich zu unterstützen. Eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln schont nicht nur das Klima-, sondern beinhaltet meist auch die eine oder andere Übernachtung im wunderschönen Tirol.

Im Idealfall - bei den hikr-Berichten unter 'Unterkunftsmöglichkeiten' - möglichst genaue Angaben (samt Kontaktdaten) machen, wo übernachtet-, gegessen und getrunken werden kann.

LG Plauscher

pame says: Nicht-Einsam vs Überlaufen
Sent 19 November 2020, 12h30
Ich glaube, man sollte erstmal unterscheiden zw. "nicht-einsam" (hab ich grad ein neues Wort erfunden? :-), und "überlaufen". Ich mag einsame Touren, aber wenn ich ein paar Leuten begegne, ist das auch nicht schlimm. Im Gegenteil, oft ergeben sich in solchen Situationen schöne Gespräche. Was ich nicht mag, sind Menschenmassen am Gipfel oder auf der Tour. Sprich, es gibt ja noch ein paar Zwischenstufen zw. Null und 200 Menschen. Ist übrigens in vielen anderen Situationen, z.B. in der Stadt, oder an einer Sehenswürdigkeit, recht ähnlich.

Nyn says: Mein Senf - Glosse(?)
Sent 19 November 2020, 17h21
Wir Menschen sind durchaus sozial angelegt, nicht dafür gemacht, "alleine" zu sein. Im Grunde genommen also Herdentiere.
Nun ist es halt so wie überall in der Tierwelt, das ein in sich mehr oder weniger abgegrenzter Lebensraum (Bergpfad/Bergtour/Route/Ökosystem) nur eine gewisse Anzahl an Individuen/Tieren/Berggängern auf engstem Raum gleichzeitig verträgt, bevor es zu irgendwelchen Spannungen kommt (nicht kommen muss!?).
Es kann z.B. nur einen Alpha-Platzhirsch geben, deswegen werden Revierkämpfe ausgetragen und die/der Verlierer (um die Gunst der Weibchen :D) sucht/en sich notgedrungen einen neuen Spielplatz. Öch....

"Aber bei uns Menschen ist das doch anders", werden nun Einige widersprechen. "Wir sind doch !zivilisiert!". Sollte man meinen.

Es gibt ein nettes englisches Sprichwort, welches ich recht treffend finde: "Even in the rush hour, English people form a queue" - zu deutsch: "Sogar in der "Rushhour" bilden Engländer eine (Warte-)Schlange. Fein. Das ist nicht nur englische Lebensart (Klischee? Nur des Adels?)- sondern was die Höflichkeit und der Anstand einem eigentlich eh gebietet (sofern man davon (Stichwort Knigge) nicht nur gehört hat, sondern es auch als Wert für die eigenen Handlungen erachtet). Was nicht heissen soll, dass dies uns völlig abgehen würde. Wir sind nicht von vorne herein auf Konfrontation aus.
Einer der interessantesten Kommentare, die ich kenne, zu der "Warteschlange" lautet: "Aber nur bevor der Bus kommt!"
Das zeigt das Dilemma. Da ist ein Reiz akut (Sitzplatz?), dort Anwärter (Wartende). Reicht es für alle?
Nein....


Ist das also wirklich so, dass wir uns quasi überall kabbeln müssen?
Vielleicht...
Weil, weil es gibt leider immer wieder Individuen, die sich unschön und sehr egoistisch, zuweilen ohne Rücksicht (und dabei am Berg ev sogar andere extrem gefährdend!) woauchimmer lauthals vordrängen und damit die allgemein anerkannten unausgesprochenen "Regeln" ziemlich bewusst und unverfroren verletzen.

Da wir (=Viele) am Berg ja oft den Ausgleich zu den überfüllten Städten suchen, empfinden wir (=Manche) das Eindringen oder ebensolches Vorhandensein anderer (eher zuvieler?) Bergfreunde in "unserem" Revier (der heutigen Tour/Route/Gipfel) vielleicht als störend. Wenn sie dich denn "ordnetlich" verhalten, ists nicht schlimm, aber.....
Unter dem Sicherheits-Aspekt, den Stefan ganz treffend erläutert, ist ein Faktor, den ich nicht beeinflussen kann (anderer Bergsteiger, Kletterer) in z.B. steinschlaggefährlichem Gelände immer ein unwägbares, also zusätzliches Risiko.
Oje, was tun? Andere Route, Schneller klettern? Vorbeilassen?

Kennt ihr das, wenn Du Einen (Ja, es sind meist Männer!) hinter dir "kleben" hast, am Berg, oder auf der Straße, wo man halt grad gar nicht überholen kann und "Der" dir trotzdem dauernd und völlig unnötig nah drauf fährt? (ins Seil steigt...)

