Sustenhorn (3503) Ostgrat


Publiziert von ironknee , 3. September 2008 um 13:25.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:31 August 2008
Hochtouren Schwierigkeit: ZS
Klettern Schwierigkeit: IV (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-UR 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 2100 m
Abstieg: 1600 m

Lange Klettertour auf einen hohen Urner aus Fels, Schutt und Eis.
 
Der Ostgrat des Sutenhorns ist eine lohnende aber lange Klettertour in meist gutem Fels. Der Grat selbst ist fast einfacher als der Zustieg. Die Schwierigkeiten bewegen sich meist im II und III Grad. Einige Stellen sind mit IV zu bewerten. Griffe und Tritte sind meistens gut und schnell zu finden. Es gibt aber auch plattige Stellen die etwas Reibungskletterei erfordern. Die schwierigen Stellen (ausser am Einstieg zum Grat (III bis IV) sind mit Bohrhaken abgesichert.
Der Abstieg via Tierberglihütte bietet ausser Spalten keine nennenswerten Schwierigkeiten.
 
Tag 1: Voralpkurve (1402) – Voralphütte (2126)
 
Treffpunkt für die SAC-Tour war Göschenen (Posti Haltestelle). Zu meiner angenehmen Überraschung war noch ein weiterer bekannter Hikr namens Bombo dabei. Schon jetzt war klar: Mit dieser lustigen Truppe wird das Sustenhorn ein Erfolg.
 
Nach einer kurzen Postautofahrt zur Voralpkurve (1402) geht es gleich los, über die Brücke auf den Wanderweg. Die 700Hm zur Voralphütte sind in Nu abgespult und kaum am Ziel, werden wir schon von der Hüttencrew begrüsst und es gibt auch gleich den ersten Tee.
Die Voralphütte ist klein aber fein. Die Hüttencrew ist eine der freundlichsten die ich je erleben durfte.
 
Tag 2: Voralphütte (2126) – Sustenhorn (3503) – Tierberglihütte (2795) – Steigletscher (1865)
 
In aller Früh geht’s los. Zuerst links der Hütte runter zum Bach und diesem entlang Richtung Nordwesten. Nach wenigen Minuten gelangt man zu einem grossen Stein mit einem Schild das die Aufschrift „Sustenhorn“ trägt. Hier biegt man links ab, über eine Brücke und auf die Moräne. Zu beginn weglos später auf Wegspuren steigt man auf bis zu der Felswand die das Voralptal vom Brunnenfirn trennt. Der Einstieg ist eher links, dort wo der Boden am meisten zertrampelt ist. Der Einstieg ist mit einem blauen Pfeil markiert und ein Bohrhaken glänzt im Stirnlampenlicht.
 
Hier geht’s bereits richtig zur Sache. Schon der Einstieg in die Wand fordert ziemlich. Über eine glatte Platte müssen die ersten zwei Meter überwunden werden. Später klettert man etwas leichter aber noch immer in der Dunkelheit die Griffe suchend. Nach mehreren Seillängen (II bis III ) steht man schliesslich auf dem Brunnenfirn.
Steigeisen an die Füsse und quer über den Gletscher in nordwestlicher Richtung zum Einstieg zum Ostgrat. Der Einstieg befindet sich in der tiefen Scharte links eines auffälligen Gratturmes.
In einer Seillänge überwindet man die schwierige Wand (keine Bohrhaken) zum Grat. Im oberen Teil ist eine grifflose Platte zu überwinden (IV). Der Rest zum Grat ist einfach zu klettern.
Nun geht es in schöner Kletterei über die Gratschneide hinauf, auf eine Art Plateau. Über Gehgelände steigt man auf, erklettert eine Felsrampe und gelangt auf ein grosses Schuttband das in die Nordflanke hinausführt. Diesem Band folgt man, aufsteigend, bis man zurück auf den Grat klettern kann. Das Band sollte nicht zu weit verfolgt werden, da das Gelände immer unangenehmer und brüchiger wird.
Zurück auf dem Grat ist der Fels dann wieder fest und Bohrhaken hat es auch wieder. Bis zum Gipfel klettert man in meist gutem Fels und im maximal dritten Grad (eine Stelle III+) bis zu den rostigen Gipfelfelsen. Ab hier ist es nicht mehr weit und man gelangt über einfache Blöcke in Kürze zum Gipfelkreuz.
 
Der Abstieg führt uns über den, im Mittleren Teil spaltenreichen, Steigletscher zur Tierberglihütte und runter zum Sustenpass.
 
Schlüsselstellen:
 
  1. Der Felsriegel zum Brunnenfirn: Schwieriger Einstieg gleich zu Beginn der Tour (III+), wird meist noch in der Dunkelheit geklettert, bei mehreren Seilschaften gibt es hier garantiert Stau (Steinschlag!), mit Bohrhaken gut abgesichert
  2. Der Einstieg zum Grat: Schwierigste Stelle der Tour (III bis IV), keine Bohrhaken, es muss selber mit Friends und Keilen abgesichert werden, wieder Staugefahr, Steinschlag!
  3. Das Band in der Nordflanke: Schuttig, Steinschlag ist kaum zu vermeiden, auf keinen Fall zu lange verfolgen und bei der ersten Gelegenheit zurück zum Grat klettern
  4. Der Steigletscher: Zwar leichtes Gelände doch viele Spalten im mittleren Teil.
 
 
Tour mit dem SAC UTO: Bombo (hikr), Felix (TL), Markus (TL), Andi und Remco.
 
 
Good hike,
 
ironknee

Tourengänger: ironknee, Bombo

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T3 ZS IV

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