Tour ohne Klein Huwetz, dafür mit Gross Axi


Publiziert von Tobi , 16. Juli 2013 um 21:51.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Mittelwallis
Tour Datum:11 Juli 2013
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 1450 m
Abstieg: 1450 m
Strecke:15.5
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Brig, anschliessend TAxi bis Rosswald. Alternativ cff logo Rosswald

In letzter Zeit schwärmt der Axi aus unbekannten Gründen vermehrt fürs Wallis. Da ich diese Region nicht ausgiebig kenne, hat er mich schnell überzeugt, die über zwei Stunden Zugfahrt nach Brig auf mich zu nehmen. Und so kommt es zu einer Premiere: die erste Axi-Tobi-Tour im Wallis.
 
Vor dem Bahnhof Brig lädt mich das TAxi auf. Wie ein ortskundiger Einheimischer fährt er zielsicher hoch nach Rosswald (ca 1870m), wo wir neben einem Restaurant mit dem Namen „Parkplatz“ überraschenderweise einen solche finden. Für läppische 3.50 - dafür bekommt man in weiten Teilen der Schweiz nicht mal mehr ein Café Creme - darf die Karre dort den ganzen Tag die Sonne und Aussicht geniessen.
 
Wir wandern zunächst über trostlose Bügellifttrassees und öde Skipisten - in einem Wintersportgebiet darf man wohl nichts anderes erwarten - in direkter Linie hoch zum Fleschboden (2135m). Im gleichen Stil geht es weiter, doch nun werden die Bergblumen etwas zahlreicher. Auch Schwarzkopfschafe, welche auf den vereinzelten Schneefeldern Kühlung suchen, bringen etwas Leben in diese verlassene Ski-Arena. Mit dem Folluhorn (2657m) wird der erste Gipfel des heutigen Tages erreicht.
 
Keine 100 Höhenmeter später stehen wir auf dem Fülhorn (2738m). So verlockend es wäre, nun weiter dem Grat zu folgen, lassen wir dieses alpinistische Experiment sein und begeben uns auf dem markierten Bergweg zum Sattel bei Pt 2646. Eine weise Entscheidung wie sich von unten zeigt: ein jäher Abbruch hätte einige Kletterkünste abverlangt.
 
Dafür steigen wir nun weglos in direkter Linie über die steile Grasflanke hoch, und ehe wir uns versehen, stehen wir beim Gipfelkreuz des Gross Huwetz (2918m). Da haben wir in der Hitze des Gefechts doch tatsächlich eine zu direkte Linie gewählt und sind am kleinen Bruder des Huwetz vorbeigerannt. Vielleicht ein Freudscher Versteiger von Axi, damit er wieder einen Grund hat, nochmals ins Wallis zu reisen?
 
Den tiefsten Punkt der Huwetz Gruppe haben wir zwar verpasst, dafür überschreiten wir auf unserem Weiterweg auf dem Grat noch den höchsten Punkt (Pt 2923). Ab hier beginnt ein spannender Abstieg (T4) zu Pt 2824. Wenige Meter unterhalb dieses Einschnitts zieht sich ein Schneefeld fast bis zum Saflischpass (2563m) hinunter. Für Hauptling Big Foot gibt es kein Halten mehr, eine solche Gelegenheit gibt es nicht alle Tage. Gekonnt ziehe ich meine Furchen in den weichen Schnee, die über 200 Höhenmeter sind im nu überwunden. Axi nimmt das Geschenk etwas zögerlicher an. Ist er etwa kein Skifahrer, sondern ein Snöber…?
 
Vom Pass aus ist der nächste Gipfel Graus Hörli (2613m) schnell erobert. Wir folgen weiter der Wasserscheide nach Südosten. Beim Seewjihorn (2732.8m) drehen wir gegen Osten ab und landen so noch auf dem Oberblatthorn (2756m). Ein Schneefeld erleichtert den Abstieg in die Blauseelicke (2599m). Hier lockt noch das Rothorn, aber aus Zeitgründen müssen wir passen.
 
Für den Rückweg queren wir weglos auf ca. 2600m unter den beiden zuvor bestiegenen Gipfeln nach Westen Richtung Schafläger. Nach dem kleinen Seelein verlassen wir den breiten Rücken und steigen über die Weiden von Seewji ab. Auch hier schonen einige Schneefelder unsere Knie. Durch blühende Alpenrosen erreichen wir ungefähr bei Pt 2020 den Mischibach. Diesem folgend treffen wir nach kurzer Zeit auf ein Weglein, das dieser Wallisertour einen würdigen Abschluss verleiht: Entlang der Soune Gibjeri marschieren wir über Stafel (1997m) zurück zum Ausgangspunkt.
 
 
Fazit: Es muss nicht immer eine krasse T6-Monstertour sein. Ein solch herrlicher Tag in wilder Walliser Landschaft mit einem tollen Kollegen tut der Seele ebenso gut! Definitiv nicht die letzte Tour mit Axi und sicher nicht das letzte Mal im Wallis…

Tourengänger: Tobi, Axels


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Kommentare (2)


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Henrik Pro hat gesagt: Was ist die Steigerung
Gesendet am 16. Juli 2013 um 23:40
von mAximal? Ihr beiden seid gut für eine breite Palette von Überraschungen. Danke.

Aendu hat gesagt: Fazit...
Gesendet am 17. Juli 2013 um 12:25
...Du hast absolut Recht! Gibt doch wichtigere Dinge als Schwierigkeitsgrade oder hohe Gipfel.

Wünsche weiterhin so schöne Touren!

Gruss, Aendu


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