Du musst dann immer einen gehörigen Teil deiner Aufmerksamkeit darauf abstellen, die du eigentlich besser für Anderes und dringender bräuchtest.

Und wenn du dann müde des Bedrängtwerdens an geeigneter Stelle brav Platz machst, weil der Andere es ja offensichtlich sooo viel eiliger hat (oder deutlich besser=schneller? klettert) - dann ist der Grund des Ärgernisses entweder bald deinen Blicken entschwunden (=gut) oder er entpuppt sich gar, da ja jetzt vor dir, als hundsgemeine, nunmehr extra lahme "Ente", bremst unnötig vor jeder Kurve, (braucht umständlich doppelt so lange wie vorher am Stand usw...)...
Baahhhhhhhhhh. Da könntest Du doch aus der Haut fahren. Echt! hihi

Tja, so sind "wir" (zum Glück nicht alle :D)

Ich persönlich habe und nutze (m)ein Privileg, durch gesteigerte Fertigkeiten in vielen Spielarten des Bergsteigens vermeintliche Hotspots inzwischen fast gänzlich meiden zu können, wobei ich das nicht tue, um bewusst Vielen auszuweichen, sondern weil ich einen sehr großen Teil der für mich gut erreichbaren "Musthaves" eben schon gemacht habe.
So suche ich mir seit Längerem neue, oft unbekanntere oder tw. weglose Ziele oder Varianten, die ich ebenfalls allen von Herzen gönne, die in der Lage sind, sie zu finden und zu gehen.
Solcherart selbst Herausgefundenes oder Zusammenklamüsertes für mich zu behalten, aus Angst ein >T5, ~IIer "Geheimtipp" würde nach einem Bericht von mir von Massen überrannt werden, halte ich für überhaupt nicht stichhaltig.

Wenn ich natürlich an einem schönen Sommerwochenende ein von Großstädten schnell und leicht erreichbares, kurz zustiegiges und/oder zigfach in Wanderführeren und überall angepriesenes "Schmankerl" zur besten "Sende"zeit wähle, dann brauche ich mich vor Ort über eine größere Anzahl von Gleichgesinnten nicht wundern. Ich will aber unbedingt dahin? OK. Auch da gibt es für die etwas Einsamkeitssuchenden naheliegende und völlig einfache Alternativen, indem man z.B. auf die Randzeiten des Jahres oder des Tages ausweicht.

Wer Massen mag und sich dort wohlfühlt, der wird sie finden und sich bewusst dorthin begeben.
Wer Massen nicht so mag, und sich trotzdem wider besseren Wissens zu den Stoßzeiten freiwillig dorthin begibt, der macht in meine Augen irgend etwas falsch.
Wer jeglichen Kontakt vermeiden will und dem 1 einzige Begegnung mit einem ähnlichem Einsamkeitsfanatikern den ganzen Tag versaut, der ist in meinen Augen ein ziemlich armer Tropf.

Etwas mehr Humor und Gelassenheit steht uns, finde ich, Allen sehr gut!

Nyn






Nic says: RE:Mein Senf - Glosse(?)
Sent 19 November 2020, 17h48
Naja, auf den allermeisten von dir erwähnten "T5-6 Touren" wird man auch nicht mehr alleine sein. Ich gehe selten Modetouren und treffe seit längerem trotzdem auf nahezu jeder Tour Leute. Und das sind Ziele, die vor ein paar Jahren noch komplett einsam waren. Die "Fertigkeiten" sind meiner Meinung nach keine Garantie für Einsamkeit, da es viele Leute gibt, die diese Touren gehen können und es auch tun. Gute Beispiele hierfür wären z.B der Öfelekopf, der kleine Waxenstein, der kleine Widderstein...usw. Alles ehemals einsamste Ziele, die mittlerweile stark frequentiert sind.

ABoehlen Pro says: RE:Mein Senf - Glosse(?)
Sent 20 November 2020, 06h46
Das mag in den Alpen zutreffen; für die Mittelgebirge kann ich solches nicht bestätigen. Natürlich gibt es viele Leute, deren «Fertigkeiten» es zulassen, sich durch überwucherte Tobel zu kämpfen, dennoch machen das die wenigsten freiwillig. Daher sind solche «Dschungel»-T4-und-höher-Touren ausserhalb der Alpen immer noch ziemlich gute Garantien für Einsamkeit. Und dies, obwohl man sich da meist näher an der Zivilisation befindet, als irgendwo in den Alpen!

