Kramer (1985m) & Hirschbichel (1935m) - Paradetour über Garmisch


Publiziert von Fabse_94 , 11. Mai 2013 um 14:59. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Ammergauer Alpen
Tour Datum: 9 Mai 2013
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 1700 m
Abstieg: 1700 m
Strecke:Garmisch - St. Martin - Felsenkanzel - Kramer - Stepbergalm - Hirschbichel - Stepbergalm - Gelbes Gwänd - Garmisch [19,2km]
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Über die B23 von Oberau kommend nach Garmisch-Partenkirchen zum Ortsteil Sonnenbichl
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Am Grand Hotel "Sonnenbichl" vorbei bis rechts die Straße zum Pflegersee abzweigt. An der zweiten Kehre befindet sich rechterhand ein kostenloser Parkplatz.
Unterkunftmöglichkeiten:Stepbergalm

Der Kramer (1985m) ist ein beliebter und oft bestiegener Aussichtsgipfel nordwestlich von Garmisch-Partenkirchen, der sich in einer landschaftlich schönen Rundtour überschreiten lässt. Diejenigen, denen viele Menschen ein Graus sind, aber trotzdem den schönen Blick auf Wetterstein, Karwendel und Garmisch genießen wollen, sollten die Sommermonate meiden und auf die Randzeiten ausweichen. Meist lässt sich der Kramer schon recht früh im Jahr besteigen, da die Südflanke, über die ein Großteil des Aufstiegs verläuft, schnell ausgeapert ist. Desweiteren ist ein früher Start ratsam, um den Massen und der brennenden Sonne auszuweichen.
Die Mitnahme des Hirschbichels (1935m) empfiehlt sich wegen der Einsamkeit und der vielleicht sogar noch schöneren Sicht, allerdings muss man 350 Höhenmeter Gegenanstieg von der Stepbergalm in Kauf nehmen.

Gestartet sind wir am kleinen Parkplatz an der Straße zum Pflegersee, etwas oberhalb des Grand Hotels Sonnenbichl. Zuerst folgt man dem "Kramerplateauweg", bis nach etwa einer Viertelstunde der Weg zum St. Martin rechts abzweigt. Auf diesem Weg geht's nun zum Gasthof und weiter zur Felsenkanzel (1238m), die mit einem schönen Tiefblick auf den Garmischer Talkessel aufwartet. Nach der Felsenkanzel geht's auf dem immer schöner werdenden Kramersteig in moderater Steigung bis zur Abzweigung zum Königsstand auf gut 1400m. Hier biegt man links ab und steigt durch nun etwas steiler werdendes Latschengelände bis zum Grat. Jetzt auf dem Kamm weiter nach Westen übere mehrere Erhebungen, an einigen mehr oder weniger großen (Gipfel-)Kreuzen vorbei, in eine Scharte und über das problemlos querbare Schneefeld im Nordkar, und zuletzt etwas steiler zum Gipfel des Kramer (1985m), etwa 2:50 Stunden vom Parkplatz. Eine Gruppe junger Männer verließ den Gipfel glücklicherweise kurz nach unserer Ankunft und so hatten wir das Gipfelbankerl tatsächlich für etwa 20 Minuten für uns allein, bis zwei Franzosen am Gipfel eintrafen und sich lauthals und ausschweifend über irgendwas Interessantes unterhielten. Da wir unsere Ruhe wollten, beendeten wir unser Sonnenbad und machten uns auf den Abstieg zur Stepbergalm.
Der Kramersteig bleibt auch auf der Ostseite schön und bietet tolle Ausblicke auf das (leider wolkenverhangene) Wettersteingebirge gegenüber. Etwas oberhalb der Stepbergalm kann man ca. 50 Höhenmeter auf dem Weg abfahren, da an dieser kurzen Stelle noch fast durchgehend Schnee liegt. Nach etwa einer Dreiviertelstunde kamen wir an der vollbesetzten Alm an und gingen schnurstracks weiter Richtung Hirschbichel; die Einkehr an der Alm hatten wir uns erst später verdient :).
Dem Wegweiser folgend gingen wir zuerst über eine schöne Krokuswiese und danach in den Wald. Durch lichten Wald dann hoch zur Grathöhe, wo uns zwei Leute entgegenkamen (die einzigen Leute, die wir während des Auf- und Abstiegs zum Hirschbichel sahen), und danach weiter abwechselnd durch lichten Wald und gefühlt 30°C heißen Latschengassen hindurch zum Hirschbichel-Gipfel (1935m), den wir nach etwa 35 Minuten ab der Stepbergalm erreichten. Der Hirschbichel ist fast empfehlenswerter als beispielsweise Kramer und Ziegspitz, da die Sicht fast noch besser ist und er außerdem verhältnismäßig wenig besucht wird (das 2009 erneuerte Gipfelbuch ist noch nicht mal halb voll). Die drohenden Schlechtwetterwolken im Norden im Rücken, machten wir uns dann nach einer kleinen Rast auf den Rückweg zur Stepbergalm (1583m). Nachdem wir Brotzeit und Radler auf der jetzt fast leeren Terrasse zu uns genommen hatten, gingen wir über den Gelbes-Gwänd-Steig runter nach Garmisch. Das Wetter war zwar immer noch recht schön, aber von Norden und Westen zogen langsam dunkle Wolken rein; trotzdem stiegen immer noch Leute zum Kramer auf.
Der reizvolle Steig durchs Gelbe Gwänd brachte uns an rauschenden Bächen und zackigen Felsköpfen in etwa anderthalb Stunden bis zur Abzweigung zum Kramerplateauweg. Diesem mussten wir nun noch in einem knapp 1-stündigem Hatscher an wenig mitteilungsfreudigen Rentnern und Kinderwagenschiebern vorbei zum proppevollen Parkplatz.

Schwierigkeiten:
Parkplatz - St. Martin - Felsenkanzel - Kramer: T3
Kramer - Stepbergalm: T2
Stepbergalm - Hirschbichel - Alm - Gelbes Gwänd: T2
Kramerplateauweg - Parkplatz: T1

  
Fazit:
Landschaftlich reizvolle, etwas Kondition erfordernde Überschreitung mit einsamer, empfehlenswerter Zugabe, bei der sich immer wieder tolle Tief- und Weitblicke auf das Wettersteingebirge, das Karwendel, die Ammergauer Alpen und den Garmisch-Partenkirchener Talkessel bieten. Aufgrund der Südexposition der Route ist die Tour perfekt fürs Frühjahr geeignet; dann halten sich auch die Menschenmassen am sonst recht beliebten Kramer in Grenzen.

Tourengänger: maxl, Fabse_94

Galerie


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