Tour de Efra (Season Opener) Tag 3+4: Basal 2588 m - Rif. Costa


Publiziert von basodino Pro , 23. Juni 2014 um 14:10.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Locarnese
Tour Datum:21 Juni 2014
Wandern Schwierigkeit: T4- - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Gruppo Cima di Gagnone   Gruppo Madöm Gross   CH-TI 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 780 m
Abstieg: 880 m
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Mit Auto oder ÖV von Brione (Piee) bis Tenero oder Locarno - Zug nach Bellinzona und Bus nach Bodio (Startpunkt)
Unterkunftmöglichkeiten:Capanna Efra (2039 m), Selbstversorgerhütte, Rif. Alpe Costa (1941 m), Selbstversorgerhütte, Brione Piee (Restaurant und Hotel)
Kartennummer:1272/73 und 1292/93

Nach einer erholsamen Nacht auf der Capanna Efra, die gestrigen Höhenmeter waren gut verkraftet, lockte uns ein perfekter Morgen aus den Kojen. Da die Etappe zum Rifugio Alpe Costa überschaubar war, nutzten wir den Morgen für einen Abstecher, die Damen zum Lago d'Efra, wir Männer auf den Basal.

Hierzu folgt man dem VAV Richtung Norden für wenige Meter. Bereits von der Hütte aus kann man einen Steinmann oberhalb des Weges ausmachen. Dieser weist als erster den Weg über die Terrassen oberhalb der Hütte. Immer entlang blauer Punkte, teilweise auch rosa und von Steinmännern begleitet über eine schwache, aber durchgehende Spur steigt man von Stufe zu Stufe auf, links vorbei an der Messstation des SLF bis auf eine breite Terrasse (ca. 2220 m). Hier wendet sich der Weg nach links und geht etwas direkter hinauf bis auf den Rücken, wo man kurz vor P. 2285 auf einen weiteren Weg trifft, der vom Passo di Gagnone her kommt. Man überschreitet eine Flachstelle und der Weg zieht nach rechts hinauf, so dass man die nächste Stufe leicht erreichen kann. Dort trifft man auf einen flachen Sattel, der nur wenig durch P. 2399 links überragt wird. Diesen lässt man hinter sich. Der Weg nutzt noch ein paar flache Absätze, bevor er in eine Geröllhalde einmündet, die bei uns weitgehend unter Schnee war. Nun ist der leichteste Weg nicht der zum Pass auf 2493 m, sondern man quert wenige Meter hinab auf die abschließende Flachterrasse des vom Pass herabkommenden Beckens. Hier flach an den Beginn eines Rückens, der rechts kaum wahrnehmbar ist, links aber steil abbricht. Entlang dieser Kante finden sich Wegspuren, die einen bis auf den Grat hoch führen. Der Westgrat kann bequem auf der Schneide begangen werden, was der pure Genuß ist, oder man nutzt den Ziegenpfad, der sich knapp rechts des Grates gebildet hat. Auf dem Gipfel hat man ein wunderbare Aussicht. T3+, 1 h 40 min im Auf, 1 h 10 min im Abstieg.

