Balmflue Südwände (5a)


Publiziert von ironknee , 17. März 2008 um 13:18.

Region: Welt » Schweiz » Solothurn
Tour Datum:15 März 2008
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: 5a (Französische Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SO 
Zeitbedarf: 6:00

Knackige, alpine Klettertour in festem Jurakalk.

 

Der Zustieg zum Einstieg (T3):

 

Vom PP bei der Ruine Balm (P.683) in Balm folgt man zunächst dem Wanderweg, der nach Westen führt. Kurz nach dem Wasserreservoir sieht man weiter oben an einem Baum eine blasse, rote Markierung. Diesen Markierungen folgt man, bis man zu einem Baum kommt auf dem „SW“ und ein Pfeil aufgepinselt ist. Der Pfeil zeigt eigentlich in der Falllinie nach oben was vermutlich nicht so gemeint ist. Man folgt rechts des Baums, leicht ansteigend, weiter den Pfadspuren. An einer Geröllrinne zieht der Pfad dann später direkt hinauf zu den Felswänden. An den Wänden angekommen sieht man wieder Markierungen die einem den Weg weisen. „SG“ (Südgrat) nach links (Westen) und „SW“ (Südwände) nach rechte (Osten). Man folgt also dem Pfad nach „SW“ und gelangt nach einigen Minuten zum Einstieg.

 

Südwände 1 bis 3 (5a):

 

Anseilen, Helm auf und los geht’s.

Die erste Seillänge ist mit 4c die einfachste. Die kurze Verschneidung vor dem Stand ist die schwierigste Stelle. Vom Stand geht es in alpiner Manier zum Stand der zweiten Seillänge der ersten Wand. Die zweite Länge ist mit 5a bewertet und ist schön und ohne grosse „Krämpfe“ zu klettern.

Nach einem kurzen Marsch erreicht man den Fuss der zweiten Wand. Hier sind wir die rechte Route (5a+) geklettert. Diese Länge ist schon schwieriger und verlangt schon etwas fortgeschrittenere „Moves“.

Wieder geht’s, alpin gesichert, über ein ausgesetztes, kurzes Grätli zum Fuss der dritten Wand. Hier wählten wir die rechte Route (4c). 4c? Ganz bestimmt nicht! Diese Länge ist massiv schwieriger als 4c, eher 5b/5c.

Da wir viel zuviel Zeit bebraucht hatten, entschieden wir uns den Ostgrat (zwei SL 4a und 4a+) nicht mehr zu klettern.

 

Der Abstieg (T5+):

 

Lust auf ein hohes „T“ war noch vorhanden. Also entschlossen wir uns durch die grosse Rinne, links der Südwände abzusteigen.

Man steigt zu Fuss so weit ab, bis die Rinne sehr steil wird und die Felsen zum Vorschein kommen. Nun bliebt man rechts (westlich) der Rinne! Über einen Sporn steigt man ab bis es nicht weiter geht. Nun kann linkerhand (östlich) an einem dicken Baum abgeseilt werden. Diese Stelle könnte man auch absteigen. Nun steht man in einer Mulde. Hier steigt man wieder einige Meter, Richtung Norden, auf, auf den nächsten Sporn. Steil und sehr heikel steigt man in der auffälligsten Rinne einige Meter ab bis zu einem Baum. Hier wird nochmals abgeseilt und man gelangt wieder in die Haupt-Rinne. Nach weiteren, steilen Metern ist es dann geschafft und linkerhand sieht man den Einstieg zu den Südwänden. Uff! Zurück zur Ruine Balm.

 

Noch einige Hinweise:

 

Die Balmflue Südwände sind nichts für Alpin-Anfänger. Die Routen sind zwar meist mit schönen Bohrhaken abgesichert, doch die Hakenabstände sind ziemlich gross. Zudem muss auch selbst abgesichert werden. Der erste Haken sitzt jeweils recht weit oben. Auch die Stände müssen zum Teil selber gebastelt werden (vor allem wenn mehrere Seilschaften unterwegs sind). Bäume hat es zum Glück genug.

 

Der Abstieg durch die grosse Rinne, „Risi“ genannt, sollte nur angegangen werden wenn man abschüssiges, brüchiges Gelände beherrscht. Ein Ausrutscher wäre an manchen Stellen fatal. Ausserdem ist grösste Vorsicht bezüglich Steinschlag geboten. Vor allem beim Ausziehen des Seils kommt ziemlich Material mit. Die Rinnen, die wir benutzten waren mit viel Ästen und Laub gefüllt und somit nicht allzu gefährlich.

 

Tour mit Put.

 

Good hike,

 

ironknee

 


Tourengänger: ironknee

Galerie


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Kommentare (1)


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ossi hat gesagt: Dritte Wand
Gesendet am 30. Oktober 2009 um 11:42
Hoi "eisernes Knie"

Es gibt drei eingebohrte Linien an der dritten Wand. Zwei befinden sich gleich nebeneinander links (wenn man raufguckt) einer markanten Verschneidung. In denen bin ich gestern etwas hilflos herumgeturnt und komme auch zum Schluss: 5b/5c.
Eine weitere Variante führt aber RECHTS dieser markanten Verschneidung durch eine weniger auffällige, grasige weitere Verschneidung hoch (Bohrhaken sitzt etwas weiter oben, weshalb diese Linie nicht gleich entdeckt wird). Ich vermute, das 4c im plaisir bezieht sich auf diese Variante. Jedenfalls scheint mir dort der Schwierigkeitsgrad angemessen.

Gruss
ossi


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