Pfannenstiel extrem...


Publiziert von Tobi , 6. Februar 2014 um 20:04.

Region: Welt » Schweiz » Zürich
Tour Datum:15 Januar 2014
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-ZH 
Zeitbedarf: 3:30
Aufstieg: 370 m
Abstieg: 450 m
Strecke:11km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Esslingen
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Meilen

Der langgezogene Hügelzug am nördlichen Zürichseeufer – auch als Goldküste bekannt – hat nichts zu bieten, was das Herz des ambitionierten Alpinwanderers höher schlagen lassen könnte. Weder saftiges Steilgras noch scharfe Gratkanten. Auch keine exponierten Kletterstellen. Die Wanderwege sind in den untersten Tiefen der T-Skala zu Hause. Der Pfannenstiel ist also – aus Sicht des verwöhnten Bergsteigers – vor allem eines: extrem unspektakulär. Aber dennoch lohnt sich ein Besuch.
 
Zunächst möchte ich mich outen: Ich bin ein angefressener Bahnfahrer. Ich will die Schweiz nicht nur von den Berggipfeln aus entdecken, sondern auch von jedem Schienenstrang des Bahnnetzes aus. Dies ist der eigentliche Grund für die Wahl des heutigen Zieles: Die Forchbahn führt mich nach Esslingen (482m).
 
Die gelben Wanderwegzeichen lotsen mich über die Quartierstrasse gegen Osten aus der Ortschaft ins freie Feld hinaus. An den Gehöften Balmholz und Sunnenberg vorbei gewinne ich stetig an Höhe und stehe bald auf dem breiten Rücken des Hügelzuges. Ich marschiere weiter in nördlicher Richtung durch den frisch eingeschneiten Wald. Die Sonne zeigt ihre Wirkung: Tauwasser tropft unablässig von den Bäumen herunter.
 
Beim Gasthaus auf dem Vorder Pfannenstiel (727m) ist es noch zu früh zum Einkehren. Ausserdem bin ich von der Schlemmerei über die Festtage derart gesättigt, dass bei mir auch um die Mittagszeit weder Appetit noch Hungergefühle aufkommen. Auch die folgenden Höhenmeter zur Hochwacht (798.7m) ändern daran nichts. Zudem mag mich das eingeschränkte Angebot des Self Service nicht zu überzeugen. Dafür umso mehr das Panorama, das sich mir auf dem hohen Aussichtsturm eröffnet. Da kann der höchste Punkt des Pfannenstiel (853m) definitiv nicht mithalten. Sowohl bezüglich Aussicht, wie auch der Höhe – so Mutmasse ich zumindest.
 
Auf dem höchsten Punkt meiner Wanderung angekommen, bin ich bezüglich des weiteren Programms unschlüssig. Etwas ratlos stehe ich auf dieser Kuppe mitten im Wald, als mich unvermittelt ein veritabler Schneeklotz trifft. Es herrscht immer noch Tauwetter, so ist das Wandern im Wald kein Vergnügen. Also wähle ich den kürzesten Wanderweg hinaus aus diesem gefährlichen Forst.
 
In Toggwil (643m) fühle ich mich wieder in Sicherheit. Ausserdem habe ich von hier wieder freie Sicht auf den Alpenkranz. Doch nicht nur die Augen werden verwöhnt, auch meine Nase wird durch den süssen Duft von Schokolade betört. Dies irritiert mich etwas, zumal mich dieser Duft fortan verfolgt – auch auf dem offenen Feld. Rächt sich nun das aussengelassene Mittagessen durch eine olfaktorische Fata Morgana? Doch in Meilen (420m) löst sich das Rätsel: hier ist die Midor beheimatet. Ich sehe mich schon im Fabrikladen bei Degustationshäppchen das Mittagessen nachholen, doch leider bietet dieser Zulieferer keine solche Süssigkeiten-Oase.
 
Bei der Überfahrt mit der Fähre präsentiert sich nochmals der Pfannenstiel in vollster Pracht, wie auch die Gipfel der Ostschweiz. In Horgen (408m) endet meine Fastenzeit mit einem Mandelgipfel. Genug Energie für die Heimreise über Pfäffikon und weiter mit dem Voralpen-Express zurück nach Luzern.
 
 
Fazit: Ein netter Spaziergang, bei dem die Gipfelziele für die kommende Saison schon mal vorsichtig aus der Distanz aussondiert werden konnten. Von Zeit zu Zeit darf man auch etwas zurücktreten, Abstand gewinnen, und die Ziele aus der Ferne betrachten…
 

Tourengänger: Tobi


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