Gazzirola (2116 m) - Rundtour im Val Colla von Cozzo und San Lucio nach Tesserete


Publiziert von dulac Pro , 14. September 2015 um 00:00.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Sottoceneri
Tour Datum: 6 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-TI   I   Gruppo San Jorio-Monte Bar   Gruppo San Lucio-Monte Boglia 
Zeitbedarf: 6:15
Aufstieg: 1150 m
Abstieg: 1650 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:von Lugano mit Bus nach Tesserete und Umstieg in den Bus nach Cozzo
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Bus von Tesserete zum Bahnhof Lugano
Kartennummer:map.geo.admin

Es war ein Tag mit Traumwetter – zumindest auf der Alpensüdseite. Dabei standen die Vorzeichen am Morgen erst gar nicht gut: Die ersten Züge: Ausfall – und damit war zugleich auch das ursprüngliche Programm hinfällig geworden, da der erforderliche Anschluss nicht mehr zu erreichen war.

 

Erst war ich noch versucht, frustriert daheim zu bleiben, doch dann tat sich doch noch eine Möglichkeit auf, mit dem Expressbus über den San Bernardino zwar eine Stunde verspätet, aber immerhin doch noch zu einer akzeptablen Zeit in den Tessin zu gelangen.

 

Und unterwegs hatte ich auch ausreichend Zeit, mir noch eine Alternative zu überlegen. Und so kam mir die ansonsten verschmähte, weil zu späte Busverbindung ins hintere Val Colla in den Sinn. Heute dagegen war dieser Anschluss in Tesserete gerade recht.

 

Den Bergzug Motto della Croce – Monte Bar – Gazzirola kannte ich schon, ebenso wie auf der anderen Talseite Monte Boglia – Denti della Vecchia – Capanna Pairolo. Nicht aber das Stück dazwischen. Also mit dem Bus nach Cozzo und von dort Aufstieg zum Passo San Lucio, der genau in der Mitte liegt. Und von dort entweder weiter zum Gazzirola oder in entgegengesetzter Richtung über die Cima di Fojorina zur Capanna Pairolo.

 

Für den Aufstieg zum Passo San Lucio gab es vor Cozzo wohl einen Wegweiser, doch ansonsten zeigte sich das was hier an Wegweisung geboten war als wenig hilfreich, von der nicht vorhandenen Markierung ganz zu schweigen. Es lag daher auf der Hand, aus den zum Teil zahlreichen Wegspuren den nach Gefühl aussichtsreichsten zu folgen und im obersten Abschnitt auch weglos den Grat anzusteuern. Da das Gelände etwas stärker gegliedert war als es von unten den Anschein hatte, traf ich nicht die optimale Route, denn meine Gehzeit bis zum Pass lag doch um einiges über der angegebenen.

 

Auf dem Pass hat es zwei Hütten, eine auf schweizer, die andere auf italienischem Boden, wohl auch mit unterschiedlichem Preisniveaus. Ich kam nur bei der etwas höher gelegenen italienischen vorbei, die bereits sehr gut besucht war. Wie überhaupt hier am Pass ein ziemlicher Rummel herrschte.

 

Kein Wunder bei dem Traumwetter heute. Wunderbarer Blick von hier auch in das Val Cavargna auf der italienischen Seite. Die klare Fernsicht war drum auch letztlich ausschlaggebend dafür, dass ich die Tour von hier auf den Gazzirola fortsetzte: Ein langgestreckter breiter Grasgrat mit einem über weite Strecken beinahe fahrwegbreiten, ruppig-schottrigem Weg führte hinauf. Zumindest erlaubte er rasch Höhe zu gewinnen. Lange meinte ich, das von unten erkennbare Kreuz würde bereits den Nebengipfel des Gazzirola markieren, doch oben angekommen zeigte sich, dass der eigentliche, nur wenige Meter höhere Gazzirola noch 20 Minuten entfernt war.

 

Die Sicht von dort oben dann absolut phantastisch, in alle Himmelsrichtungen. Lediglich im Westen war etwa der Monte Rosa zuvor noch deutlich weniger wolkenumhüllt gewesen. Hier am Gipfel hätte ich es gut und gerne eine Stunde und mehr ausgehalten. Nur zwei Dinge standen dem entgegen: der doch recht kühle Wind und der Umstand, dass ich noch zur Cap. Monte Bar weiterwandern und nach Tesserete absteigen wollte und dabei nicht den letzten Bus verpassen durfte.

 

Drum statt einer ganzen nur eine Viertelstunde Pause und dann flotten Schritts hinunter und auf möglichst direktem Weg zur Cap. Monte Bar. Nach 1h20 war ich dort: wie gut tut nun doch ein Weizen auf der Terrasse im oberen Stock dieser Hütte: Windgeschützt, im Sonnenschein, ein traumhafter Blick über die Berge im Hinterland von Lugano. Nicht umsonst hat es mich heute bereits zum x-ten Mal hierher gezogen.

 

Der Abstieg nach Tesserete dann auf dem mir schon gut bekannten Weg über den Motto della Croce und Roveredo.


Tourengänger: dulac


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