Nyn says: RE: Modetouren
Sent 20 November 2020, 06h57
Klar, Garantie ist das keine, Nic
Wenn Alleinesein beim Bergsteigen DAS Ziel wäre, dann kämen nur noch gaaaaanz wenige Touren außerhalb jeglicher Bekanntheit in Frage, ...weil es wären ja fast alle Ziele, die innert eines Tages von sagen wir z.B. München erreichbar sind, bei guten Bedingungen "überlaufen": Allgäu, Ammergauer, Wetterstein, Karwendel, Berchtesgadener, Chiemgauer ...die wären dann per se schon alle zu voll.

Ist eine Tour, auf der Du jemanden triffst, denn weniger wert? Wieviele Leute dürfen es maximal sein (am Tag/in der Woche oder im Monat), um es zu einer "Modetour" zu machen? Da sind die "Schmerzgrenzen" sicher sehr verschieden.

Ich persönlich gehe nicht in die Berge, um alleine zu sein, sondern um schöne Touren in meinem bevorzugten Niveau zu gehen. Dort werde ich ziemlich sicher keine Massen antreffen. Dass mein Niveau auch viele Andere locker drauf haben und deshalb ebenfalls dort sein können, wo ich an dem Tag eben unterwegs bin, ist völlig normal und es stört mich keineswegs.
Ob manche Routen/Berge früher tatsächlich so viel "einsamer" waren, wie Du schreibst? Gemessen an der Anzahl der Leute, die Vergeichbares früher (vor ~ 40 Jahren) machen konnten? Absolut vermutlich ja, aber prozentual?
Ok, gibt heute halt schon paar mehr T6ler, weil die "Neuen" auch besser geworden sind. Und richtig ist auch, dass natülich heute viel mehr über sowas berichtet wird. Aber auch das Angebot an solcherlei Routen ist deutlich gewachsen!

Bei der Höfats gehen 3 von 5 Überschreitungen übrigens auf quacca :D,
Die Höfats ist halt ein toller Berg. Dass da viele hin gehn, ist für mich absolut verständlich.

Und es soll Leute geben, die finden die Ü der Kl. Widdersteine halt auch so toll, dass sie sie jedes Jahr mindestens 1x begehen. Finde ich ebenfalls nicht schlimm.

Als kleines "Gegen"beispiel will ich den Feuerstein anführen, der seit Jahrzehnten in allen AV-Führern steht und lt. dem Alp-Senn im Jahr kaum ein halbes Dutzend Begehungen erhält. Nach Nik und mir war quacca der dritte hikr, der eine Begehung veröffentlicht hat. Wo sind denn die vielen Anderen, die nun den Feuerstein ebenfalls besteigen?

In den deutschen und nahen österreichischen Nordalpen - das stimmt wohl - sind schon viele Leute aus GoodOldgermany zuGange, trotzdem gibt es mMn für den Findigen selbst dort und überall noch mehr als genug, auch einsame! Ziele.




Nic says: RE: Modetouren
Sent 20 November 2020, 07h35
Einsam ist eine Tour, auf der ich niemand treffe. Ganz einfach. Oder ein Gipfel, der max. 10 Begehungen pro Jahr erhält. Der Feuerstein ist sicher so einer, wobei auch dieser mittlerweile einen deutlichen Anstieg an Begehungen verzeichnet. Ich nehme als Beispiel mal einen kleinen Gupf in den Ammergauern. Vor ein paar Jahren waren im GB noch so ca. 6-8 Begehungen pro Jahr verzeichnet. Dieses Jahr war mein Eintrag mitte Juli schon Nr. 14. Mag sein, dass das andere nach wie vor als einsam empfinden. Allerdings ist das schon ein sehr deutlicher Anstieg. Ich gehe jedes Jahr ein paar Mal rauf und sehe die Entwicklung. Wer weiß, wieviele mittlerweile schon oben waren. Prozentual gesehen ein riesen Anstieg. Vermutlich min. 3 Mal soviele Leute wie noch letztes Jahr. Beispiel Kleiner Waxenstein. Vor 3 Jahren nochnniemand getroffen. Mittlerweile an schönen Tagen bis 10 Begehungen. Ich hab bestimmt nichts gegen Gleichgesinnte und ich führe auch gerne nette Gespräche am Berg. Aber der sehr deutliche Anstieg der Begehungen vieler Gipfel ist nicht zu leugnen. Vor allem ist mir das in den letzten zwei Jahren extrem aufgefallen. Viele alte Gipfelbücher sind mittlerweile voll. Bücher die im "Normalfall" noch für 10 - 20 Jahre Platz gehabt hätten. Noch schlimmer: Viele Bücher gehen kaputt, da einige "Bergfreunde" nicht sorgsam mit diesen "Relikten" umgehen. Denen geht es nur ums abhaken. Sie haben kein Gespür für diese besonderen Plätze. Die Energie auf einugen Gipfeln hat sich durch den Massenandrang auch v.erändert. Kraftorte gibt es nur noch wenige.

