Comapedrosa (2.939 m) - Höchster Berg von Andorra


Publiziert von pika8x14 Pro , 25. September 2015 um 11:48.

Region: Welt » Andorra
Tour Datum:12 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: AND   E 
Zeitbedarf: 12:00
Aufstieg: 1300 m
Abstieg: 1300 m
Strecke:Aparcament de la Molinassa (1.790 m) - Estanys d'Ascorbes (2.360 m) - Estanys de Baiau (2.480 m) - Refugi de Baiau (2.517 m) - Estanys de Baiau (2.480 m) - Portella de Baiau (2.757 m) - Comapedrosa (2.939 m) - Collada del Forat dels Malhiverns (2.823 m) - Pic de Baiau (2.881 m) - Portella de Baiau (2.757 m) - Estanys de Baiau (2.480 m) - Refugi de Baiau (2.517 m) - Estanys de Baiau (2.480 m) - Estanys d'Ascorbes (2.360 m) - Aparcament de la Molinassa (1.790 m)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Àreu aus ca. 10 km über eine teils schlechte Piste durch das Vall Ferrera bis zu den Parkplätzen bei La Molinassa (Aparcament de la Molinassa). Fahrzeuge mit großer Bodenfreiheit und Allradantrieb dringend zu empfehlen.
Kartennummer:EDITORIAL ALPINA/GEOESTEL: "Pica d'Estats. Mont Roig", 1 : 25.000

Für eine gute Woche reisen wir in die Pyrenäen. Unser erstes Tourenziel ist dabei der


Comapedrosa.

Dieser Berg befindet sich im Westen von Andorra - nahe der Grenze zu Spanien. Mit 2.939 m ist er der Landeshöhepunkt des Kleinstaates und wird offenbar relativ häufig bestiegen. Entsprechend gibt es bereits auch die eine oder andere Beschreibung auf HIKR (siehe „Ähnliche Berichte“).

In der Regel beginnen und enden die Wanderungen auf den Compedrosa im andorranischen Arinsal.


Unsere Tour


Freitag, 11.09.2015 - Anreise

Zwei Wochen nach unserer letzten Bergtour - auf die ähnlich hohe *Zugspitze - brechen wir also erneut auf:

Zuerst einmal jetten wir (easy) von Berlin nach Barcelona. Im Mietwagen geht’s weiter nach Àreu. Wir wählen also den Talort auf der spanischen Seite, da wir später von dort aus noch andere Gipfel besuchen möchten …

Am Nachmittag erkunden wir den Ausgangspunkt für unsere Besteigung des Comapedrosa - und hoppeln durch das Vall Ferrera hinauf zum etwa 10 km entfernten Parkplatz La Molinassa. Von dort aus spazieren wir schon einmal eine Weile durch die schöne Berglandschaft.

Noch zeigt sich das Wetter dabei von seiner sonnigen Spätsommer-Seite. Auf die Aussichten für die nächsten Tage trifft dies allerdings überhaupt nicht zu: Wolken und Regen bestimmen die Prognosen.


Samstag, 12.09.2015 - Besteigung Comapedrosa und Pic de Baiau

Nach einer Übernachtung in Àreu schaukeln wir im Morgengrauen erst einmal erneut zum Parkplatz bei La Molinassa (Aparcament de la Molinassa, 1.790 m). Trotz des - wie vorhergesagt - eher bescheidenen Wetters, herrscht hier großer Andrang: Schließlich ist Wochenende, und viele starten von hier aus zum sehr populären Pica d’Estats.

Um etwa 08.30 Uhr beginnen wir zu dritt unsere Wanderung, die uns bis auf weiteres entlang des GR 11 führen wird. Immer wieder gibt es deshalb die bekannten weiß-roten Markierungen und auch Wegweiser.

Anfangs schlendern wir noch über die Fahrpiste. Bald zweigt der Weg zum Refugi de Vallferrera und Pica d’Estats ab - von hier an sind wir allein unterwegs. Und kurz darauf biegt auch der GR 11 vom Fahrweg ab und ist ab jetzt ein „normaler“ Bergpfad.

Mit moderater Steigung bewegen wir uns nun durch „Wald-und Wiesen-Gelände“, vorbei an den Stationen Pla de Boet und Pla d’Arcalis. Im Nebel treffen wir zwischendurch auf einige freilaufende Pferde - mit Kuhglocken um den Hals!

