Alplertorstock, beinahe


Publiziert von ma90in94 , 11. September 2015 um 16:37.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum: 9 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T6+ - schwieriges Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR 
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Urigen nach Mettener Butzli ca. 1970 m. Bewilligung für SFR 10.- im Rest. Posthaus, Dienstag Ruhetag, sonst beim ersten Hof etwas links unterhalb. Geteert bis Mettenen, dann guter Schotterbelag.

Um 0745 Uhr erzählt der Meteorologe im Radiointerview etwas von einem sonnigen Tag mit nur harmlosen Quellwolken, dabei ist es schon überwiegend bewölkt und die Berge oberhalb 2800 m sind teilweise in Wolken.
Ich habe auf der Alp Mettener Butzli im Wagen übernachtet und hoffe dass er recht behält. Von dem Parkplatz ca. 400 m vor den Alphütten beginnt ein guter Weg. Er führt durch die Schuttrinne und weiter in nordwestlicher Richtung. Bei etwa 2220 m biegt er markant nach Südwesten. Hier führen nur dürftige Wegspuren rechts aufwärts. Bald werden erste Steinmänner sichtbar und der Weg etwas ausgeprägter bis zum Alpler Tor auf 2448 m, das seinen Namen wahrhaft verdient.
Horizontal quere ich ca. 60 m bis zum ersten markanten Schluchteinschnitt. Zunächst erklettere ich den linken Kamin, vorbei an 2 Haken. Zunehmende Schwierigkeiten lassen mich aber zweifeln. Eine recht neue Kette und danach ein Seil hängen in einer sehr glatten Wand und leiten nach links aufwärts. Keine Ahnung wer hier, wohin rumsteigen soll. Ich klettere wieder zurück und beginne von neuem. Nach wenigen Metern im linken Kamin quere ich nach rechts in einen anderen Kamin. Dieser ist fast senkrecht aber ganz gut zu erklettern, der Fels kompakt und ganz passabel. Durchgehend etwa III oder III-. Nach etwa 30 m etwas entspannter bis zu der großen Höhle. Hier quert man ziemlich einfach kurz rechts aufwärts um durch einen leichteren breiten Kamin einen markanten Absatz zu erreichen. Etwa 50 m über dem Einstieg. Hier wechselt das Ambiente in ein klassisches T6 Gelände. Auf Grasbändern quere ich leicht aufsteigend, bis da wo mir der Hang etwas weniger steil erscheint. Man könnte auch schon vorher hinauf. Nach oben heraus wird es dann zunehmend steiler und heikler wegen der Restnässe, die der Neuschnee vom Wochenende hinterlassen hat. Wenige Meter vor dem Ausstieg zum Grat steilt es nochmals auf und ich kapituliere. Hinauf würde es schon irgendwie gehen, aber abwärts nicht mehr so leicht irgendwie. Der Grat würde keine Schwierigkeiten mehr bieten. Die Grasflanke bringt höchstens nochmals 40 Meter.
Es ist inzwischen auch ziemlich neblig und kühl geworden, das dämpft den Auftrieb ungemein. Ist aber nicht so tragisch, da ich den Gipfel vor 20 Jahren über die gleiche Route schon einmal bestiegen habe, deswegen sehe ich die Sache etwas lockerer, oder bin ich doch alt geworden.
Die Route weiter nördlich über die Ostflanke direkt zum Gipfel ist heute auch keine Option, dabei sieht sie so schlimm gar nicht aus.
Ich glaube es gibt in den Berner, Urner und Glarner Voralpen einschließlich Alpstein, nur wenige ausgeprägte Gipfel mit diesen Schwierigkeiten auf einem Normalweg. Ich wundere mich, warum diese großartige Zinne so wenig Zuneigung erhält.

Tourengänger: ma90in94


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Kommentare (3)


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Bergamotte Pro hat gesagt:
Gesendet am 11. September 2015 um 17:54
Schön dass sich mal jemand an diesem wuchtigen Gipfel versucht. Ich dachte die Schwierigkeiten würden weit höher liegen als T6/III (für mich als Nicht-Kletterer aber immer noch zu hoch). Hoffe Du wagst bei Gelegenheit und besseren Verhältnissen einen zweiten Anlauf.

ma90in94 hat gesagt: RE:
Gesendet am 11. September 2015 um 21:35
Eher nicht, es war ja nur eine Wiederholung, so verbissen
sehe ich das nicht. Es war für mich auch so interessant,
da ich nur wenige Erinnerungen an die Route hatte und ich wollte mal wissen ob sie den Tatsachen entsprechen.
Ein anderer Hikr wird kommen und den Gipfel vollständig beschreiben und seine Einschätzung kundtun.

dominik Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 8. November 2015 um 21:37
War gestern dort und habe mir die Sache von unten angesehen. War aber allein dann doch zu sehr ein Schisser... Mit Partner und Seilsicherung aber gerne. Es gibt auf der SW-Seite auch eine Kletterroute, hab aber kein Topo dazu. Mal sehen, ob sich da noch was ergibt :-)


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