Nic says: RE: Modetouren
Sent 20 November 2020, 07h42
Mich stört es auch, dass vieles übermarkiert werden muss. Durch diese Farbklekse verliert die Tour ihren Reiz für mich. Das Ursprüngliche geht verloren. Auch werden kaum erkennbare Spuren zu ausgetrampelten Wanderautobahnen. Auch das macht die Tour unattraktiv für mich. Kein Abenteuer mehr. Alles vorgegeben. So möchte es aber halt leider die Masse. Ist ja im "richtigen" Leben ähnlich. Individualität geht verloren.

Nyn says: RE: Kraftorte
Sent 20 November 2020, 13h24
Ich leugne den Anstieg der Begeher nicht. Die Gründe dafür sind sehr vielfältig.
Wir sollten z.B. nicht vergessen, dass durch den Lockdown im Frühjahr (Grenzschließung AUT) gerade die deutsche Seite der Ammergauer einen Ansturm erlebt haben wie sicher niemals zuvor. Leute, die vorher vielleicht ins Fitness-Studio oder an die künstliche Kletterwand gegangen sind, waren nun plötzlich DRAUSSEN und Bergsteigen. Die Regeln für derlei und andere gemeinschaftliche Indoor-Sportaktivitäten ändern sich fast täglich. Wer mag es verdenken, wenn die nun eben auch hier in den Bergen sind?
Leider halten sich nicht alle an die "dortigen" Regeln. das oft hernagzogene "Freisein" beinhaltet für Manche offenbar, sich wie die Axt im Wald aufführen zu dürfen...((

Wir müssen vielmehr froh sein, dass Sport draußen im Moment erlaubt ist! Ich erinnere an die totalen Ausgangssperren in z.B. Italien, als über Wochen die Leute dort nicht raus durften. Das wäre für mich echt die Hölle. Und es kann auch bei uns so oder ähnlich wieder notwendig werden. (Die medizinischen Kapazitäten sind vor allem was das Personal für Intensivpflegen angeht, am absoluten Anschlag!). Einschränkungen von Betretungsrechten und gehöriger Zank sind ja bereits erfolgt, weil z.B manche Leute im Naturschutzgbeit Verbote missachtet haben....

Vorbei mit einsam? Mancherorts ja, leider....
Die größere Anzahl an Begehern auf ehemals kaum begangenen und lange sehr urtümlichen "Wegen" hinterlässt Spuren, keine Frage. Die Tourismusindustrie, manch kurzfristig denkende kommunale Anreize und das "Internet" fördern immer noch zu oft massiv ausschließlich Konsum und Erschließung. Das Ausmaß der Folgen ist bekannt und es mehren sich die Mahner.
Ab einem gewissen Maß sind die hinterlassenen Spuren eben oder fast irreversibel. Was sollen spätere Generationen von uns denken? Wobei meines Wissens der Landschaftsverbrauch durch Wintertourismus wie Skifahren (Skischaukeln) extrem viel höher ausfällt als durch jeglichen Sommertourismus. Ehemals attraktive Gegenden werden zugebaut und teils geradezu verschandelt. Wer Natürlichkeit sucht, weicht (notgedrungen) in andere Gebiete aus, die nunmehr auch voller werden. Ein Teufelskreis, der kaum aufzuhalten ist und an dem wir -zugegeben- ebenso teilhaben.

Der Mensch ist schon seltsam. Manche gehen 40 Jahre nach Italien immer auf denselben Campingplatz samt Karavan und haben dort dieselben Nachbarn aus D-Land wie jeher. Andere suchen halt Neues, sind Entdecker und Abenteurer. Zum Glück machen wir nicht alle das Gleiche!

Meine individuellen Bedürfnisse und Vorlieben, ja damit Wünsche zu befriedigen, ist ein zentrales Ziel meiner Bergsteigerei. Deshalb finde ich deinen angesprochenen Punkt "Orte der Kraft" sehr bedeutsam. Die besondere Ausstrahlung von sehr einsamen Orten und die Wirkung auf Körper und Seele von Tagen draußen, wo Du niemanden triffst - ist enorm! Ich habe auch längere Zeit in einer süddeutschen Großstadt gelebt, deswegen wage ich zu behaupten, zu wissen, was die damit verbundene grundlegende Hektik, Lärm und Menschenmassen für Auswirkungen haben und wie wichtig für das innere Gleichgewicht und Wohlbefinden, da einen echten Gegenpol zu haben.
Inzwischen lebe ich seit Jahren auf dem "Land". Auch da gibt es Verdichtungen, aber es ist tatsächlich einfacher, eine Auszeit zu nehmen. Nur 2km vom Ort ist Wald, den ich im Frühjahr mehrfach besucht und dort Kraft getankt habe bei weglosen Fotopirschs....