Auf etwa 2.380 m gelangen wir zu den Seen Estanys d'Ascorbes, mittlerweile sind wir in offenem Gelände unterwegs. In ca. 2.480 m Höhe erreichen wir dann die Estanys de Baiau. Nachdem der Abflussbach gequert ist, steigen wir noch ein kurzes Stück hinauf auf eine felsige Kuppe zum Refugi de Baiau (2.517 m). In der kleinen Schutzhütte machen wir eine längere Pause.

Anschließend steigen wir ein wieder kurzes Stück ab - hinunter zur Nordost-Ecke des großen Sees. Hier zweigt der GR 11.1 in Richtung Collada dels Estanys Forcats ab.

Wir bleiben aber auf dem GR 11 und schwenken nach rechts. Nun beginnt das sicherlich unangenehmste Teilstück unserer heutigen Tour:

Erst einmal geht’s über Felsbrocken am östlichen Ufer eines der Baiau-Seen entlang und einen steilen Grashang empor. Dann folgt unsere Lieblingsetappe - über Schutt, Geröll und Blöcke steigen wir hinauf zum Portella de Baiau (2.757 m). Von einem durchgängigen Weg kann man hier keinesfalls mehr sprechen, und auch die Markierungen sind nicht immer auf Anhieb zu erkennen. Regenschauer verbessern den Spaß am Gestein auch nicht unbedingt.

Die Querung des Grenzkamms Spanien/Andorra erfolgt offenbar ein Stück oberhalb des eigentlichen "Portella" - hier verlassen wir nun den GR 11. Durch dichten Nebel ist die Orientierung allerdings schwierig. „Freundlicherweise“ reißen starke Sturmböen aber für einige Sekunden Lücken ins Grau, und wir können Teile des direkten Pfads auf den Comapedrosa erahnen. Nebenbei schauen wir natürlich auch noch auf unser GPS-Gerät.

Nach einigen Metern bergab steigen wir also durch die Westflanke zum Gipfel Comapedrosa (2.939 m). Es stürmt, und die Sicht ist mit vielleicht 20 Metern mehr als bescheiden. Aber immerhin gibt es Tafeln, auf denen das eigentlich grandiose Panorama dargestellt ist.

Nach wetterbedingt kurzer Rast geht’s deshalb auf den Rückweg. Grundsätzlich folgen wir dem von Aufstieg bekannten Weg. Der männliche Teilnehmer unserer Wandergruppe macht allerdings - in der vagen Hoffnung auf mögliche Wolkenlücken - noch einen Abstecher:

Über die Scharte Collada del Forat dels Malhiverns (2.823 m) geht’s auf den Grenzgipfel Pic de Baiau (2.881 m) und anschließend hinunter zum bereits bekannten Pass Portella de Baiau und damit wieder auf den bekannten Abschnitt des GR 11.


Die weiteren Highlights lassen sich wie folgt zusammenfassen:

<Gut> Wir sehen Gämsen und Schneehühner.

<Böse #1> Ins Nebel-Sturm-Gebräu mischen sich zwischendurch (nicht vorhergesagte) Blitze und Donner, wir haben kurzzeitig tatsächlich etwas „Schiss“. Dazu gibt’s Schnee- und Graupelschauer sowie eine ordentliche Regendusche. Die Qualität des Weges - sofern vorhanden - wird dadurch nicht wirklich besser.

<Böse #2> Einem Mitglied unserer „Schlechtwetterexpedition“ misslingt ein Stunt: Die über etliche Meter auf glitschigem Gestein zelebrierte Stolper-und Rutsch-Partie endet - mit zugegebenermaßen durchschnittlichen Haltungsnoten - am Ufer eines Baches. Leider bricht dieses in dem Augenblick aber ab. Das fällige Vollbad ist ziemlich kühl und vor allem sehr nass. Während Mensch, GPS-Gerät und Smartphone die Zähne zusammenbeißen und weitermachen, verabschiedet sich die Kamera still und heimlich in den Feuchtetod …


Etwa 19.00 Uhr erreichen wir den Parkplatz, Aparcament de la Molinassa. Abzüglich der Pausen (und Seenot-Rettungseinsätze;-) sind wir damit ca. 10 Stunden unterwegs. Hinter uns liegt eine Tour durch eine wirklich schöne Berglandschaft, die sich heute allerdings bei Nebel und Regen zum großen Teil versteckt. Zwischen La Molinassa und Estanys de Baiau bewegen wir uns vor allem auf T2-Wegen. Die restliche Tour führt durch T3- bis T4-Gelände.

