Hausstock (3158 m) via Panixerpass


Publiziert von alpinos , 13. Oktober 2012 um 21:56.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Surselva
Tour Datum: 6 Oktober 2012
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   Hausstockgruppe   CH-GL   Segnas-Vorabgruppe 
Zeitbedarf: 9:00
Aufstieg: 1950 m
Abstieg: 1950 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PKW bis Walenbrugg; Parkmöglichkeiten

Herbstliche Hochtour in einsamen Landschaften

Schon eine ziemliche Weile lag der Hausstock in unserer Projekt-Schublade, immer wieder kam was anderes dazwischen. Ursprünglich hatten wir die Überschreitung vom Ruchi her geplant; die Grossbaustelle Linthal 2015 brachte uns von dieser Variante ab. Auch der Aufstieg von Wichlen über Alpli zum O-Grat hinauf erschien uns wegen der Verhältnisse nicht mehr optimal. So entschieden wir uns für den Aufstieg über den Panixerpass - zwar lange, aber landschaftlich einmalig.



Um kurz vor sechs Uhr starteten wir in den kalten, wolkenlosen Morgen. Von Walenbrugg (1297 m) liefen wir über die Brücke und das angrenzende Militärgelände zum Jetzlich (1384 m) und hinein ins Jetzbachtal. Über Ober Stafel (1675 m), Walenböden, und durch die Gurglen zum Häxenseeli (2224 m) stiegen wir hinauf zum Panixerpass (2404 m). Begeistert von der einsamen Landschaft und dem wunderbaren Morgen suchten wir unseren Weg durch das Mer Sura (vereinzelt Wegspuren und Steinmännchen) und stiegen an P. 2468, P. 2530 und P. 2555 hinauf zu P. 2594. Von hier querten wir ohne allzu viel Höhenverlust hinüber zum Glatscher da Mer.

Da wir unsere Steigeisen mitgeschleppt hatten, stiegen wir nun über den zunächst aperen Gletscher hinauf zur Spaltenzone bei ca. 2750 m, derer Übergang problemlos möglich war. Die folgende Passage des Gletschers war mit ca. 10 cm hartem Schnee bedeckt; mit Vorsicht stiegen wir noch einige Meter hinauf, bis wir etwas über 2800 m über Schneefelder zum O-Grat queren konnten.

Durch viel Schutt und über einige Kraxelfelsen stiegen wir hinauf zur ersten Kletterstelle - ein hübsches senkrechtes Wändlein von ca. zweieinhalb Metern Höhe (II+). Dann gab's wieder einiges an Schutt, aber auch interessante Kraxelstellen und einen kurzen Firngrat. Schliesslich gelangten wir zum Couloir, das hinauf auf den Gipfelaufbau führt - ein echtes Dreckloch. Wir wühlten uns durch das Schutt-Sand-Gemisch ca. 5 m hinauf zu den darüberliegenden Felsen und erreichten nach ein paar weiteren Kraxelstellen den Gipfelgrat. In wenigen Schritten standen wir auf dem höchsten Punkt des Hausstocks (3158 m; 11:30 Uhr, ca. 5h Aufstiegszeit)

Nur kurz liess uns der eiskalte Wind die wunderbare Aussicht geniessen, dann zogen wir uns einige Meter unter den Grat für eine Rast zurück. Bald wurde es uns aber auch dort zu kalt und so stiegen wir auf dem O-Grat wieder hinab zu P. 2646 und entlang des Aufstiegsweges wieder hinab zum Panixerpass. Wir genossen die einsame und eindrückliche Landschaft (nur drei weitere Bergsteiger waren heute ca. 1h vor uns auf dem Gipfel) des Mer Sura und staunten über die Vielfältigkeit dieses Tales. Nach einer genussreichen Rast am Panixerpass in der warmen Herbstsonne stiegen wir wieder entlang des Jetzbaches hinab nach Walenbrugg.



Es war eine eindrückliche und intensiv erlebte Tour! Zwar lag der Schwerpunkt eher auf Wanderung, und der Hochtour-Anteil beschränkte sich auf die letzte Stunde auf dem kleinen Gletscher und dem O-Grat. Dennoch war wir total begeistert von der abwechslungsreichen Landschaft im Jetzbach-Tal und auf dem Mer Sura. Der Aufstieg durch die verschiedenen Gebirgszonen war ein Erlebnis.

Tourengänger: alpinos


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Geodaten
 13332.gpx Hausstock

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