Mir persönlich ist aufgefallen, dass der überwältigend größere Teil der Leute, ..nein, eigentich ALLE!, die ich z.B. neulich auf der Hohen Kugel, die ja nun wirklich extrem viel und oft bestiegen wird, dort traf, sich mit Respekt vor Natur und Umfeld verhielten. Da gab es keinerlei Rumgeschreie oder Gejohle. Sehr viele Ältere waren da unterwegs und genossen schweigen ergriffen die Stimmung dort. Da war für mich auch ordentlich Kraft zu spüren. Gemeinschaftliches Empfinden, ohne es verbal herausschreien zu müssen.
Für mich ist das schön, wenn ich merke, dass Andere offensichtlich ähnlich schweigend staunen und schauen können wie ich. Der gewonnenen Eindruck von Ruhe und Frieden und die damit auch verbundene Befreidigung/kraft hängen demnach für mich nicht unbedingt nur daran, dass da niemand anders sein darf, sondern eher, WIE sich diejenigen verhalten.

Es gibt Leute, die laufen den Blick abgewandt an Dir vorüber, sind ev am "abhaken"- die haben dann keine Zeit, um zu grüßen - schade, aber ich sehe es ihnen nach. Wer persönlichen Rekorden nacheifert, kann nicht jedem "Hallo" sagen. Das tue ich auf Wegstrecken mit sehr vielen Leuten auch nicht und das ist absolut Usus.
Ist man jedoch fast alleine auf weiter Flur und trifft dann Jemanden, ev. Gleichgesinnte in unwegsamem Gelände?.- Ist es da nicht ein Gebot des Anstands und Respekts, den Mitmenschen zu beachten, zu grüßen, zu zeigen, ich habe Dich bemerkt? Ich denke schon- und dabei entstehen sehr of tolle Gespräche.

Anstand und Respekt vor Mitmenschen und Natur wünsche ich uns allen.
Zeigen wir nicht nur mit Fingern auf die, die in unseren Augen am Berg was falsch machen, sondern gehen mit gutem Beispiel voran.



Nic says:
Sent 19 November 2020, 17h50
Nicht zu vergessen die Höfats und die Hammerspitzen...Gibt noch rinige andere.

Kommunist says: RE:
Sent 20 November 2020, 15h20
Die Höfats ist doch schon seit 100 Jahren kein einsamer Berg mehr gewesen. Außerdem wird durch die vielen Begehungen die Höfatsüberschreitung deutlich einfacher und mehr zu einer Genusstour, v.a. weil bessere Tritte entstehen. Finde ich eher vorteilhaft an diesem Berg. Der wenig begangene Jägerrücken wäre das Gegenbespiel dazu - ähnlich steil, aber deutlich anspruchsvoller (und für viele Bergsteiger mit vergleichsweise deutlich erhöhtem Risiko) zu begehen.

quacamozza says: RE:
Sent 20 November 2020, 16h00
> Außerdem wird durch die vielen Begehungen die Höfatsüberschreitung deutlich einfacher und mehr zu einer Genusstour, v.a. weil bessere Tritte entstehen.

Nein, das "Einfacher werden" liegt natürlich ausschließlich an mir, also an einem bösen Hikr.

Sent 19 November 2020, 20h47
Ein wunderschöner Tag. Eine einsame Bergtour. Welch innere Einkehr!

Freunden (!!!) davon berichten... Und diejenigen außen vor lassen, denen man nicht vertrauen kann (schlicht weil man sie nicht kennt...)...

Was fehlt euch?

Becks says: Klartext
Sent 20 November 2020, 14h22
"Wir freuen uns ein Murmeltier zu sehen, und finden es schrecklich anderen Menschen zu begegnen?"

Ja.

Ich kenne einige Touren - von Modetouren wie die Spaghetti-Runde im Wallis über Haute Route bis hin zu den einsamen Bergen. wo sich im Schnitt weniger als 5 Leute pro Jahr hin verirren. Gleiches gilt bei den Hütten. Von neuer Monte-Rosa über Britannia bis hin zu Biwakschachteln, die unter 10 Übernachtungen pro Jahr vermerkt haben.

