Einsame Herbsttour auf den Pizol


Publiziert von marmotta , 5. November 2008 um 22:15.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum:11 Oktober 2008
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SG 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 1574 m
Abstieg: 540 m
Strecke:Gigerwald-Alp Tersol-Pizolsattel-Pizol-Pizolhütte-Wangs
Zufahrt zum Ausgangspunkt:ab Bad Ragaz mit Postauto nach Gigerwald
Kartennummer:Kümmerly+Frey Wanderkarte Nr. 12 Glarnerland-Walensee (1:60.000)


Von Bad Ragaz ging es mit dem Postauto nach Gigerwald. Nach Auskunft des Busfahrers verkehrt das Postauto auf dieser Linie nur bis 19.10.2008 bis Gigerwald, in den Wintermonaten fährt der Bus nur noch bis Vättis! Nach Besichtigung der eindrucksvollen Staumauer des Gigerwaldstausees ging es zunächst auf der Fahrstraße Richtung Vättis bergab bis zum Wegweiser, von wo der Wanderweg über die Alp Tersol zum Pizolsattel beginnt. Der weiss-blau-weissen Markierung folgend, steigt der Weg gleich steil an und quert auf einem kurzweiligen, teilweise leicht exponierten Weg die Tersol-Schlucht, von deren oberen Rand ich bereits mein Tagesziel, den Pizolgipfel erkennen konnte. Ich hatte einen wunderschönen, milden Herbsttag erwischt, an dem die Farbenpracht der Wälder einen herrlichen Kontrast zu den auf der Nordseite bereits schneebedeckten Gipfeln bildete. Nach ca. 1 1/2 h erreichte ich das große Geröllfeld, welches sich vom Pizol bzw. den Zanaihörnern zur Alp Tersol hinunterzieht. Über dieses erreicht man ein ca. 45 ° steiles Couloir, durch das man in losem, rutschigem Schutt mühsam, aber unschwierig auf das Plateau unterhalb des Pizols gelangt. Im Abstieg könnte dieser Abschnitt etwas unangenehm sein, in meinem Fall haben Firnfelder im Couloir den Aufstieg etwas erleichert. Kurze Zeit später erreichte ich den Pizolsattel, von dem ich erstmals einen Blick auf den Pizolgletscher, die große Unbekannte am heutigen Tag, werfen konnte. Offenbar war seit den letzten Schneefällen noch niemand vom Wildsee zum Pizol aufgestiegen. Eine schwach ausgeprägte Spur endete kurz unterhalb des Pizolgletschers. Mist! Das hieß Spurarbeit in bis zu 60 cm tiefen lockeren Schnee mit Einsacken teilweise bis über die Knie. Na ja, zumindest sollte auf diesem Mini-Gletscher keine Gefahr durch versteckte Gletscherspalten drohen, wie ich von einer früheren Begehung bei fast aperen Verhältnissen wusste. Den Gipfelsieg ließ ich mir dann dennoch nicht nehmen, erstaunlicherweise war ich lt. Gipfelbuch an diesem wunderschönen Herbsttag der Erste (und wohl auch Einzige) auf dem Gipfel, dessen Besteigung dank drahtseilversichertem Steig keine Probleme bereitet. Vorsicht war aufgrund des abschüssigen Geländes und den harten Schneeresten dennoch geboten.

Der Abstieg vom Pizolsattel durch den Tiefschnee war dann ein feuchtfröhliches Vergnügen, zumindest, wenn man, wie ich, keine Gamaschen dabei hat. Am wunderschönen Wildsee vorbei geht es auf einem Teil der "berühmten" 5-Seen-Wanderung zur Pizolhütte, wo bereits ein gekühltes Getränk wartet.:-) Zu erwähnen ist noch, dass die Fahrt mit der Pizolbahn, welche im kommenden Winter abgebaut und durch eine moderne von Wangs durchgehende 8er-Gondelbahn ersetzt wird, durch zweimaliges umständliches Umsteigen unterbrochen wird, wodurch ich nicht das anvisierte Postauto nach Sargans erwischte, sondern noch ca. 40 min auf den nächsten Bus warten musste. Die Tour ist (auch in umgekehrter Richtung, hier ist allerdings zu beachten, dass der letzte Postbus ab Gigerwald kurz nach 16 Uhr fährt) vor allem im Herbst sehr zu empfehlen und kann bis Mitte Oktober durch Benutzung der Pizolbahn wesentlich erleichtert werden.

Tourengänger: marmotta

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