Bereits um 11 Uhr waren wir wieder zurück an der Hütte. Nach einer ausgiebigen Pause starteten wir die Querung zum Rif. Alpe Costa. Dieser blau markierte Weg ist anfänglich identisch mit dem VAV. Die Wegführung kann man nicht verfehlen, es sei aber vermerkt, dass der Weg oft nicht eben ist, sondern im leichten Auf und Ab die steilen Flanken quert. Wir hatten noch 3 Schneefelder zu queren, von den zwei unangenehm steil waren, so dass ich einmal mehr Stufen schlagen musste. Dies ist bei der Zeitangabe zu berücksichtigen.
Beinahe überraschend flacht sich das Gelände schließlich zu einer kleinen Schulter im Hang ab. Man hat die Ruine von Furna erreicht. Entgegen der Schweizer Landeskarte verzweigt sich bereits hier der VAV und der Querweg zur Alpe Costa. Man quert einige wasserführende Rinnen und gewinnt noch etwas an Höhe, bis man schließlich ein horizontales Stück erreicht, welches bereits von der Cap. Efra gut zu sehen ist. Dieses entpuppt sich als mit der schlechteste Wegabschnitt, da hier die Spur zwar deutlich, aber sehr schräg und wenig befestigt ist. Wenn man die Felsen des von P. 2503 herabziehenden Felsspornes erreicht, wird die Spur wieder leichter begehbar. Überraschend einfach erreicht man selbigen Sporn durch einen kurzen Steilanstieg. 
Jenseits geht es sehr steil über viele Stufen hinab. Hier braucht man die Hände zum Abstützen und einige Eisenbügel sollen helfen, die beiden entscheidenden waren bei uns aber abgebrochen. 70 m tiefer nimmt der Weg wieder seine Querung auf und führt noch durch eine erodierte, abgerutschte Stelle zu einer blockigen Rinne. Hier hat man dann die Schwierigkeiten hinter sich. T4-, I, 2 h 25 min.

PS: Ohne Firn und Wegschäden sicherlich unter 2 Stunden machbar.

Nach der Rinne wird der Weg deutlich freundlicher. Man überquert im weiten Bogen einen flache Geländestufe, steigt durch eine harmlose Blockhalde zu einer Schulter auf, die alte, verfallene Alphüttchen beherbergt (ca. 2050 m). Dort kann man zum VAV bzw. zur Capanna Cognora abzweigen, ob der Weg zum Madom Gröss inzwischen komplett markiert ist, weiß ich aber nicht. In jedem Fall erreicht man in wenigen Minuten absteigend das Rif. Alpe Costa. T3, 0 h 45 min.

Diese kleine Hütte ist ein Juwel in den Tessiner Alpen. 2010 renoviert durften wir nach einer warmen Dusche die Sonne auf der nach Süden gewandten Seite genießen. Es gibt elektrisches Licht und man kann sogar sein Handy aufladen. Es mangelt an nichts, und bildete für uns den wirklich gelungenen Abschluss des Season Openers. Man muss nur berücksichtigen, dass die Hütte nur 6 Schlafplätze aufweist, zur Not können noch 2 weitere auf dem Boden schlafen (8 Matratzen) und es hat ein Zelt in einem Sack im Regal.

Epilog

Am letzten Tag ging es dann noch den normalen Hüttenweg hinab nach Frasco. Dieser Weg ist vor allem in seinem oberen Abschnitt sehr kniefreundlich angelegt und außerordentlich angenehm zu gehen. Unten wird er dann etwas "tessinerischer". Vom Agriturismo Coo der Preda (1460 m) bekamen wir nicht sehr viel mit, leider ist über diesen Ort im Internet sehr wenig zu erfahren und auch am Weg macht man nicht gerade auf sich aufmerksam. 2 h 15 min bis Brione, T2.

In Frasco nahmen wir den Talweg auf, der nach Brione führt. Leider ist die Wegführung inzwischen geändert worden, was - nach meiner ganz persönlichen Meinung - eine Verschlechterung darstellt. Zum einen wird man in Frasco nun auf Teerstraßen links der Verzasca entlang geführt, damit einem etwaige Einkehrmöglichkeiten auch nicht entgehen. Die alte Wegführung rechts der Verzasca scheint noch zu existieren, wird aber nicht mehr so ausgeschildert. Die zweite Verschlechterung betrifft Gerra, wo man über beide Brücken und hinauf zur Fahrstraße muss, weil ein kurzer Wegabschnitt links der Verzasca gesperrt wurde. Ich würde vermuten, dass hier private Interessen gewahrt werden sollen.

Schließlich erreichten wir Brione - Piee, wo sich eine schöne Badestelle findet, es hat sogar etwas "Strand". Im Restaurant Piee kann man es dann gut ausklingen lassen bis der Bus einen weiterbringt. 1 h 45 min, T1 (ab Alpe Costa gut 1200 Höhenmeter).

Man kann diese Tour übrigens auch kombinieren mit dem Season Opener von 2011.

Tourengänger: basodino, tourinette

Galerie


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