Und bevor ich mich wieder in eine Warteschlang am Berg einreihe, am Gipfelkreuz warten muss, bis sich eine Sitzgelegenheit ergibt, oder Schulter an Schulter dicht gedrängt mein Essen in einem Raum mit 60 oder 100 anderen einnehme, gehe ich lieber dahin, wo ich nicht die ganze Zeit über Leute stolpere.

Das ist meine Entscheidung, die ich nicht verteigen muss. Da Du anderer Meinung bist, werden wir sicher nicht aufeinander treffen.

stkatenoqu says: Einsame Touren
Sent 24 November 2020, 12h19
Einige Vorschläge für sehr einsame Touren, die ich aus eigener Erfahrung kenne: Chile, Santiago nordwärts (Atacamawüste); Rocky Mountains, CO, NM, AZ, UT, Sierra Nevada CA, Südafrika.
Für Einsamkeitssuchende NICHT geeignet ist zB der Fujisan; die Besteigung ist aber trotz tausender Menschen täglich eine grossartige Sache, die ich schon zweimal gemacht habe.

Man sieht schon an diesen wenigen Beispielen, es gibt noch genug Einsames auf dieser Welt, was man zumindest in den Ferien erkunden kann.


Viele Grüsse

Gerhard


Becks says: RE:Einsame Touren
Sent 27 November 2020, 08h32
Dafür sitze ich dann aber erst einmal 1 Tag im Flieger und Bus - mindestens - bis ich vor Ort bin.

Hier in der Schweiz kann ich binnen 2h unterwegs sein. Val Frisal und weiter die Talkette entlang bis zur Punteglias. Hinter Schiben, Piz Urlaun, die Brigelser Hörner abklappern.
Südlich vom Mattmarksee ist auch keine Sau unterwegs. Das Antigine-Biwak ist sicher leer, egal wann ich gehe. Die Südkante am Strahlhorn habe ich mit Sicherheit ebenso für mich, wie wenn ich Richtung Adlerhorn gehe.
Wenn ich bis in den Oktober und zum ersten Frost warte, kann ich vom Nufenenpass bis nach Gondo wandern, oder zum Zwischenpunkt Alpe Devero von Binn aus quer einsteigen, und werde kaum jemanden treffen.

Es gibt so viele Ecken hier in der Schweiz, die nicht im Auswahlführer Wallis o.ä. stehen - da muss ich nicht erst um die Welt fliegen.

stkatenoqu says: RE:Einsame Touren
Sent 27 November 2020, 14h27
Hallo Becks, natürlich gibt es in der Schweiz auch einsame Touren, das steht sicherlich ausser Frage. Mein Tip war auch für alle diejenigen gedacht, die wirklich ganz einsame Touren möchten, ohne grosse Kletterkünste zu besitzen oder für solche hiker, die sich sonst nicht nur in T5-T6 mit Vergnügen aufhalten. In den Rocky Mountains und in der Sierra Nevada kannst Du 4'000m hohe Berge sammeln im T1-T2 Bereich. Am Passo San Francisco in der Atacama - Wüste (Chile) gibt es 5'000erv "zum mitnehmen", T2. Für mich ist wichtig, so viel wie möglich von dieser Welt zu sehen; "Einsamkeit" hat für mich GAR keine Bedeutung, die habe ich leider immer.

Viele Grüsse

Gerhard


Kommunist says: Am Berg Feind - im Internet Freund?
Sent 20 November 2020, 15h11
Ich bin dieses Jahr auf einigen Gipfel gewesen, die seit Jahren, teilweise seit Jahrzehnten, nicht mehr betreten worden sind. Und ich bin an einem sonnigen Sonntag zum Schrecksee gewandert. Mit hunderten von anderen Menschen - der Schönheit der Tour oder dem Bergerlebnis tat dies aber keinen Abbruch.
Die anderen Menschen am Berg stören mich nicht. Es stört mich nur, wenn Einsamkeitsfanatiker sich auf der Tour von meiner Anwesenheit gestört fühlen oder dadurch dann unfreundlich sind oder sich der Illusion hingeben, man könne Berge in Mitteleuropa für seine einsame Bergtour pachten. Und noch schlimmer ist es, wenn diese Einsamkeitsfanatiker dann im Internet aber mit fremden Bergsteigern einen auf gut Freund machen, in der Realität sich aber nicht begegnen möchten. Wenn auf Facebook oder hikr gepostet wird, wie wunderbar einsam die Tour gewesen sei, dann befindet sich der Autor in einem unüberbrückbaren Widerspruch und ich fühle mich unfreundlich behandelt.

