Rundtour Gandstöck - Siwellen - Hohberg


Publiziert von Bergamotte Pro , 25. August 2013 um 18:21.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:24 August 2013
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   Chärpfgruppe 
Zeitbedarf: 6:15
Aufstieg: 1630 m
Abstieg: 1630 m
Kartennummer:1174 Elm (R. 911, 912, 915, 920)

Eigentlich hatte ich eine grosse Tour auf die Chärpfs geplant. Doch angesichts des bevorstehenden Wetterumbruchs wollten heute kleinere Gipfel gebacken werden - und die finden sich im Chärpf-Gebiet zuhauf. Zugegeben, meine Rundtour verheisst keine alpinistischen Meriten. Aus Sicht des Durchschnittswanderers lohnt wohl nur die Gandstöck-Überschreitung das frühe Aufstehen. Der Hohberg taugt immerhin als Skigipfel. Doch spätestens bei den Siwellen - es gibt deren drei - bewegt man sich in den Niederungen alpiner Bedeutungslosigkeit. Viel eher locken Begegnungen mit vorwitzigem Steinwild, Einblicke in die Glärnisch-Südwand und mehr Einsamkeit als man braucht.

Mit der ersten Bahn - und einer Handvoll Fischer - erreiche ich den Stausee Garichti (1645m). Hoher Startpunkt sei Dank hält sich die Anstrengung bis zum ersten Gipfelerfolg in Grenzen. Dem markierten Weg folgend erreiche ich via Klettergarten Widerstein die Gandfurggele (2154m), einer der zahlreichen Pässe zwischen Grosstal (bzw. Niderental) und Chlital. Bis zu diesem Zeitpunkt haben sich mir bereits Gemsen, Murmeltiere und Steinböcke auf wenige Meter genähert. Es lebe der Fryberg Chärpf! Den Südgipfel (nicht kotiert) schenke ich mir und quere stattdessen direkt in den Sattel bei P. 2238. Trittspuren winden sich geschickt durch die abweisende und felsige Südflanke, das bewegt sich in etwa um T3+. Das Rundumpanorama vom Hauptgipfel der Gandstöck (2315m) umfasst praktisch alles, was in den Glarner Alpen Rang und Namen hat. Besondere Erwähnung verdienen der Tödi und die Südflanke des Glärnisch.

Wer die Gandstöck besucht, dem sei besonders die Überschreitung empfohlen. Zum nahen Nordgipfel wären's nur wenige Minuten, doch ich trödle noch bei der glatten Geissenkolonie rum. Der weitere Abstieg über den Nordgrat zum Chrämer zieht sich aber in die Länge. Nicht dass er schwierig oder exponiert wäre (die T4- überschreitet man nirgends), doch das verblockte Gelände erlaubt kein schnelles Fortkommen.

Spätestens ab hier gilt nun für alle, welche in den Bergen Ruhm und Ehre suchen: Bitte nicht weiterlesen! Denn was folgt, ist mühseliges "Freistilwandern", welches sich nur ganz fanatische Alpinkraxler (wie ich) zumuten sollten. Die kurze Gnadenfrist auf dem Pfad nach Ober Stafel (1914m) ist rasch abgelaufen. Steil und weglos ziehe ich in die Nordflanke des Gross Siwellen, wo ich weiter oben den NE-Grat erreiche. Dieser führt unschwierig (T3), aber anstrengend direkt auf den Gipfel der Gross Siwellen (2099m).

Ein Direktabstieg nach Süden oder Osten würde Sinn machen, doch von oben ist das Gelände schlecht einsehbar. Also lass ich's und steige alles dem NE-Grat zurück zum Alppfad. Von der Alp Chreuel Ober Stafel ziehe ich über allerhand Gestrüpp und Blöcke in direkter Linie zum Plateau der Chli Siwellen (ca. 2015m) hoch. Zu spät entdecke ich den Kuhpfad (nicht auf LK), der im westlichen Kessel bis auf ca. 1950m hochgeführt hätte. Einer schönen Rundtour geschuldet ziehe ich von hier in relativ direkter Linie Richtung Siwellen. Dazu gilt es das obere Wolfenthal zu queren, auch hier ganz im Sinne des Tagesmottos "Unschwierig, aber mühsam".  Wenig später stehe ich auf dem kecken Türmchen der Siwellen (1994m).

Ein weiteres Mal verschiebe ich die grosse Mittagspause, denn vor dem baldigen Wetterumbruch möchte ich alle potentiell schwierigeren Stellen hinter mir haben. Also ziehe ich wieder westwärts zu P. 2168 hoch. Die Gratflanke lässt sich durchgehend begehen, was von unten nicht zwingend den Anschein machte. Je nach Linienwahl bewegt man sich zwischen T4 und T5. Der Weiterweg zum Ostgipfel des Hohbergs (P. 2239, mit Schweizer Fahne) verläuft wieder einfacher, ein kurzer Felsaufschwung wird auf guten Trittspuren umgangen. Auf dem Hauptgipfel des Hohberg (2244m) komme ich dann endlich in den Genuss meiner verdienten Mittagsrast. Ein Genuss auch das Schauspiel vor meinen Augen: Live kann ich miterleben, wie der angekündigte Wetterumbruch vom Grosstal ins Chlital drückt. Nur schwer kann ich mich davon losreissen.

Auf der Grosstalseite, sprich ennet der Gandfurggele, ist die Sicht bereits arg eingeschränkt und bald setzt Regen ein. Doch auf dem markierten T2-Abstieg zurück nach Garichti droht keine Gefahr mehr. Fazit: Den Tag nochmals voll ausgenützt.


Zeiten
1:45  Gandstöck
1:35  Gross Siwellen
0:50  Chli Siwellen
0:30  Siwellen (P. 1994)
0:45  Hohberg
0:45  Garichti

Tourengänger: Bergamotte

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