Zu guter Letzt zählen wir natürlich auch noch einmal durch:

Die drei am Morgen gestarteten Personen beenden die Tour - gemeinsam. Das muss bei Touren auf den Comapedrosa nicht zwangsläufig der Fall sein, wie man Berichten namhafter HIKR-Autoren entnehmen kann ;-).


Sonntag, 13.09.2015 - Ausflug nach Andorra

Nach einer weiteren Nacht in Àreu fahren wir nach Andorra. Wir schlendern eine Weile durch Arinsal und halten uns länger bei La Caubella auf (1.950 m, Skigebiet, Bike-Park). Da das Wetter etwas besser als am Vortag ist, gibt es zwischendurch immer wieder passable Ausblicke auf die umliegende Bergwelt - unter anderem auch zum Comapedrosa.

Und auch die Hauptstadt Andorra la Vella besuchen wir am Nachmittag noch, bevor es wieder zurück nach Àreu geht.


pika8x14 sind heute: A. + A. + A.

Tourengänger: pika8x14


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Kommentare (6)


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Sputnik Pro hat gesagt: Pleiten, Pech und Pannen...
Gesendet am 25. September 2015 um 15:27
... scheinen ja am höchsten Andorraner bei den HIKR-Berichten fast zum Standard zu werden :-)

Wenn ein Aussenstehender unsere Pedrosaberichte liest, könnte er meinen was für einen heiklen und gefährlichen Berg das sei!

Dennoch gratuliere ich euch zum Gipfelerfolg bei den miesen Bedingungen.

Berggrüsse, Andi

pika8x14 Pro hat gesagt: RE:Pleiten, Pech und Pannen...
Gesendet am 25. September 2015 um 16:25
Hallo Andi,

ja, der Comapedrosa scheint das "Elend" irgendwie anzuziehen - aber immerhin sind wir wenigstens wieder zu dritt am Ausgangspunkt angekommen ;-).

Das Wetter war leider während unseres gesamten Aufenthalts in den Pyrenäen eher schlecht. Nur an zwei Tagen herrschten gute Bedinungen. Später gab es dann sogar noch Unwetterwarnungen, die auch zutrafen (Sturm, Regen, Schnee, …).

Besten Dank für Deinen Kommentar und viele Grüße, A. + A. + A.

Linard03 Pro hat gesagt:
Gesendet am 25. September 2015 um 17:34
Hallo zusammen,

Gratulation zum Höchsten von Andorra!
Wenn auch unter misslichen Bedingungen ... - Euer Bericht (mit Déjà-vus) ist trotzdem lesenswert, inkl. ironischem Seitenhieb ... ;-)

Gruss,
Richard

pika8x14 Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 30. September 2015 um 23:00
Hallo Richard,

danke für die Glückwünsche.

Bedingt durch die vielen Schlechtwettertage konnten wir leider nicht alle geplanten Touren in den Pyrenäen durchführen. Die beiden "Hauptziele" haben wir aber zum Glück erreicht: Pica d’Estats und Comapedrosa - Letzteren zwar mit einigen "Verlusten", aber andererseits hätte ja auch noch mehr schiefgehen können ... ;-).

Viele Grüße, A. + A. + A.

PS: Weitere Berichte aus den Pyrenäen folgen, ohne Seitenhiebe …

Felix Pro hat gesagt:
Gesendet am 27. September 2015 um 22:38
was für eine spannende, anforderungsreiche Expedition - Gratulation!

Die Gegend erscheint wunderbar - man wünschte sich allerdings bessere Wetterbedingungen ;-)

lg Felix

pika8x14 Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 30. September 2015 um 21:12
Hallo Felix,

bei besserem Wetter wäre die Tour natürlich deutlich angenehmer gewesen. Aber leider waren die Bedingungen etliche Tage lang eher schlecht.

Die Landschaft ist wirklich grandios - weitere Berichte folgen demnächst, sogar mit einigen Fotos bei Sonnenschein ;-).

Danke für Deinen Kommentar und viele Grüße, A. + A. + A.


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