Nic says: RE:Am Berg Feind - im Internet Freund?
Sent 20 November 2020, 15h22
Mich stört es nicht auf andere Hikr User zu treffen. Aber gröhlende Gruppen und Drohnen stören mich schon. Ich war jedoch noch nie unfreundlich und grüße immer. Ich meide diese Berge dann halt einfach. Das musst du ja aber auch gar nicht verstehen. Das erwartet niemand. Es werden halt weniger Gipfel die man zukünftig besteigen kann. So ist das halt. Und wenn es gar keine Ruhe mehr gibt, dann such ich mir halt ein anderes Hobby.

Abenteurer&Bergrebell Ötzi II says: RE:Am Berg Feind - im Internet Freund?
Sent 23 November 2020, 06h54
Da muss ich Dir Recht geben!

Alpin_Rise says: RE:Am Berg Feind - im Internet Freund?
Sent 24 November 2020, 13h02
> Gipfel teilweise seit Jahrzehnten nicht mehr betreten worden sind

In den Alpen? In der Schweiz gibts das ausserhalb des verbotenen Nationalparks kaum. Ausser man strapaziert die "Gipfel" Definition arg und besteigt Gratschultern oder irgendwelche Türmchen auf Graten.

G, Rise

Stefan_F says: RE:Am Berg Feind - im Internet Freund?
Sent 25 November 2020, 07h55
In den Dolomiten gibt es solche Gipfel. Der Nordostgipfel des Piz Conturines mag kein wahnsinnig prägnanter Gipfel sein, aber er hat es zumindest in Civis 3000er-Liste der Dolomiten geschafft. Ich wer lauf Gipfelbuch dieses jahr als erster seit einigen Jahren dort oben. Natürlich muss sich niemand eintragen, aber ich denke es gibt zumindest einen Hinweis auf einen äußerst einsamen Gipfel.
Auch in den Westalpen gibt es durchaus sehr einsamen Ziele. Selbst im Mont Blanc Gebiet (Aiguille Blanche, Broulliardgrat, Aiguille du Periades... Einsamkeit gibt es genug und auch Hüttenwirte die sich über Besuch freuen um nicht allein zu sein. Alles schon erlebt. Wer sich am Trubel stört, hat bei seiner Tourenwahl nicht mitgedacht. Der sollte den Fehler nicht in der Anwesenheit anderer suchen.

Sputnik Pro says:
Sent 27 November 2020, 21h46
Zielich Ruhe hat man auch auf 38er/39er Berge wo einige 4000er daneben herumstehen weil sie die "magische Grenze" nicht erreichen. So z.B. ist man am Agasizhorn, Gletscherhorn, Dreieckhorn oder Trugberg-Hauptgipfel mit höchster Wahrscheinlichkeit alleine unterwegs und die Berge haben alle spannende, alpine Routen. Mit ein wenig Kartenstudium wird man garantiert immer solche ruhige Berge finden.

Nic says:
Sent 24 November 2020, 13h36
Sehe ich ähnlich. Es gibt keine Erhebungen die seit Jahrzehnten nicht bestiegen worden sind. Hab mal ein GB auf einem Zacken hinterlegt, wo normal kaum einer hingeht. War erstaunt wieviele Einträge es gab. Die Alpen sind nunmal komplett überlaufen. Das ist Fakt. Sicher gibt es ruhigere Ziele, vielleicht auch noch Einsame. Aber die kannst mitterweile suchen. Selbst anspruchsvolle und sehr abgelegene Ziele erhalten mittlerweile einige Begehungen. Dank u.a den E-Bikes.

Nic says:
Sent 24 November 2020, 13h43
Ein fragiler Zacken in der Scharte zwischen Großer und Kleiner Leiterspitze ist kein Maßstab. Auch auf einem Waldgupf mit null Aussicht wird man in der Regel alleine sein. Wir reden aber wohl von richtigen Bergen.

Kommunist says: RE:
Sent 24 November 2020, 20h59
Kletterst halt auch mal auf den Zacken rauf. Dann wirst du schnell merken, dass mein Posting auf die Frequentierung dieses Zackens sicher kaum einen Einfluss haben wird. Und das obwohl er direkt am Wegesrand neben einem ganzjährig sehr gut besuchten Modegipfel liegt.

Nic says: RE:
Sent 24 November 2020, 21h24
Eben. Und genauso ist es mit den anderen berichten auf Hikr. Die haben kaum einen Einfluss auf die Frequenz. Es werden einfach mehr Leute die in die Berge gehen und dadurch werden auch die ehemals einsamen Ziele mittlerweile häufig begangen. Über die Verpeilspitze gab es z.B vor unserer Tour nur zwei Berichte hier von ADI und Oetzi. Dennoch sind uns an dem Tag min.10 Leute begegnet. Hat mit Hikr.org überhaupt nichts zu tun. Hat was mit der neu sanierten Kletterroute am Nordgrat zu tun. Ähnlich wie an der Watze. Früher einsam, heute ein Modeberg.

Plauscher says: RE:
Sent 27 November 2020, 20h19
Empfehle dir die Kuchenspitze.
Unerschlossen, einsam, prominent.

Ad Steinschlag in der Suedwestflanke:
Kein Neuschnee und am besten morgends, wenn noch keine Sonne in der Flanke.

Konstanzer Huette ist top :)

LG Plauscher

Sputnik Pro says: Kuchenspitze
Sent 27 November 2020, 21h40
Ja die verflixte Kuchenspitze fehlt mir auch noch. War vor Jahren auf der benachbarten Küchlspitze. Aber die Tour wird noch nachgeholt :-)

Nic says:
Sent 24 November 2020, 13h49
Achja, woher weiß ich von diesem Zacken? Es soll Leute geben, die posten solche Ziele in anderen Foren...unterstellen aber den Hikr Usern, dass sie "pervers" sind, weil sie Tourenberichte veröffentlichen. Doppelmoral in Perfektion.

Kommunist says: RE: Doppelmoral
Sent 24 November 2020, 20h54
Als pervers erscheint mir nicht das veröffentlichen von Tourenberichten.
Pervers ist, wenn man Tourenberichte veröffentlicht, aber gleichzeitig andere Menschen am Berg nicht haben möchte und sie nur wegen ihrer bloßen Anwesenheit als "abwertend" empfindet. Bei mir kommt es als üble Beleidigung an, wenn jemand zu mir sagt, allein meine Anwesenheit werte seinen Bergtag ab. Ich habe dir überhaupt nix getan, keinen Parkplatz weggeschnappt, keinen Furz gelassen, der dir die saubere Luft verpesten könnte.

Den Zacken zwischen den Leiterspitzen habe ich nicht gemeint. Es gibt auch noch andere, echte Gipfel in den Alpen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit seit mindestens 10 Jahren nicht besucht worden sind. Auch z.B. in den Lechtaler Alpen. Bevor ich kam :-D
Das wertet die Tour deswegen aber auch nicht auf oder ab. Es ist halt einfach ein Fakt, genauso wie man am Schrecksee sonntags 300 andere Menschen findet. Das wertet für mich eine Tour auch nicht ab. Seilbahnen, Kunstschneestauseen, planierte Pisten, Hotelburgen, Klettersteige, sowas wertet vielleicht einen Berg ab.

Becks says: RE: Doppelmoral
Sent 27 November 2020, 08h38
Ich finde es eher nervig, wenn Leute aus Tourenberichten über einsame Gipfel mehr Zeit darauf verwenden, irgendwelche persönliche Erlebnise (wie guter Schlaf) in epischer Breite aufzuzählen, anstelle Routenführung und Schlüsselstellen näher zu erläutern.

alpstein says: RE: Doppelmoral
Sent 27 November 2020, 10h32
@Becks

Jeder hat so seine Schmerzgrenzen. Meine liegt z.B. darin, wenn Menschen wie Du beim Hikr-Treffen Ihren Wein aus Geiz in einer Tüte in die Bollenwees schmuggeln, anstatt ihn dort zu kaufen. Das dürfte selbst Deinen schwäbischen Landsleuten peinlich sein.

An Deiner Stelle würde ich mich mit regelmäßig hier auftauchenden Belehrungen zurückhalten. Das nur so nebenbei.

Becks says: RE: Doppelmoral
Sent 29 November 2020, 19h00
Es heisst zwar immer "getroffene Hunde bellen", aber dich meine ich mit dem Schlaf nicht. Wenn ich aber Säntisbesteigung Nr.200 hier lesen möchte, dann blätter ich gerne durch deine Berichte und vergleiche, wie sich der Blütenstand auf der Route im Vergleich zu Besteigung #199 deiner Berichte verändert hat. o/

Meine Belehrungen musst Du nebenbei ja nicht lesen, wenn sie dir nicht passen. Aber nur, weil sie dir nicht in den Kram passen, halte ich noch lange nicht den Mund.

Becks says: RE: Doppelmoral
Sent 29 November 2020, 19h07
Nachtrach: wenn das mit dem Wein - sofern es so war - so war, dann wars eben so. Ich kann mich daran nicht mehr erinnern, während es bei dir wohl ein einschneidendes Ereignis im Leben war.

Entweder ist mein Hirn zu schlecht oder dein Leben einfach zu langweilig, wenn solche Lapalien sich so lange in die Hirnwindungen fressen.


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